Die Cellistin Luise Buchberger lieferte zum Konzertbeginn die Erklärung: Sie und ihre Kollegen Lorenza Borrani und Maja Cabeza (Violine) sowie Simone Jandl und Max Mandel (Viola) treffen sich ausschließlich, um an Mozarts Quintetten zu arbeiten, die im allgemeinen Konzertbetrieb gerne zu kurz kommen - und zwar unter historischen Aspekten.

Was sie damit meinte, zeigte sich schon bei den ersten Takten des Quintetts KV 406: Der etwas näselnde, raue, aber auch warme Klang der Darmsaiten mit ihrem ausgezeichneten Ansprechverhalten und die etwas leichteren Bögen gaben dem Spiel einen großen Charme, selbst bei dem dramatischen, etwas opernhaften Beginn und bei den überraschenden Ausbrüchen des ersten Satzes, bei den starken Akzentuierungen aus dem Handgelenk, die keinerlei Anlauf brauchten.

Interessant war die strukturelle Gestaltung, denn hier war neben der 1. Violine nicht das Violoncello als Widerpart führend, sondern die 1. Viola , was die begleitenden Möglichkeiten enorm erweiterte. Es wurde fast ein bisschen schwierig, so viel weichen, warmen Wohlklang zu ertragen. Aber das lag auch an Mozart, der in dieses Werk wenig Konfrontatives eingebracht hat, an dem sich die Stimmen reiben konnten.

Das wurde ganz anders im Quintett KV 539, in dem sich die beiden - jetzt nicht mehr nebeneinander, sondern gegenübersitzenden - Violinen geradezu beharkten. Da bietet Mozart einfach mehr Möglichkeiten zur Konfrontation, und die fünf Streicher nutzten sie, spielten mit starker Dynamik. Vor allem die Ecksätze wurden zu absolut lebendigen, mitreißenden Mischungen aus Feuer und einer gewissen historischen Behaglichkeit.

Der emotionale Mittelpunkt des Konzerts war allerdings auch sein programmatischer: das berühmte Klarinetten- oder auch Stadler-Quintett KV 581, das Lorenzo Coppola historisch korrekt mit einer Bassettklarinette spielte - nachdem er deren klangliche Eigenheiten, größere Tiefe und "sprechenden" Möglichkeiten vorgestellt hatte. Es wurden in der Tat intensive Gespräche zwischen der Klarinette und den Streichern, die dank des leiseren Tonfalls des Instruments sehr persönliche und auch beherzte, aber nie aggressive Untertöne bekamen. Vor allem der langsame Satz, einer der schönsten von Mozart, war von einer Emotionalität, die man erst mal aushalten muss.