Am Donnerstag, 21. Oktober, öffnet die Off-Road-Messe, auf die Allradbegeisterte, Caravaning-Fans und Neugierige bereits hinfiebern. Am Sonntag ist Joey Kelly (48) zu Gast. Er steht um 12 Uhr in einer Gesprächsrunde auf der Bühne. Danach dürfen Selfies mit dem Star gemacht werden, er wird auch Autogramme geben. Joey Kelly wird von seinen Erfahrungen in der berühmten "Kelly Family" und über seine fast unmenschlich erscheinenden Erfahrungen als Ausdauer- und Extremsportler erzählen. Von einigen persönlichen Reiseerfahrungen, Zielen und seiner eigenen Verbindung zu den Themen Natur und Umweltschutz hat das Multitalent, das sich auch in verschiedenen Projekten sozial engagiert, im nachfolgenden Gespräch berichtet.

Die diesjährige Off-Road-Messe steht unter dem Motto "Mit Abstand. Unerreicht." Was ist ein persönliches Ziel von Ihnen, das Sie noch gerne erreichen möchten?

Joey Kelly: Nächstes Jahr möchte ich an der Panamericana teilnehmen, die von Alaska bis runter ins Feuerland geht. Das sind 23 000 km, über 15 Ländergrenzen hinweg, bis man am Ende in Argentinien ankommt. Das ist ein Kindheitstraum von mir. Man lernt andere Sprachen und Kulturen kennen, und das finde ich sehr schön und interessant. Wir fahren mit einem alten Lkw aus den Sechzigern.

Warum ausgerechnet dieses Gefährt?

Ich mag alte Fahrzeuge, und es stellt einen vor große Herausforderungen: Es wird Pannen geben, und wir werden auch reparieren müssen - wir fahren ja ganz ohne Geld los. Wir müssen dann alles erkämpfen, erarbeiten, erbetteln.

Sie sind sehr viel herumgekommen in der Welt. Die Off-Road-Messe spricht auch "Globetrotter" an - würden Sie sich selbst auch so bezeichnen?

Ja.

Gab es auf einer Ihrer vielen Reisen um den Globus ein Erlebnis, das Sie sehr geprägt hat?

Oh, viele. 2019 beispielsweise bin ich mit meinem Sohn in einem alten VW-Bus von Berlin nach Peking gefahren. In der Mongolei, Sibirien und Kasachstan haben wir viele Bauern getroffen, die sehr bescheiden waren und einfach gelebt haben. Sie waren mit wenig zufrieden und glücklich.

Sie haben auch schon das "Grüne Band" in Deutschland bewandert. Wie wichtig ist Ihnen persönlich der Naturschutz?

Wichtig! Man sollte sich mit Respekt verhalten und bewusst leben. Das "Grüne Band" verläuft ja entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, das sind 1400 km. Man lernt sehr viele Menschen und Zeitzeugen dieser dunklen Trennungsperiode kennen, deren Geschichten einen beeindrucken. Wegen der ehemaligen Grenze - die menschliche Einflussnahme unmöglich machte - , befinden sich dort über 150 Naturschutzgebiete. Die Botanik und die Tierwelt sind da natürlich sehr schön.

Was machen Sie konkret bei sich daheim für den Umweltschutz?

Wir haben einen Bauernhof und lassen da im Moment eine Erdwärmeheizung installieren, damit wir in Zukunft möglichst unabhängig von Gas und Öl sind. Außerdem haben wir eine biologische Kläranlage, die das Abwasser praktisch zu 100 Prozent reinigt, es wird also komplett gefiltert. Wir besitzen auch drei Hektar Wald, in dem der Borkenkäfer leider gewütet hat - deswegen mussten wir die alten Bäume herunterholen. Da die Fläche jetzt frei ist, pflanzen wir dort einen nachhaltigen Mischwald an. So ist die Verbreitung des Borkenkäfers in Zukunft unmöglich. Das sind dann ganz verschiedene Baumarten, z.B. Obstbäume, aber auch Erlen. Man muss hier für die nächste Generation denken. Die Bäume bestehen dann noch 100, 200 Jahre. Auch die Waldtiere haben dann etwas davon. Eine Wasseraufbereitungsanlage sammelt Regenwasser - bis zu 150 000 Liter, die die komplette Anlage idealerweise versorgen können. Dazu bauen wir auch Obst und Gemüse an, und wir halten Hühner, die die Essensreste bekommen. Wir angeln auch ab und an in unserem eigenen Teich, aber nur wenig - wenn es gebraucht werden würde, könnten wir mit dem Fischbestand aber bestimmt eine ganze Armee verköstigen.

Da sind Sie aber gut aufgestellt.

Es ist ein großes Hobby von mir. Wir können hier halb autark leben. Das Ziel ist ein komplett biologischer Hof.

Zurück zur Off-Road-Messe: Es wird zwar auch ein neuer Fokus auf E-Mobilität und Nachhaltigkeit gelegt, trotzdem bleiben die Off-Road-Geländewagen, die gemeinhin als klimaschädlich gelten, die Hauptattraktion. Wie passt das für Sie mit Umweltschutz zusammen?

Es werden neue Fahrzeuge vorgestellt, die eine andere Effizienz und Wertigkeit als ihre Vorgängermodelle haben. Ich denke, es wird überall an der Optimierung für Umweltfreundlichkeit gearbeitet, und ich behaupte, dass alle Menschen, die im Off-Road-Bereich arbeiten, die Natur wertschätzen, naturbewusst sind und für deren Entfaltung arbeiten.