Die Bürgerinnen und Bürger gaben dem Rathauschef aber auch jede Menge Anregungen mit, die nun im Rathaus und Bauhof abgearbeitet werden müssen. Das Interesse reichte auch über die engeren Grenzen des Stadtteils hinaus bis zum alten Hallenbad oder Radwegen in die umliegenden Dörfer und Stadtteile.

Ortssprecherin Ulla Müller (seit dem Jahr 2014 ist sie "unser Sprachrohr im Ort", so der Bürgermeister) dankte gleich zu Beginn der Bürgerversammlung allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich einsetzen, sei es in einem der Vereine des Stadtteils oder zum Beispiel bei der Pflege des Friedhofs und der Denkmäler. Sie ging darauf ein, was sich trotz Corona in Wermerichshausen getan hat und erwähnte unter anderem die fünf Begrüßungsschilder an den Ortseingängen, die von Bürgern gestiftet worden waren.

Mit einer 80-prozentigen Förderung durch die NES-Allianz wurde eine Tischtennisplatte für die Jugend und alle Junggebliebenen angeschafft. Die restlichen 20 Prozent wurden mit dem Preisgeld finanziert, das der Stadtteil beim Dorfverschönerungswettbewerb 2019 gewonnen hat. Was dann noch übrig bleibt, wird in die Anschaffung eines Defibrillators investiert. Diese 1000 Euro reichen allerdings nicht aus, da die Stadt nur 50 Prozent der Anschaffungskosten zahlt und dazu den laufenden Unterhalt, ergänzte der Bürgermeister. Die noch fehlende Summe übernehmen die örtlichen Firmen Röder und Weigand, denen die Ortssprecherin dafür ausdrücklich dankte. Der Defibrillator kommt voraussichtlich im Januar. In Verbindung mit der Einweihung soll ein Auffrischungskurs in Erster Hilfe abgehalten werden.

Friedhof aufgepeppt

Ulla Müller freute sich auch darüber, dass durch Anregungen der Jury beim letzten Dorfwettbewerb der Friedhof "ein bisschen aufgepeppt" wurde: "Drei Bäume mit Staudenunterpflanzung bzw. Urnenfeldern lockern das Gesamtbild wunderbar auf und noch dazu sind wir der erste Stadtteil, der eine Baumbestattung bieten kann." Bürgermeister Michael Kastl kommentierte dazu: "Der Friedhof ist gut geworden."

"Wir sind dabei, den Neubau unseres Feuerwehrhauses zu planen", gab die Ortssprecherin bekannt. Zuerst sei an eine Erweiterung gedacht worden, weil das Auto, das die Feuerwehr aus Seubrigshausen bekommen soll, nicht in das alte Haus passt. Nach Rücksprache mit dem Architekten habe sich herausgestellt, dass ein Neubau günstiger und effektiver sei. Es gibt zwei Entwürfe, die Feuerwehrmänner haben sich bereits für einen der beiden entschieden. Hinter den Kosten steht noch ein Fragezeichen, so Ulla Müller. "Es gibt noch keine richtigen Pläne, eigentlich nur einen Grundriss" , bemerkte Michael Kastl dazu, der Plan müsse erst noch vom Stadtrat genehmigt werden. Auch in Wermerichshausen hob er hervor, dass jeder Stadtteil aus Sicherheitsgründen seine eigene Feuerwehr mit einer eigenen Ausrüstung haben solle.

Der Dorfwettbewerb auf Bezirksebene soll im Mai 2022 stattfinden. Ulla Müller hofft, dass wieder viele Bürgerinnen und Bürger teilnehmen. Die Arbeiten für das Gemeindeentwicklungskonzept sind angelaufen. Müller hofft auf eine rege Bürgerbeteiligung. Bis Ende November können noch über die Homepage der Stadt Wünsche und Anregungen eingebracht werden. Außerdem findet im Stadtteil ein Workshop statt und auch sie selbst nimmt Anregungen entgegen. Zum Radwegenetz meinte Ulla Müller "bei der Anbindung an das Radwegenetz hoffe ich, dass wir in den nächsten Jahren auch berücksichtigt werden. In Vergessenheit gerät es auf jeden Fall nicht." Ein Bürger bemerkte dazu ausdrücklich "wir brauchen Radwege der Straße entlang."

Wie in fast jeder Bürgerversammlung wurde das Thema "Ausweisung von Bauland" angeschnitten. Ulla Müller sagte dazu vorsichtig "unser Neubaugebiet habe ich ein bisschen hintenangestellt, weil das Feuerwehrhaus jetzt erstmal aktuell ist." Ein Bürger ergänzte "der letzte Bauplatz ging gerade weg, wie geht es jetzt weiter?"

Bürgermeister Kastl meinte dazu "ich kann nicht sagen, dass noch ein Neubaugebiet kommt. Die Zeit läuft gegen Neubaugebiete." Auch in Wermerichshausen gebe es einige leerstehende Häuser und erschlossene Bauplätze, die aber nicht bebaut seien. Man könne die Leute nicht enteignen, aber eventuell den Druck über die ab 2025 in vielen Bundesländern mögliche Grundsteuer C (für baureife, aber nicht bebaute Grundstücke) erhöhen.

Einwohnerzahl nimmt ab

Bürgermeister Michael Kastl ging auf die Bevölkerungsentwicklung im Stadtteil ein: von 2001 bis 2021 habe die Bevölkerung von 258 auf 225 abgenommen das bedeutet ein Minus von sechs Prozent, immerhin weniger als in der Gesamtstadt und in manchen anderen Stadtteilen.