Es muss nicht immer der komfortable Asphaltradweg sein, manchmals tuts auch die einfachere Variante. So kam Kleinwenkheim zu seinem Lückenschluss im Radwegeverbund, was am Sonntag mit reichlich Bürgern und offiziellen Vertretern der Stadt ausgiebig gefeiert wurde.

Rund eineinhalb Kilometer beträgt die Strecke, die jetzt ihrer Bestimmung übergeben wurde. Der größte Teil befindet sich auf vorhandenen Wegen, die lediglich ertüchtigt und geschottert wurden, erklärt Bürgermeister Michael Kastl bei der Freigabe. Lediglich zwei Stege mussten neu gebaut werden und bilden mit rund 30 000 Euro den größten Kostenfaktor. Der Weg verläuft zwischen der Wannigsmühle entlang der idyllischen Wannig, die er zweimal überquert und mündet kurz vor Kleinwenkheim auf die Staatsstraße.

Durch den Bau ist der Radfahrer jetzt nicht mehr gezwungen das gefährliche Stück der Staatsstraße zu benutzen. Vielmehr ist es möglich, sich zwischen Kleinwenkheim und Münnerstadt komplett auf Radlerpisten zu bewegen. Die unkonventionelle Lösung habe sich aus der Überlegung angeboten, dass eine aufwendige Variante mit finanzieller staatlichen Unterstützung entlang der Staatsstraße wahrscheinlich noch Jahrzehnte bis zu einer Umsetzung gedauert hätte, schildert das Stadtoberhaupt. So übernahm die Stadt selbst die Initiative und baute seit 2020 ausschließlich durch den Bauhof am Radweg.

Der Weg wäre viel früher fertig geworden, wenn nicht die Behörden dazwischen gefunkt hätten, erzählt Kastl weiter. "Wir wollten eigentlich ohne großen Aufwand das Vorhaben durchziehen und hatten auch schon Vorkehrungen für einen einfachen Steg über die Wannig getroffen". Zufällig sei bei einer Begehung ein Mitarbeiter einer Fachbehörde auf die Arbeiten aufmerksam geworden und habe daraufhin auf wasserrechtliche Bestimmungen hingewiesen. So musste ein offizielles Genehmigungsverfahren eingeleitet werden - was den Bau deutlich verteuerte, denn nun musste ein Betonbauwerk errichtet werden, das hydrologischen Vorgaben der Behörden entsprach.

"Das hat uns ein dreiviertel Jahr gekostet", bedauert Kleinwenkheims Ortsreferent Oliver Jurk. Der große Vorteil des Gesamtprojekts sei gewesen, dass sich fast alle Wege bereits in städtischer Hand befinden - wenngleich sie teilweise nur noch als kleiner Trampelpfad vorhanden gewesen sind, wie etwa dem alten "Pfarrersweg", schildert Jurk. Auf dem soll einst der Seelsorger von Wermerichshausen gelaufen sein, wenn er zum Gottesdienst nach Fridritt musste.

Unter diesen Umständen ist Kastl zufrieden mit dem Geleisteten. "Wir sind eine Stadt, die nicht gerade mit Reichtümern gesegnet ist, da müssen auch mal einfachere Lösungen her". Jetzt müssen nur noch einige kleinere Verbesserungen vorgenommen und eine Beschilderung angebracht werden. Doch der Anfang sei gemacht und "vielleicht bekommt in absehbarer Zeit auch Wermerichshausen seinen Anschluss", deutet das Stadtoberhaupt vorsichtig an.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der kleinen Feier, die vom Musikverein Kleinwenkheim musikalisch umrahmt wurde, erteilt Pfarrer Benno von Bundschuh den göttlichen Segen. Eine körperliche Ertüchtigung mit Getränken und Bratwurst durfte dann aber auch nicht fehlen.