Rannungen
Verkehrssicherheit

Aktion: Raiffeisenstraße als Spielstraße aufwerten

Zumindest der obere Teil der Raiffeisenstraße in Rannungen soll zur Spielstraße werden, in der Fußgänger und insbesondere Kinder Vorrang vor den Autofahrern haben. Das fordert Heiner Kiesel, der deshalb eine Aktion gestartet hat.
Der obere Teil der Raiffeisenstraße soll zur Spielstraße werden. Das schlägt Heiner Kiesel vor und möchte, dass der Gemeinderat sich damit beschäftigt. Foto: Dieter Britz
Der obere Teil der Raiffeisenstraße soll zur Spielstraße werden. Das schlägt Heiner Kiesel vor und möchte, dass der Gemeinderat sich damit beschäftigt. Foto: Dieter Britz

Heiner Kiesel hofft, dass der Rannunger Gemeinderat das Thema Spielstraße bald auf die Tagesordnung setzt und natürlich auch positiv entscheidet. "Wenn der Gemeinderat nicht aktiv wird, ist auch ein Bürgerantrag möglich. Dazu sind zehn Prozent der Wahlberechtigten erforderlich", ergänzt er.

Früher 160 Unterschriften gesammelt

Diese Straße ist sozusagen das heimliche Zentrum der Gemeinde. An der Einmündung in die Hauptstraße beginnt es mit dem Quartiersmanagement-Büro von Nathalie Langer und dem Kriegerdenkmal. In dieser Straße haben die Metzgerei, der Landgasthof, der Lebensmittelladen und die Bankfiliale ihren Sitz. Nicht zu vergessen die insbesondere für Schüler und Berufspendler wichtige Bushaltestelle. Doch Autofahrer haben hier Vorrang und können unbeschränkt hindurchfahren. Das ist Heiner Kiesel, der sich schon voriges Jahr für "Tempo 30" in ganz Rannungen eingesetzt hat, ein Dorn im Auge. Er hatte seinerzeit 160 Unterschriften dafür gesammelt, das sind rund 17 Prozent aller Wahlberechtigten. Im April 2021 wurde die Liste an die Gemeinde übergeben.

Aktionsflyer im Briefkasten

Doch Heiner Kiesel, der in Rannungen groß geworden ist und nach vielen Jahren als Journalist in Berlin wieder in seine Heimatgemeinde zurückkehrte, denkt noch weiter. Deshalb fanden vor wenigen Tagen viele Bürger in ihren Briefkästen einen Aufruf mit der Forderung "Spielstraße an der Bushaltestelle". Die Begründung: "Wir wollen unsere Straßen lebendiger für alle und sicherer für die Kinder machen! Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Gemeinde Rannungen den Bereich um die Bushaltestelle als verkehrsberuhigten Bereich ausweist." Kiesel zitiert einen fünfjährigen Jungen: "Da müssen die Autos auf die Kinder aufpassen und nicht die Kinder auf die Autos."

Die Straße sei ziemlich leer, nur wenige Fußgänger seien zu sehen. Das habe ihn nachdenklich gemacht, sagt Kiesel. Den Grund dafür sieht er auch im Autoverkehr und daran, dass die Autos Vorrang vor den Fußgängern hätten. Wenn die Straße als Spielstraße aufgewertet werde, könnten die Leute auch mal stehen bleiben und sich unterhalten, und die Kinder könnten dort spielen. Autogegner ist er an sich nicht, denn er weiß, "wir alle auf dem Dorf sind vom Auto abhängig".