Der Evangelische Kirchenbauverein hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Kirche zu bauen. Denn seit es in der Gemeinde die Bundespolizei beziehungsweise ehedem den Bundesgrenzschutz gibt, wuchs auch der Anteil evangelischer Christen stetig.
1968 wurde das Gemeindehaus, später noch ein Glockenturm errichtet. Die Kirche wurde zwar als Provisorium gebaut, hielt sich aber - anders als das baugleiche Bauwerk in Bad Bocklet - bis heute.
2009 hat die Landeskirche einer Außenrenovierung zugestimmt. Dabei wurde das Gebäude komplett neu verputzt, erhielt eine neue Dämmung und Fensterbretter.
Nun soll auch der Innenraum attraktiver gestaltet werden. Neue Stühle und eine neue Ausstattung für die Küche sind angedacht. Die Vorsitzende des Evangelischen Kirchenbauvereins, Susanne Blaßdörfer, sieht die Renovierungsarbeiten allerdings skeptisch: "Unser Verein hätte es gerne gesehen, wenn nicht renoviert werden würde." Die Mitglieder beteiligen sich zwar finanziell an den anfallenden Kosten, streben aber eigentlich einen Neubau der Kirche an.


Zu wenig Platz

Zur Zeit sind die Besucherzahlen der in zweiwöchigem Abstand stattfindenden Gottesdienste sehr gering, und das Gebäude reicht aus. Zu den Festtagen, besonders während der drei Weihnachtsgottesdienste mit über 100 Besuchern, herrscht jedoch Platzmangel. Und das, obwohl der Hauptraum durch einen Nebenraum erweitert werden kann. Gleiches gilt auch für den jährlichen Kinderbibeltag: Zu Spitzenzeiten besuchten rund 70 Kinder aus Oerlenbach und Umgebung dieses Treffen. Aktuell nehmen noch rund 30 Interessierte teil. Die Kirchengemeinde erhofft sich aber einen erneuten Aufschwung.


Viele Veranstaltungen

Außerdem finden in der Friedenskirche regelmäßige Bibelkreise, Kinderkirchen-Vormittage, Chorproben und Orgelunterricht statt. Aufgrund des zeitweise bestehenden Platzmangels wurde eine Holzhütte errichtet. "Die Arche" wurde aus privaten Geldern finanziert, und die Mitglieder des Kirchenbauvereins halfen beim Errichten tatkräftig mit.
Der Verein hofft, der Landeskirche durch sein Engagement und das gesammelte Geld einen Anschub für den Neubau zu geben. Es gibt jedoch keine konkreten Pläne für eine Nachfolgekirche, und der Verein ist auch nicht in Gesprächen mit der Gemeinde. Ein geeigneter Bauplatz ist noch nicht gefunden. Susanne Blaßdörfer betont die lange Dauer eines solchen Vorhabens: "Der Kirchenbauverein in Niederwerrn hat zum Beispiel 50 Jahre bis zum Neubau seiner Kirche gebraucht."


Aktionen des Vereins

"Wir nehmen rund 3000 bis 4000 Euro im Jahr ein", sagt Pfarrer Philipp Klein. Diese setzten sich aus den Mitgliederbeiträgen und Spenden zusammen. Außerdem veranstaltet der Kirchenbauverein ein großes Sommerfest im Mai und einen Adventsbasar. Hier fließt vor allem durch die Bewirtung der rund 200 Gäste und den Verkauf christlicher Literatur und handgefertigter Weihnachtsdekoration Geld in die Kasse. Bei diesen Aktionen zeigt sich der Platzmangel besonders.
Der Kirchenbauverein Oerlenbach hat sich auch einem aktiven Gemeindeleben verschrieben, wie Kirchenbauvereinsmitglied Pfarrer Philipp Klein betont. "Wir möchten neben dem Geldsammeln zum Beispiel auch die Ökumene fördern", sagt der Geistliche. Jule Albert