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Helfer organisieren Ausflug nach Fladungen


Autor: Elisabeth Mehn

Ebenhausen, Sonntag, 03. Juni 2018

Der Helferkreis organisiert für die Flüchtlinge, die in Ebenhausen wohnen, eine Exkursion ins Freilandmuseum nach Fladungen.
Die Besucher lernen, wie früher Wäsche gewaschen wurde.  Foto: Michael Völkel


"Weniger planen und mehr leben", dies bezeichnet Michael Völkel vom Helferkreis als Fazit aus seinen Erfahrungen bei der Arbeit mit Flüchtlingen. Er engagiert sich seit mehreren Jahren mit einigen anderen im Helferkreis in Ebenhausen und gibt Deutschunterricht für die Asylbewerber.

Beim Lernen der deutschen Sprache ergeben sich immer wieder Exkurse zur Geschichte, zur Erd- und Heimatkunde, teilweise sogar zur Sozialkunde. So entstand die Idee zu einem Ausflug ins Freilandmuseum nach Fladungen, wo all dies erfahrbar ist. Dadurch könne man den in der Flüchtlingsunterkunft Ebenhausen wohnenden Familien die Möglichkeit geben, bei einem gemeinsamen Ausflug das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Die Anreise ist außerdem kurz und das Museum hat mit seinen zahlreichen Angeboten vor allem für Kinder viel zu bieten. Allerdings mussten die Helfer bei der Planung den muslimischen Fastenmonat Ramadan berücksichtigen. Im Moment leben in der Flüchtlingsunterkunft in Ebenhausen etwa 30 Personen, davon ungefähr die Hälfte im Kindesalter. Verschiedene Nationalitäten wie Afghanen, Armenier, Ukrainer, Tschetschenen, Russen und Somalier sind vertreten.

Nicht nur aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse, sondern auch wegen der unterschiedlichen Gepflogenheiten treten beim Organisieren immer wieder Schwierigkeiten auf. Die einheimischen Helfer haben gelernt, dass man nur mit viel Geduld, wiederholter persönlicher Ansprache und reichlich Toleranz ans Ziel kommt. 1#googleAds#100x100

So machte sich Michael Völkel mit rund 38 Personen im Bus auf den Weg nach Fladungen. Dort konnten die Flüchtlingsfamilien und alle Begleitpersonen über das weitläufige Gelände wandern und viel über die Geschichte lernen. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, an drei verschiedenen Aktionsprogrammen teilzunehmen, die das Museum zum Leben anno 1900 anbietet.

Beim Programm "Sauber - Wäsche waschen um 1900" durften die Besucher selbst Wäsche schrubben und stampfen oder sich beim Rubbeln auf dem Waschbrett verausgaben und ein Bügeleisen ohne Strom bewundern. Das Angebot "Erdäpfel in der Früh - Kochen und Essen vor 1900" gab einen Einblick in die Herstellung von Butter, die die Kinder selbst schlagen durften.

In der alten Dorfschule aus Krausenbach durften Kinder und Erwachsene die kleinen Schulbänke drückten, auf Schiefertafeln schrieben und mit einem Abakus rechneten. Auch alte Erziehungs- und Bestrafungsmethoden wie Knien auf einem Holzscheit wurden von mutigen Versuchspersonen getestet.