Zu einem besonderen Ja-Wort möchte Künstlerin Maria Heckmann möglichst viele Menschen überreden. Gemeint ist ein Ja zu Hammelburg mitsamt einer kleinen Begründung. Heraus kommen soll eine emotionale Sympathieerklärung für die Saalestadt.
Das Projekt der 61-Jährigen ist ehrgeizig: Sie plant zum 1300-jährigen Bestehen ein 1300-Ja-Buch. Gut 800 Ja-Wörter sind nach ihren bisherigen Aufrufen eingegangen.
Es fehlen also noch etwa 500 Einsendungen, um die angepeilte Zahl an Zitaten zu erreichen. Wer seiner Leidenschaft zu Hammelburg Luft machen möchte, muss sich beeilen. Ende Januar soll nach den bisherigen Planungen Einsendeschluss sein.


Imagekampagne

Vorgelegt für die Zitatensammlung hatte unter anderem Bürgermeister Armin Warmuth. "Ich sage Ja zu Hammelburg. Weil man hier reinen Wein eingeschenkt bekommt", hat er getextet. Zusammen mit einem Foto von Maria Heckmann schlägt sich dieser Slogan mittlerweile auf einem Poster nieder, dass glatt für eine städtische Imagekampagne taugen würde.
Rekordhalter bei den Einsendungen ist die Mittelschule Hammelburg mit 250 Einsendungen. Leo Hofmann aus Windheim hat 100 zumeist gedichtete Sprüche verfasst. Eine Kostprobe: "Weil auf dem Mönchsturm das Storchenpaar - bleibt über den Winter hier sogar. So wird präsent sein Adebar. Wenn anfängt es Jubiläumsjahr."
Häufigste Themen sind: Leckerer Wein, herrliche Landschaft, liebe Menschen, schöne Altstadt, Feste, Freizeit- besonders Sportmöglichkeiten, Ruhe und doch alles, was man braucht. In Dialekt fasst es Helmut Leidner: "Weil ich do dehem bin und weil's effoch schö is, zu wüsse, wu mer hi kört und wu mer har is. Drüm Ja."
Aber es gibt auch ironische Zwischentöne. Sandra Hergenröther schreibt: "Ich liebe Hammelburg, weil ich miterleben möchte, wie der Prinz kommt und die Bahnhofstraße wach küsst." Die Verfasserin der weitgereisteten Postkarte muss wohl im Herbst hier gewesen sein. Eine Lettin schreibt auf Englisch. Sie sagt ja zu Hammelburg, weil es hier oft neblig und das Schloss so schön ist.


Prämierung

Um die 1300-Ja-Wörter zu vollenden, werden weitere Zitate gebraucht. Deswegen ruft Maria Heckmann zur Teilnahme am großen Endspurt auf. Geschmackvoll gestaltete Karten hat sie unter anderem in der Tourist-Information und in der Stadtbücherei ausgelegt. Sie warten darauf, bis Ende Januar ausgefüllt zu werden. Die besten Beiträge werden prämiert.
Schließlich rankt sich auch noch eine Wette um das Projekt. Maria Heckmann hat mit dem Bürgermeister gewettet. Kommt die angestrebte Zahl der Zitate zusammen, will Bürgermeister Armin Warmuth eine Schlenderweinprobe in historischem Kostüm begleiten.
Je nach Rückendeckung durch die Stadt soll es auch ein 1300-Ja-Buch geben. Abrunden will es Maria Heckmann mit eigenen Fotos von Stadt und Landschaft. Wolfgang Dünnebier