In den Salons wird's jetzt haarig
Autor: Steffen Standke
LKR Bad Kissingen, Montag, 04. Mai 2020
Lange sechs Wochen mussten die Friseure im Landkreis warten, bis sie ihre Geschäfte wieder eröffnen durften. Dafür stehen sie mächtig im Stress, weil ihnen die Kunden seit Montag die Läden einrennen.
Elf Stunden Öffnungszeit am Tag. Und das vier Wochen lang. Damen- und Herrenfriseur Timo Baier und seine vier Angestellten muten sich ein gewaltiges Arbeitspensum zu, nachdem der Salon in der Bad Kissinger Innenstadt seit Montag wieder öffnen darf. Es gibt viel nachzuholen. Und so erleben die Friseure im Landkreis eine wahre Kundenschwemme.
"Es ist Horror." Baier findet markige Worte, um die Situation nach Wiedereröffnung seines Salons zu schildern. Jeder Kunde wolle "sofort und schnellstmöglich drankommen.
Erfüllen kann Baier, den die meisten in Bad Kissingen als "Fürst Rakoczy" kennen, solche Turbo-Wünsche nicht. "Wir sind die nächsten zwei Wochen ausgebucht." Die Anfragen dafür hat Baier in den vergangenen zwei Wochen telefonisch entgegengenommen.
Jeder, der jetzt anruft, erhält einen Termin, verspricht Baier. "Er muss dann eben ein bisschen warten." Dafür brächten die Leute aber Verständnis auf.
Laufkundschaft nimmt Baier keine. Darf er auch nicht wegen der Beschränkungen, die der Gesetzgeber wiedereröffneten Friseurläden auferlegt. Dazu gehört, dass Stühle minimal 1,5 Meter voneinander entfernt stehen müssen. Kunden und Haarkünstler tragen Maske; nach jeder Behandlung werden Stuhl und Geräte desinfiziert, ein neuer Umhang verwendet.
1#googleAds#100x100Wegen der Auflagen hat Timo Baier seine Preise etwas erhöht. "Aber die 20 bis 30 Prozent, die der Verband vorgeschlagen hat, nehme ich nicht."
Montags stets geschlossen bleibt der "Friseur am Marktplatz" in Zeitlofs. Eigentlich. Denn Inhaberin Nicole Greb weicht diesen und nächsten Montag von dem Prinzip ab. So will sie die Flut an Anfragen bewältigen. Außerdem führt sie zwei "Männer-Samstage" ein. Herren-Haarschnitte lassen sich eher schnell bewältigen; Frauenfrisuren halten wegen der Einwirkzeiten mehr auf. "So gibt es kein Durcheinander. Vor allem können meine Mitarbeiterin und ich parallel arbeiten."