Mit ihrem Steuersatz verlangt die Gemeinde Rannungen weniger als die umliegenden Gemeinden Markt Maßbach, Dittelbrunn, Oerlenbach und besonders Münnerstadt. Nur in Thundorf ist die Hundesteuer noch niedriger. Hundehalter, die nur einen Hund haben, zahlen in Rannungen 30 Euro pro Jahr. Für zwei Hunde werden 40 Euro fällig, und ab dem dritten Hund 50 Euro. Für Jagd- und Zuchthunde gibt es einen Rabatt von 50 Prozent.

Entscheidung vertagt

Teuer wird es für die Halter von Kampfhunden. Für diese werden 500 Euro Steuer pro Jahr fällig. In Rannungen ist ein Kampfhund gemeldet, heißt es in der Sitzungsvorlage und "der Besitzer hat ein Gutachten eines Sachverständigen vorgelegt, welche die unterstellten Eigenschaften eines Kampfhundes widerlegt. Ein Negativzeugnis wurde ausgestellt". Der Gemeinderat diskutierte zwar über die geplante Erhöhung der Hundesteuer, traf aber keine Entscheidung. Zuerst sollte geprüft werden, ob auch diejenigen Gemeinderäte mitdiskutieren und entscheiden dürfen, die selbst einen Hund besitzen.

Im Gespräch mit dieser Redaktion teilte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) mit, dass die Rechtslage schnell geklärt werden konnte: Alle Gemeinderäte dürfen mitstimmen und mitentscheiden, auch wenn sie Hunde haben. Deshalb wird das Thema Hundesteuer in der nächsten Sitzung nochmals behandelt.

Außerplanmäßige Ausgaben genehmigt

Auf der Tagesordnung standen auch die Rechenschaftsberichte zu den Jahresrechnungen 2019 und 2020. Der Haushalt 2019 war vom Gemeinderat am 8. Oktober 2019 beschlossen und vom Landratsamt am 8. November genehmigt worden. Der Verwaltungshaushalt war auf 2,491 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt auf 2,794 Millionen Euro festgesetzt worden. Tatsächlich schloss der Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 2,540 Millionen Euro ab. Größer ist die Abweichung im Vermögenshaushalt, es gab nur Einnahmen und Ausgaben in Höhe von jeweils 1,692 Millionen Euro. Kredite wurden nicht aufgenommen.

Das Haushaltsjahr 2019 konnte ausgeglichen abgeschlossen werden. Zum Jahresende 2019 hatte die Gemeinde 249.000 Euro Schulden, das sind 219,60 Euro pro Kopf. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden betrug 2017 fast das Dreifache, nämlich 606 Euro.

Auch der Haushalt für 2020 wurde recht spät beschlossen, erst am 8. September und am 28. Oktober vom Landratsamt genehmigt. Der Verwaltungshaushalt wurde auf 2,491 Millionen Euro festgesetzt, tatsächlich wurden es dann 2,679 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt sollte 2,408 Millionen Euro betragen, am Jahresende waren es dann nur 1,195 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr mussten keine Schulden aufgenommen werden. Die Schulden verringerten sich weiter auf 215.803 Euro. Damit reduzierte sich die Pro-Kopf-Verschuldung auf 190,30 Euro. Der Landesdurchschnitt lag bei 592 Euro pro Einwohner. Der Gemeinderat nahm beide Rechenschaftsberichte zur Kenntnis und genehmigte nachträglich die außerplanmäßigen Ausgaben.

Zwei Pappeln im Fokus

In der Sitzung erläuterte Peter Piel von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamtes den Landschaftsplan. Hauptsächlich ging es um zwei Pappeln, die eigentlich wegen der Sanierung einer Straße gefällt werden sollten. Piel betonte, dass dann Ausgleichsmaßnahmen fällig würden. Die Straße wird saniert, aber die Pappeln bleiben stehen. Der Gemeinderat genehmigte den Umbau einer Scheune in ein Einfamilienhaus mit Büro in der Scherzergasse.