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Hohe Wertschätzung für Siebener


Autor: Arthur Stollberger

Nüdlingen, Montag, 28. Mai 2018

Drei neue Siebener hat Landrat Thomas Bold vereidigt. Zugleich sind einige Siebener für 40- und 25-jährige Tätigkeit geehrt worden.
Unter Führung der Nüdlinger Musikanten zogen die Feldgeschworenen und Ehrengäste bei der Kirchenparade durch den Ort               das Kennzeichen des Feldgeschworenentags, die "Siebenerkrone”, wurde mitgeführt. Foto: Arthur Stollberger


Das angesehene Ehrenamt der Feldgeschworenen wird durch die regelmäßigen Feldgeschworenentage ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Am Sonntag traf sich die Feldgeschworenenvereinigung Bad Kissingen Ost in Nüdlingen zu ihrer Jahrestagung. Traditionell bildete der Besuch des Gottesdienstes und die vorausgehende Kirchenparade den Beginn der Tagung. Die Nüdlinger Musikanten, dirigiert von Christian Metz, spielten auf dem Weg von der Schlossberghalle zur Kirche flotte Marschmusik. Die gut 100 teilnehmenden Feldgeschworenen mit ihrem Kreisobmann Josef Reichert (Weichtungen), sowie zahlreiche Ehrengäste, unter anderem der neue Direktor des Vermessungsamts Albert Köder und Nüdlingens Bürgermeister Harald Hofmann, freuten sich über die umfassenden Vorbereitungen, für die die örtlichen Feldgeschworenen mit Obmann Roland Braun an der Spitze gesorgt hatten. Ins Blickfeld gerückt wurde die begrünte "Siebenerkrone", die die Würde des Ehrenamtes ausdrückte.
Der Dreifaltigkeitsfesttag wurde im Gottesdienst mit dem Fest der Feldgeschworenen verbunden. Liturgiebeauftragte Margot Freidhof wies in ihrer Einführung auf die seit Jahrhunderten bestehenden Aufgaben der "Siebener" hin, die sich heute als Mittler zwischen den Behörden und den Bürgern verstehen. Die Feldgeschworenen leisteten einen wertvollen Dienst an der Gemeinschaft. Das Grenzen setzen im Leben sei eine der wichtigsten Aufgaben, sagte sie. Die weiteren religiösen Handlungen wurden von Pfarrer Dominik Kesina und dem aus Nüdlingen stammenden Franziskanerpater Steffen Behr vorgenommen. 1#googleAds#100x100


Neuvereidigungen

Landrat Thomas Bold wies im Rahmen des Gottesdienstes auf die vielfältigen Arbeiten der Feldgeschworenen hin. Die Aufgaben des Ehrenamts seien im Jahre 1981 durch das Abmarkungsgesetz geregelt worden. Als wichtigste Punkte hob er hervor, dass es darauf ankomme, Grenzen zu setzen, Eigentum zu schützen, Frieden zu stiften und das Siebenergeheimnis zu wahren. Der Landrat fügte hinzu, dass die Feldgeschworenen Zivilcourage zeigen müssten. Er bedankte sich für ihren verantwortungsvollen Dienst an der Gemeinschaft. Er sagte: "Wenn Grenzen nicht bewahrt werden, gerät die Welt aus den Fugen". So aber werde ein Beitrag zum Erhalt der hohen Lebensqualität erbracht.
Als neue Feldgeschworene wurden von Landrat Thomas Bold vereidigt: Andreas Schlembach (Kleinwenkheim), Friedhelm Wenzel (Volkershausen) und Rudolf Volk (Fridritt).
Seinen besonderen Dank für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit übermittelte das Landkreisoberhaupt an Peter Schmitt (Fridritt), Siegfried Faust (Volkershausen) und Siegfried Schmitt (Theinfeld) für 25-jährigen aktiven Dienst. Konrad Back (Althausen) erhielt für seinen 40-jährigen Einsatz eine besondere Ehrung. Kreisobmann Josef Reichert wies darauf hin, dass weitere "40-Jährige" zu Hause besucht würden und ihnen dort die Ehrung übermittelt werde.
Nach dem Gottesdienst bewegten sich die Feldgeschworenen zum Pfarrsaal, wo Kreisobmann Josef Reichert die Tagung eröffnete und Grußworte an die Versammlung gerichtet wurden. Bürgermeister Harald Hofmann sagte den Feldgeschworenen seinen Dank dafür, dass sie "bei Wind und Wetter" ihre Aufgaben erfüllten. Die lebenslange Wahrung des "Siebenergeheimnisses" sei sehr bedeutsam. Die Grenzzeichen seien von Kommune zu Kommune verschieden. Hohe Wertschätzung komme den "Siebenern" zu. Bürgermeister Hofmann überreichte zusammen mit Kreisobmann Reichert den langjährigen Feldgeschworenen als Ergänzung ihrer Urkunden noch Ehrengaben.
Albert Köder, der Leiter des Vermessungsamts Bad Kissingen mit Außenstelle Bad Neustadt überbrachte die Grüße aller Angehörigen seines Amtes und stellte seinen Werdegang umfassend vor. Er wies auf die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung vor allem für die ländlichen Regionen Bayerns hin. Bei den Feldgeschworenen bedankte er sich für die äußerst gute Zusammenarbeit. Sein besonderer Dank galt den Obmännern. Die "Nachwuchs-Feldgeschworenen forderte er auf, ihr Ehrenamt gewissenhaft zu erfüllen und tatkräftig an der Erhaltung der fränkischen Tradition mitzuwirken.
Die enge Verbundenheit zwischen der Arbeit der Feldgeschworenen und der Landwirtschaft drückte Stefan Fella vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Bad Neustadt) aus.
Edgar Thomas, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes und Nüdlingens zweiter Bürgermeister hob nochmals die Bedeutung des Ehrenamts hervor und übermittelte den Feldgeschworenen seinen Dank.