Theresa Mühleck blättert in einem Fotoalbum auf der Suche nach den Bildern, die bei einem Auftritt der Ebenhäuser Kindertanzgruppe geschossen wurden. "Das war im Augustinum, einem Schweinfurter Altenheim", sagt sie und deutet auf die Aufnahmen, auf denen mehrere Mädchen im Grundschulalter in farbenfroher, volkstümlicher Kleidung zu sehen sind. Die Haare sind hochgesteckt und mit Blumen geschmückt. Alle tragen Bluse, dazu Halstuch, Schürze, weiße Strümpfe und schwarze Schuhe.
"Das sind unsere Tanztrachten", sagt die 23-jährige Jugendleiterin des Trachten- und Trachtentanzvereins Ebenhausen. Das Besondere an den Ebenhäuser Trachten sei, dass es sich um Originale handle, die schon vor 100 Jahren von jungen Mädchen bei Plantänzen, etwa zur Kirchweih, getragen wurden. Im Laufe der Zeit haben die Kleidungsstücke ihren Weg von den Dachböden der Ortsansässigen in die Schränke des Vereins gefunden. "Deshalb haben wir viele unterschiedliche und schön bunte Trachten", ergänzt Theresa. Wenn manche Vereine die Trachten nicht im Original besitzen und neu bestellen, sähen diese zu einheitlich aus.

Seit dem Jahr 1999


1999 hatte sich der Verein zum ersten Mal am Ferienprogramm in Oerlenbach beteiligt, seit 2000 ist die Kindertanzgruppe eine feste Einrichtung.
"Momentan kommen zwischen acht bis zehn Mädchen zu den wöchentlichen Treffen", sagt Theresa Mühleck, die mit ihrer Schwester Christina seit der Anfangszeit der Kindergruppe dabei ist. "Wir haben letztes Jahr bei einer Jugendleiterschulung des Bayerischen Trachtenverbands mitgemacht." Mit ihrer Schwester übernimmt Theresa jetzt Verantwortung im Verein.
Auf dem Lehrgang hätten sie viel gelernt, etwa über Elternarbeit oder wie sie mit den Kindern umgehen, wenn das Training einmal nicht so läuft wie gewünscht. "Wenn kein Auftritt ansteht und die Kinder zu aufgedreht sind, dann spielen wir eben etwas mehr", schildert Theresa. Generell funktioniere der Umgang mit den Grundschülern sehr gut. Sie engagiert sich gerne im Verein: "Es macht auch viel Spaß. Vor allem wenn man sieht, wie schnell die Kinder die Tänze lernen und etwas vorführen können."

Neues und Altes gemischt


Die Tanzstunden laufen immer nach demselben Schema ab. Zunächst werden Tänze geübt, die die Kinder schon können, gefolgt von einem, der neu einstudiert wird. "Im Moment üben wir den Schottischen", merkt sie an. Danach wird etwas zur Auflockerung gespielt, bevor es wieder ans Tanzen geht. "Das Tanzen ist nicht so schwer, das lernen die schnell", weiß die Jugendleiterin.
Ein Vorteil volkstümlicher Tänze sei, dass man auf einen Partner angewiesen ist. "Wir schauen immer, dass diejenigen, die einen Tanz schon können, mit denen üben, die ihn noch nicht kennen", sagt sie. Zwar sei es für die Kinder anfangs etwas schwierig, sich auf den Rhythmus und den Partner abzustimmen. Aber ein guter Partner helfe auch viel weiter. "Bei uns geht es schneller, einen Tanz zu lernen als beispielsweise bei der Garde", vergleicht Theresa, die selbst auch Gardemitglied war.
Die achtjährige Ann-Kathrin Gutgesell aus Hain ist seit einem guten halben Jahr in der Gruppe und hat ihren Spaß. Zunächst kann sie sich nicht entscheiden, ob sie die Tänze oder die Trachten am Besten findet. Nach kurzem Überlegen hat sie aber doch noch eine Antwort: "Das Tanzen!"

Die Kindertanzgruppe:
Treffen Immer montags von 17 bis 18 Uhr treffen sich Theresa und Christina Mühleck mit acht bis zehn Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren im Alten Rathaus in Ebenhausen. Jungs können ebenfalls teilnehmen.
Auftritt Die Kindertanzgruppe nimmt pro Jahr an vier bis fünf Auftritten teil. Die Trachten werden vom Verein gestellt. Nächster Termin ist am 2. Adventssonntag am Seniorennachmittag in der Turnhalle.