Die Chancen stehen sehr gut, dass das Reißmannhaus am Marktplatz 7, gegenüber dem Rathaus, nun aus seinem langjährigen Dornröschenschlaf erwacht.

Bei der gut besuchten Hauptversammlung der Bürgergenossenschaft im Hotel "Tilman" drehte sich alles um dieses Gebäude, das zumindest in Teilen 700 Jahre alt ist. Das hatten dendrochronologische Untersuchungen ergeben. Dabei werden die Jahresringe von am Bau verwendeten Holzbalken gezählt.

Die Bürgergenossenschaft hatte das Gebäude im November 2015 erworben und dann mit Überlegungen begonnen, wie es genutzt werden kann. Auch die finanzielle Förderung spielte eine große Rolle. Dass das Landesamt für Denkmalschutz bei einem so alten Gebäude ein gewichtiges Wort mitzureden hat, versteht sich von selbst. Bürgermeister Michael Kastl erläuterte, dass die Regierung von Unterfranken einen Zuschuss von 12.000 Euro bewilligt hat, um die Machbarkeitsstudie für das Reißmannhaus zu erstellen und zu prüfen, was man mit dem Haus machen kann. Der Zuschuss sei gewährt worden, weil die Stadt und die Genossenschaft dieses Projekt tragen, während Privatleute solche Zuschüsse nicht bekämen. Aber der Bürgermeister räumte ein: "Es waren zähe Verhandlungen nötig mit der Regierung von Unterfranken." Zusätzlich sei hinzugekommen, dass es überdurchschnittlich viele krankheitsbedingte Ausfälle bei der Regierung, im Rathaus und bei Firmen gegeben hatte. Dies habe zur Verzögerungen geführt.

Zentrum für Nachhaltigkeit

Im Erdgeschoss des Gebäudes könnte ein "Nachhaltigkeitszentrum" eingerichtet werden. Die Wohnung im Obergeschoss sollte keine normale Wohnung werden, sondern eine "Schau-Wohnung" für Demonstrationszwecke werden. Damit soll gezeigt werden, wie Wohnungen in unter Denkmalschutz stehenden Häusern fachgerecht saniert werden können.

Nun gelte es noch, einen Finanzierungsplan zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege auszuarbeiten. "Wir haben alle Weichen gestellt, damit wir die Förderzusage bekommen", so Kastl. Die Sanierung des Hauses wird der Eigentümer, also die Bürgergenossenschaft, übernehmen. Die Stadt Münnerstadt soll als Mieter auftreten und mit der Mietzahlung die Finanzierung langfristig sichern.

Neues Banner

Harri Koch vertrat den verhinderten Vorsitzenden des Vorstandes, Martin Kuchler. In dessen Bericht heißt es, "es war ein arbeitsreiches Jahr hinter den Kulissen, nach außen nicht sichtbar". Die städtebauliche Analyse durch Architekt Edelhäuser sei im Rathaus präsentiert worden. Es zeige sich nun ein Lichtschimmer am Horizont. Das schon von Wind und Wetter gezeichnete Banner über dem Eingang des Hauses sei allerdings kein positives Aushängeschild für dieses Projekt. Es soll sehr bald erneuert werden. Dem pflichtete auch Bürgermeister Kastl bei.

Das Banner und die Fenster sollten zeigen, dass hier etwas geht. Der Bürgermeister betonte: "Das Projekt muss gelingen, damit die Leute auch sehen: So etwas kann funktionieren."

Die Regularien waren in wenigen Minuten erledigt. Nach der Vorstellung des Kassenberichtes und der Bilanz wurden der Vorstand und der Aufsichtsrat einstimmig entlastet. Personelle Veränderungen gab es nicht.