"Pflicht ist dies gewissermaßen, dass ein Volk, das menschlich ist, trotz des schnellen Vorwärtsrasens seine Alten nicht vergisst", verkündeten die Zimmerleute Alexander Schlereth, Vorarbeiter der Baustelle, und Daniel Wehner beim Richtspruch zum Richtfest am neuen Seniorenhaus "Thulbatal". Danach zerschellte traditionell das Weinglas in der Tiefe der Baugrube. Dazu Schlereth: "Ganz in Scherben soll's zerspringen! Jeder Splitter möge dann auch recht viel Glück dem Hause bringen. So will es des Handwerks Brauch!"
Zuvor konnte der Bauherr Albrecht Eyrich-Halbig viele Gäste willkommen heißen. Er ging in seiner Begrüßungsansprache auch kurz auf den Verlauf des Bauvorhabens ein. 2010 war es als er das alte Sägewerk abbrechen ließ. Die Frage war nun, was passiert mit dem brachen Gelände in der Quellenstraße. In Gesprächen mit der Marktgemeinde kam auch der Wunsch nach einem Seniorenhaus in Oberthulba zur Sprache.

40 Plätze geplant

Architekt Stefan Buttler erstellte Pläne, die Grundlage für zahlreiche Gespräche mit Gemeinde, Landratsamt und der Bank waren. 40 Plätze sollte das Seniorenheim bekommen. Anfang Mai wurden die Pläne genehmigt. Im Juni rückten die Baumaschinen an. Zügig ging es mit dem Bau durch die Firma Eyrich-Halbig weiter.
"Vor Weihnachten haben wir es geschafft, das Dach dicht zu bringen. Wir mussten schon kräftig aufs Gas treten, damit wir das geschafft haben", informierte der Geschäftsführer der Holzbaufirma, Michael Eyrich-Halbig. Inzwischen habe der Innenausbau begonnen und "wir liegen gut im Zeitplan". Die Fertigstellung ist für Mai 2015 vorgesehen.
Man sei froh, dass alles ohne Unfall über die Bühne ging . Albrecht Eyrich-Halbig betonte: "Es war immer unser Bestreben, Firmen aus der Nähe mit einzubeziehen, denn wichtig ist uns ein schneller Einsatz". Er dankte den Nachbarn, die ohne Klagen manchen Lärm und Staub geduldig ertragen haben.

Zufriedene Gemeinde

Ein sichtlich zufriedener Bürgermeister Gotthard Schlereth sprach von einem wichtigen Tag für die Marktgemeinde. Er dankte für die vielen positiven Gespräche mit dem Landkreis und der Carl von Heß'schen Sozialstiftung, die letztlich dieses Seniorenwohnheim ermöglicht haben. "Eine solche Einrichtung wie sie hier entsteht, wird in vielen Gemeinde gewünscht, das zeigen auch die Umfragen des Landkreises bei den Kreisbürgern. Es ist einfach so, dass die Bevölkerung gerne in der gewohnten Umgebung bleiben möchte. Das Werk kann sich sehen lassen", so Schlereth.
Für das bis dato gelungene Projekt hatte er ein Präsent für den zukünftigen Betreiber, die Carl von Heß'schen Stiftung mit deren Vorstand Marco Schäfer, mitgebracht. "Der Eisvogel macht sich bei uns heimisch und fühlt sich wieder wohl. Das Präsent, ein Eisvogelnistkasten, soll symbolisch dafür stehen, dass sich auch die späteren Bewohner dieses Heimes immer wohl fühlen in der Anlage", erläuterte der Bürgermeister.

Zimmer und Wohnungen

Voll des Lobes war auch Landrat Thomas Bold, der auch Vorsitzender der Stiftung ist. Entstehen werden auf diesem 15 000 Quadratmeter großen Areal in der Quellenstraße in Oberthulba 34 großzügige und barrierefreie Einzel- und vier Doppelzimmer, die nach der Fertigstellung im Mai 2015 die Hammelburger Stiftung übernimmt. Ferner entsteht in direkter Nachbarschaft ein Neubau mit sieben seniorengerechten Apartments des "Service-Wohnens". Bold betonte, das es zwar im Landkreis Bad Kissingen ein gutes Angebot an Pflegeplätzen gebe, doch im Bereich Hammelburg/Oberthulba wäre ein Ausbau wünschenswert, Dies sei für den Markt Oberthulba im Jahr 2012 auch der Grund gewesen mit der Carl von Heß'schen Sozialstiftung in Kontakt zu treten und mit der Oskar Eyrich KG sei ein Bauherr für ein solches Projekt gefunden worden. "In dieses Projekt sind viele Grünflächen eingebunden. So haben die zukünftigen Bewohner viele Möglichkeiten mitten im Dorf die Natur zu genießen, ganz nach dem Motto - natürlich zuhause fühlen", freute sich der Landrat.
Im Anschluss konnten die zahlreichen Gäste, das Projekt, bei dem der Innenausbau voll im Gange ist, besichtigen. Wie Albrecht Eyrich-Halbig informierte laufen ab dieser Woche bereits die Heizungen und der Estrich kann eingebracht werden. Mit dem Ausbau soll es zügig weitergehen.