Hausen: Ein Versprechen aus der Zeit der Pest
Autor: Werner Eberth
Bad Kissingen, Sonntag, 11. Februar 2018
Bis heute erinnern sich Gläubige an die Pest, die im 14. Jahrhundert in Hausen wütete. Am "Opferdonnerstag" kamen einige zum Bittgang auf den Friedhof.
1568/69 wütete in Hausen, das damals zur Pfarrei Kissingen gehörte, die Pest, wobei die zahlreichen Pestopfer in Kapellenfriedhof Kissingen begraben werden mussten, da Hausen keinen eigenen Friedhof hatte. Die Zahl der Toten in Kissingen ist mit 245 an dem Gedenkstein im Kapellenfriedhof angegeben, die Toten von Hausen sind in dieser Angabe enthalten. Bei einem der Leichentransporte zum Kapellenfriedhof ist schon kurz nach Hausen einer der Pesttoten von dem Pferdefuhrwerk heruntergefallen. Der Überlieferung nach wurden an der Fundstelle die Pestkreuze errichtet.
Zur Erinnerung an die Pestopfern wurde damals gelobt, jährlich am Donnerstag nach Maria Lichtmess eine Wallfahrt zum Kapellenfriedhof zu machen. Der so genannte Opferdonnerstag wurde bis 1961 als Wallfahrt zu Fuß begangen, wegen des zunehmenden Straßenverkehrs wurde unter Pfarrer Carl Hilbert beschlossen, die Wallfahrt aufzugeben. Der Gottesdienst fand in der Pfarrkirche Hausen
statt.
Kein Platz blieb unbesetzt
Als nach 1970 ein Fußweg an der Staatsstraße und ein Wiesenweg an der Saale angelegt wurde, machte der neue Pfarrgemeinderatsvorsitzende Werner Eberth den Vorschlag, die Fußwallfahrt wieder aufzunehmen. Pfarrer Georg Hirschbrich war gegen eine Fußwallfahrt, jedoch für eine Wiederaufnahme der Gedenkmesse in der Kapellenkirche. Auf Rücksprache bei Kardinal Döpfner, der damals mehrere Monate in Hausen wegen der Erkrankung seiner Mutter weilte, hat sich dieser sofort bereit erklärt, dort den Gottesdienst zu übernehmen. Beim Opferdonnerstag 1976 mit Kardinal Döpfner war die Marienkapelle bis auf den letzten Platz gefüllt.Beim Opferdonnerstag 2018, zelebriert von Pfarrvikar Matthias Schmitt, war der Besuch den Wetterverhältnissen entsprechend gering. Niemand blieb anschließend beim herkömmlichen Bittgang um den älteren Teil des alten Friedhofs, gut markiert mit Flammenschalen, fern.