Drei Schichten für Besucher, Armbänder für Schwimmer und nur kalte Duschen: Mit einem neuen Hygiene-Konzept eröffnet das Hammelburger Freibad am Freitag, 26. Juni, seine Pforten. Seit 2. Juni bereiten die Stadtwerke die Eröffnung vor - erschwert durch ständig neue Bestimmungen zum Infektionsschutz. Bis vergangene Woche plante das Team um Betriebsleiter Edgar Beck noch mit nur 120 Besuchern, die nur zwei Stunden hätten bleiben können. Aktuell sind 400 Besucher für die 28 000 Quadratmeter große Liegewiese zugelassen, davon dürfen 120 gleichzeitig ins rund 1300 Quadratmeter große Schwimmer-Becken. Das 90 Quadratmeter große Planschbecken wird für neun Kinder gleichzeitig geöffnet. "Wir fahren auf Sicht, das kann sich jederzeit noch ändern", betont Stadtwerke-Geschäftsführerin Anja Binder.

Wie alle anderen Bäder im Freistaat musste auch das Hammelburger Saaletalbad am 17. März schließen. Hallenbad und Saunalandschaft bleiben auch bis Mitte September zu, denn: "Wir brauchen unser Personal hier im Freibad", verweist Geschäftsführerin Anja Binder auf das Hygiene-Konzept. Im März bauten die 28 Mitarbeiter des Saaletalbads zunächst Überstunden ab, reinigten das Bad, fuhren den Betrieb runter und nutzten die Zeit für Reparaturen. Ende April mussten die meisten dann in Kurzarbeit, nur wenige blieben, um täglich Rohre zu spülen oder Filter zu reinigen.

Als die Staatsregierung Ende Mai die Öffnung von Freibädern ankündigte, wurden Kollegen zurückgeholt, um die Freibad-Saison 2020 vorzubereiten: Seit 2. Juni werden Wege für die Besucher markiert, die Becken gereinigt und der Rasen gemäht. Außerdem ist ein Online-Meldesystem auf www.saaletalbad.de vorbereitet, denn: Wer ins Schwimmbad will, muss seine Personalien hinterlegen, damit im Falle einer Infektion alle Badegäste verständigt werden können. "Wir wollen alles so einfach wie möglich halten", betont Binder: Wer keinen Internet-Zugang hat, kann auch an die Kasse kommen - allerdings mit Wartezeit und ohne Garantie auf freie Plätze an heißen Tagen.

Geöffnet ist das Freibad nach dem jüngsten Konzept in drei Etappen: Zunächst von 9 bis 12 Uhr, dann von 12.30 bis 16.30 Uhr und schließlich von 17 bis 20 Uhr. Die Pausen nutzt das Personal jeweils zum Desinfizieren und Reinigen. Betriebsleiter Beck stellt auch klar, dass es kein Verbot gibt, sich neu anzustellen: Wer möchte, kann auch alle drei Zeiten nutzen, muss allerdings jedes Mal neu Eintritt zahlen. Der Eintrittspreis bleibt konstant, wird also weder wegen der Zeitbeschränkung gesenkt, noch wegen des höhren Personalaufwands erhöht: 3,50 Euro pro Intervall für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder und Jugendliche, ein Euro für Vier- und Fünfjährige. Jüngere Kinder sind kostenfrei, müssen allerdings trotzdem angemeldet werden, weil sie von der maximalen Besucherzahl abgezogen werden müssen. Wie auch im Bad Kissinger Terrassenbad gibt es heuer keine Saison- oder Rabatt-Karten sowie Vergünstigungen für Abendstunden.

Das Freibad trotz Corona-Auflagen zu öffnen, hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke bereits im Mai beschlossen. Der Bauausschuss des Stadtrates hatte in der vergangenen Woche auch einem möglicherweise bis zu 150 000 Euro höherem Defizit zugestimmt. "Wir können die Stadtwerke nicht im Regen stehen lassen", verwies CSU-Stadtrat Patrick Bindrum darauf, dass die Stadt schließlich auch die Öffnung des Freibades wolle. Die Räte waren sich einig, dass ein geöffnetes Freibad gerade heuer wichtig sei, weil viele Menschen aus der Region nicht in den Süden fliegen können.

Auf das ein oder andere müssen die Badegäste aber trotzdem verzichten: "Der Sprungturm bleibt zu", nennt Betriebsleiter Beck als Beispiel. Stattdessen werde die Wasserfläche darunter für Schwimmer genutzt. Auch die Duschen bleiben abgeschlossen, lediglich die Kaltwasser-Duschen an den Becken sind an. Das Beach-Volleyball-Feld ist bis bis auf Weiteres dem Vereinstraining vorbehalten und die Rutsche werde "je nach Frequenz" geöffnet. Natürlich seien die Toiletten und die Außen-Umkleiden zugänglich.