Die Bürger der Gemeinde Oerlenbach haben entschieden: keine Windkraftanlagen im Gemeindewald Eltingshausen. Beim Bürgerentscheid des Bürgerbegehrens "Wald vor Wind" stimmten zwei Drittel aller Wähler dafür, dass die Gemeinde ihre Pläne über den Haufen wirft. Die wollte ein Waldstück verpachten, um zwei weitere Windkraftanlagen bauen zu lassen. Die Bürgerinitiative feiert jetzt ihren Erfolg.

Als sie ihre Info-Zettel unters Volk brachten und von Tür zu Tür gingen, spürten sie den Rückhalt bereits, meint Edwin Renninger, Sprecher der Bürgerinitiative "Wald vor Wind". Überhaupt nur wegen des vermehrten Widerstands habe die Gruppe zusammengefunden und im Frühjahr die Initiative "Wald vor Wind" gegründet. Vor allem in Eltingshausen, wo jetzt das Ergebnis deutlich gegen die geplanten Anlagen ausfiel, kam den Frauen und Männern viel Zuspruch entgegen. Dass auch die anderen Ortsteile so viel Unterstützung lieferten, hatten sie nicht erwartet, meint Edwin Renninger. "Ich war überrascht - mit so viel Zuspruch hatten wir nicht gerechnet."

Auf einer Fläche von 1,8 Hektar sollten die beiden Windkraftanlagen gebaut werden - so der Plan. Sechs Jahre ist es her, dass die Gemeinde Oerlenbach Verträge mit dem Unternehmen "Energieallianz Bayern" unterschrieben hat. Die wollte insgesamt sechs Windkraftanlagen in der Gemeinde bauen und betreiben. Seit 2016 laufen drei Anlagen auf der Gemarkung Rottershausen. Im nächsten Bauabschnitt sollten jetzt zwei weitere folgen - "mitten im Herzen des Walds", so die Kritik der Gegner. Die befürchteten, dass das "letzte Naherholungsgebiet vor der Haustür" geopfert werden würde. Sie sammelten Unterschriften, installierten Schilder und Plakate. Für viele, die die Stimmung in der Gemeinde beobachteten, war das Ergebnis noch vor der Abstimmung absehbar. "Viele hatten die Befürchtung, dass vieles kaputt geht", sagt Reinhard Landgraf (Überörtliche, Rottershausen). Der Gemeinderat war stets "in einer verfluchten Zwickmühle".