Die Realisierung des "Gewerbeparks Poppenlauer" hat eine weitere Hürde genommen. In der Sitzung des Maßbacher Marktgemeinderates am Dienstag wurden dazu mehrere Beschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes gefasst. Die Diskussion darüber sollte eigentlich in öffentlicher Sitzung stattfinden, die Presse und mehrere interessierte Zuhörer wurden allerdings zwischendrin weit über eine Stunde langausgeschlossen. Ursache war, so am Mittwoch Verwaltungsleiter Frank Mauer in einem kurzen Telefongespräch, ein zwischen dem Investor und der Marktgemeinde noch strittiger Punkt der Planung.

Größerer Flächenbedarf

Ein Bebauungsplan für dieses Gewerbegebiet wurde, allerdings mit um einiges geringerer Fläche, bereits im Jahr 2000 aufgestellt. Bisher allerdings haben sich dort keine Betriebe angesiedelt. Mehrere Firmen, die Interesse gezeigt hatten, sprangen wir ab. Inzwischen allerdings, wollen mehrere große und kleine Unternehmen hier bauen, heißt es in der Beschlussvorlage für den Marktgemeinderat, und weiter, "aus dieser konkreten Nachfrage ergibt sich aber ein deutlich größerer Flächenbedarf als im ursprünglichen Bebauungsplan vorgesehen". Deshalb soll das Gewerbegebiet in südlicher und westlicher Richtung stark erweitert werden. Das macht eine Änderung des Bebauungsplans und des Flächennutzungsplans nötig. Den Grundsatzbeschluss dazu hat der Marktgemeinderat im Oktober 2021 getätigt.

Noch viele Einzelheiten zu klären

Inzwischen wurde ein Investor gefunden, der die Fläche übernehmen und vermarkten will. Markus Schlichting und Anna Roßmanith vom Architektur- und Ingenieurbüro Baurconsult (Haßfurt) erläuterten, dass im Oktober der Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans gefasst wurde. Nun gebe es noch viele Einzelheiten zu klären, was im Rahmen der "frühzeitigen Beteiligung" der betroffenen Behörden, der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit erfolgen soll. Daraus wird dann eine Entwurfsfassung, die nochmals den Beteiligten zugeleitet wird und schließlich eine fertige Fassung. Der Markt Gemeinderat billigte einstimmig den Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans, der nun dem weiteren Verfahren zu Grunde gelegt werden soll. Das Büro Baurconsult bekam den Auftrag, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchzuführen.

Kleinteilige Gliederung der Flächen soll geändert werden

Im Rahmen der Änderung des Bebauungsplanes soll die kleinteilige Gliederung der Flächen geändert werden, denn sie sei nicht mehr zweckmäßig. Achim Bieber (BBP) und Susanne Ziegler (Grüne/FBuU) forderten, Vorschriften gegen "Lichtverschmutzung" im Bebauungsplan aufzunehmen. "Die Beleuchtung nachts auf ein Mindestmaß zurückdimmen", möchte Susanne Ziegler. Im Bebauungsplan sollen Betriebswohnungen aller Art ausgeschlossen werden. "Nicht mal Hausmeister?", fragte Diethard Dittmar (SPD) etwas skeptisch nach. Auch diese sollen hier nicht wohnen dürfen hieß es. Auch der Vorentwurf für den Bebauungsplan wurde schließlich gebilligt und Baurconsult beauftragt, zusammen mit der Verwaltung die frühzeitige Beteiligung der Behörden, der sonstigen Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit in die Wege zu leiten. Wie schon oben erwähnt, fand ein vermutlich sehr interessanter Teil der Diskussion um die Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplans ohne Beteiligung der Öffentlichkeit statt.

Keine Spielstraße auch wegen Radfahrern

In der Mitgliederversammlung des Sankt-Georgsvereins hatte eine Bürgerin aus Poppenlauer angeregt, an den Dorfgärten eine Spielstraße auszuweisen. Mit Verweis auf eine Stellungnahme der Polizei lehnte der Marktgemeinderat dieses einstimmig ab. Begründet wurde das unter anderem damit, dass hier dann Fahrräder geschoben werden müssen.

Länger diskutiert wurde die geplante Änderung des Grundsatzbeschlusses zur Gewährung von Zuschüssen für Investitionen von Vereinen. Bisher bekommen sie für Sanierungs- und Baumaßnahmen 2,5 Prozent der Investitionskosten. Marktgemeinderat Christoph Klement (CSU) hatte den Antrag gestellt, den Zuschuss auf fünf Prozent zu erhöhen und eine Obergrenze einzuführen, um dadurch auf eine zu starke finanzielle Belastung der Gemeinde zu verhindern. Die jetzige Förderung sei nicht mehr zeitgemäß. Marktgemeinderätin Yvonne Hub (CSU) stimmte ihm zu und hob hervor "wir sind auf dem Land, wo Vereinsarbeit noch einen sehr hohen Stellenwert hat". Beschlossen wurde schließlich, den Investitionszuschuss auf fünf Prozent zu erhöhen. Eine Obergrenze gibt es nicht, aber keinen Rechtsanspruch. Und gezahlt wird nur, wenn die Haushaltslage es ermöglicht.

Feuerwehr-Tore weiter nur manuell bedienen

Zurückgestellt wurde die Erteilung des Auftrags zum Austausch der defekten Tore am Feuerwehrgerätehaus in Poppenlauer. Sie können nur noch manuell geöffnet werden. Bemängelt wurde, dass nur ein Angebot vorliegt.

Schließlich genehmigte der Marktgemeinderat die Annahme von Geldspenden in Höhe von 5010 Euro und von Sachspenden in Höhe von 139,95 Euro.