1984 wurde Erika Gehring zur stellvertretenden Vorsitzenden des Ortsverbandes Großwenkheim des Sozialverbandes VdK (Verband der Kriegsgeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschland) gewählt, vier Jahre später übernahm sie den Vorsitz und nun, nach nicht weniger als 33 Jahren an der Spitze, wurde sie mit viel Dank und Applaus verabschiedet. Der Kreisvorsitzende Engelbert Roith (Hammelburg) überreichte ihr die goldene Ehrennadel des Sozialverbandes VdK. Die damit verbundene Urkunde hat die Bundesvorsitzende Verena Bentele unterschrieben. Zusammen mit ihr wurde auch Meta Klein verabschiedet, die seit 1984 für die Finanzen zuständig war.

Zur letzten Hauptversammlung mit Neuwahlen und Ehrungen, die sie als Vorsitzende leitete, waren 35 der etwa 150 Mitglieder ihres Ortsverbandes erschienen. Er umfasst neben Großwenkheim auch die Stadtteile Kleinwenkheim, Fridritt und Seubrigshausen. Sie gab einen gerafften Rückblick über ihre Zeit beim VdK.

Eingetreten war sie zum Jahresbeginn 1952, also vor fast 70 Jahren. 1978 bis 1984 war sie Vertreterin der Frauen im Vorstand. 1984 gab es im Vorstand eine Krise. Wenn es nicht möglich gewesen wäre, einen neuen Vorstand auf die Beine zu stellen, wäre der Ortsverband einem anderen zugeschlagen worden. Die Neuwahl klappte, Erika Gehring kam "wie die Jungfrau zum Kind" zum Posten der stellvertretenden Vorsitzenden und vier Jahre später rückte sie an die Spitze.

In den ersten drei Jahrzehnten gab es noch Sommerfeste, "aber die brachten nichts, außer Arbeit", erinnert sie sich. Geblieben sind die regelmäßigen Eintagesausflüge, "die Busse waren immer voll". Auch die Weihnachtsfeiern sind sehr beliebt. Wichtig war die Teilnahme an den regelmäßigen Schulungen, die vom Kreisverband veranstaltet wurden. Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme an einer großen Demonstration in München zum Thema Mütterrente, "das war für uns ein Erlebnis".

Drei VdK-Kreisvorsitzende und drei Bürgermeister hat sie in ihrer Zeit erlebt. Besonders erinnert sie sich an Altbürgermeister Eugen Albert. Der besuchte einmal eine Feier des Ortsverbandes und erwartete dort einige wenige alte Kriegsveteranen und Kriegerwitwen. Er war sehr überrascht, dass er einen vollen Saal vorfand.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit in letzter Zeit jedoch stark behindert. Deswegen fand die letzte Weihnachtsfeier 2019 statt, ein Tagesausflug musste ebenso ausgefallen wie die für 2020 geplante Hauptversammlung, bei der Erika Gehring ihr Amt schon abgeben wollte. Sie dankte allen, die mit ihr zusammengearbeitet haben, "ohne eure Hilfe stände ich heute nicht hier".

Kreisvorsitzender Engelbert Roith erinnerte daran, dass der Sozialverband VdK seinen Ursprung in Bayern hat und dort 1946 gegründet wurde. Im Freistaat hat er 745.000 Mitglieder, das ist ein Drittel aller Mitglieder in Deutschland. Auch wegen der Pandemie sei er besonders gefragt, wenn es um Renten, Krankenkassen oder Schwerbehinderung gehe.

Als er Erika Gehring mit der goldenen Ehrennadel des Sozialverbandes VdK auszeichnete, betonte er "was du für den VdK geleistet hast, kann man gar nicht alles aufzählen. Es gibt niemand, der dich nicht loben muss". Der Applaus aller Anwesenden war Erika Gehring sicher.

Der bisherige Vorstand hatte die Neuwahlen gut vorbereitet und konnte für alle offenen Vorstandsposten neue Kandidaten präsentieren. Deshalb hatte Engelbert Roith als Wahlleiter eine leichte Aufgabe. Alle Mitglieder des neuen Vorstandes wurden per Akklamation und einstimmig gewählt.

Wahlen und Ehrungen

Neuer Vorstand Linda Ziegler (Vorsitzende), Edgar Glückert (2.Vorsitzender), Birgit Mohr (Kassiererin), Diana Rudolph (Schriftführerin), Anja Geiling (Vertreterin der Frauen), Bianca Borst (Vertreterin der jüngeren Generation), Anita Erhart-Brust und Gottfried Oppermann (Beisitzer).

Abschied Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Erika Gehring (Vorsitzende), Meta Klein (Kassiererin), Anita Kunert (Vertreterin der Frauen) und Renate Albert (Beisitzerin).

Ehrungen Geehrt wurden für 20 Jahre Mitarbeit Anita Kunert und für fünf Jahre Linda Ziegler. 40 Jahre ist Edgar Glückert dabei, 25 Jahre Mitglied sind Edwin Fleischmann und Benno Klöffel, zehn Jahre Günther Schlembach und Wilfried Balling Mitglied.