Zwei Feierlichkeiten verwandelten die Ortschaft am Wochenende in ein Fest-Dorf. Die Freiwillige Feuerwehr nahm am Florians-Tag ihr neu erworbenes Versorgungsfahrtzeug in Betrieb, und die Musikvereinigung Machtilshausen beging ihr 40. Gründungsfest.
Ein Gottesdienst eröffnete am Samstagabend die Fahrzeugweihe, zu der Kommandant Gerry Ackerl die Kreisfeuerwehrführung, befreundete Wehren, die Kommunalpolitiker und zahlreiche Gäste willkommen hieß. Dabei dankte er dem Markt für die Unterstützung bei der Beschaffung des Fahrzeugs, das nach Wünschen der Wehr gebaut wurde.
"Wir brauchen das VF 50/1, um das Equipment unterbringen zu können, zum Beispiel das Erste-Hilfe-Hebekissenset, Motorsäge, Stromaggregat sowie das Flutlicht mit Stativ. Ein gut erhaltenes Werks-Fahrzeug aus Schweinfurt, für das die Firma Frey, Funk- und Fahrzeugbau den Umbau übernahm", informierte der Kommandant. Hinzu kam die Restaurierung der Vereinsfahne, die eine Reparatur dringend benötigte, was die Wehr aus eigener Kasse und mit Hilfe der Jagdgenossen finanzierte. Bürgermeister Karlheinz Kickuth unterstrich die Wertschätzung des Rats für die Wehr Machtilshausen. "Mit dem Zusatzfahrzeug ist die Möglichkeit gegeben, die Einsatzleistung zu erhöhen", fügte er hinzu - denn zur Finanzierung gab es durchaus Diskussionen im Ratsgremium, das sich schließlich mehrheitlich hinter die Beschaffung stellte.
Pfarrer Norbert Wahler nahm die Fahrzeugsegnung vor und bat um Gottes Segen für das VF 50/1 und die Menschen, die es nutzen. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mariendorf (Niedersachsen), mit der die Floriansjünger seit vielen Jahren befreundet sind, übergab eine Spende. Den sich anschließenden Festbetrieb schmückten die Musiker aus Langendorf aus.
Nahtlos ging der Florians-Tag am Sonntagmorgen in das Jubiläum der Musikvereinigung Machtilshausen über, die mit zahlreichen Ehrungen aufwartete. Auch hier sprach Kickuth ein Grußwort, in dem er die Vielfalt des Repertoires der heimischen Musiker herausstrich. "Es gehört viel Enthusiasmus dazu, die Musik über 40 Jahre zu pflegen und den Verein aufrechtzuerhalten", vermutete der Bürgermeister. Trotz Veränderungen habe der Musikverein sein Niveau gehalten und eine Grundlage für ein gutes Miteinander geschaffen. Denn mit der Ausbildung und der Kreativität sind auch - besonders für Kinder - Aspekte verbunden, die im Leben hilfreich sein können, so Kickuth.
Namens des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) und der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände (BDMV) nahm die stellvertretende Bundesdirigentin, Tanja Berthold, die Auszeichnungen vor.


Viele Ehrungen

Heraus ragten die Ehrungen für die Musik-"Pioniere", die seit vier Jahrzehnten aktiv in der Musikvereinigung spielen. Dies sind Elke Knüttel, Klaus Schießer, Martin Schmelz und Paul Schmelz. In Würdigung ihrer Verdienste erhielten sie die goldene BDMV-Ehrennadel mit Kranz und Diamant sowie den Ehrenbrief. Die silberne Dirigentennadel für 15-jährige Tätigkeit konnte Paul Schmelz entgegennehmen. Die goldene Verdienstmedaille mit Diamant für 25-jährigen Vorsitz gebührte Martin Schmelz.Die Silbernadel des NBMB für 20 Jahre Musizieren überreichte Berthold an Christoph Thaumüller, mit der Bronzenadel, für zehn Jahre, zeichnete sie Sabine Parker aus. Neulinge sind Karin Thaumüller und Bianca Schmelz, die die grüne Nadel tragen. Christina und Lukas Densch erhalten ihre Auszeichnung nachträglich.
Auch der Musikverein selbst zeichnete seine langjährigen Aktiven aus. Knüttel, Schießer, Martin Schmelz, Paul Schmelz und Paul Zier dankte er mit einer Urkunde und einem Weinpräsent. Felix Koch erhielt die Urkunde für 15 Jahre Musikertätigkeit.
Elke Knüttel gehört zu den Ersten, die in der Kapelle spielte. "Siegfried Schultheis aus Feuerthal kam nach Machtilshausen und hatte die Idee, einen Verein zu gründen. Er spielte viele Instrumente und fand 15 Begeisterte, die er selbst ausbildete", erinnert sie sich. "Ich war zehn Jahre, als ich mit dem Spielen begann, zunächst Querflöte, dann Trompete, Tenorhorn und Euphonium", erzählt Knüttel, die unter den Dirigenten Paul Hartmann und Paul Schmelz ihr musikalisches Wissen und Können erweiterte. Proben fanden in der alten Schule statt, ab 2002 im Gemeindehaus.
Vorsitzender Martin Schmelz würdigte abschließend die Mitglieder, die seit 25 und seit 40 Jahren der Musikvereinigung die Treue halten, mit einer Urkunde und einem Bocksbeutel.
Mit dem Musikverein Schönderling, einem Sternmarsch befreundeter Kapellen und den Musikanten aus Frankenbrunn klang das Fest aus.