"Ja klar, sind wir ein bisschen enttäuscht, natürlich wünscht man sich Gold", sagt Fuchsstadts Bürgermeister René Gerner in einer ersten spontanen Stellungnahme nachdem sich die erste Aufregung etwas gelegt hat. Aber: "Wir können auch mit Silber leben", schließlich habe man zwei wunderschöne Tage bei Bezirks- und Landesentscheid gehabt. Er freut sich, dass die Dorfgemeinschaft so gut funktioniert hat.

Wie Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber nach der Entscheidung der Jury in München mitteilte, gehen die Goldmedaillen an Huglfing (Lkr. Weilheim-Schongau), Meinheim (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) und Zedtwitz (Gemeinde Feilitzsch, Lkr. Hof). Die drei Golddörfer werden Bayern im nächsten Jahr beim Bundesentscheid vertreten.

Sieben Dörfer erhalten eine Silbermedaille. Neben Fuchsstadt sind dies Auernhofen, Bodenwöhr, Ehingen am Reis, Kollnburg, Mitwitz und Thurnau. Fünf weitere werden mit Bronze ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um Jägerwirth, Kehlbach, Schönberg, Schorndorf und Wipfeld. Darüber hinaus werden fünf Sonderpreise verliehen an Kehlbach, Bodenwöhr, Auernhofen, den Markt Thurnau und Kollnburg.

Preisverleihung am 29. Oktober

Unter dem Motto "Mitmachen. Dabei sein. Gewinnen!" haben seit dem Start der Wettbewerbsrunde 2019 alle teilnehmenden Gemeinden ein außergewöhnliches Engagement gezeigt, um ihre Dörfer fit für die Zukunft zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Ministerin wird allen 15 Siegerdörfern ihre Preise am 29. Oktober in Veitshöchheim bei der Abschlussfeier überreichen.

Sie gratulierte allen ausgezeichneten Dörfern: "Das ist die verdiente Würdigung Ihres außerordentlichen Einsatzes für Ihre und unsere Heimat. Ich danke aber auch allen Teilnehmern, die von Beginn an dabei waren und die mithelfen, unser Land und unsere Dörfer so lebenswert zu machen. Die Corona-Krise hat uns deutlich gezeigt, wie wichtig die Gemeinschaft und das Miteinander in den Dörfern ist."

168 Dörfer im Wettstreit

Die Landesbewertungskommission mit Fachleuten aus Verbänden, Institutionen und Kommunen hatte die Siegerdörfer aus allen Regierungsbezirken zuvor intensiv begutachtet. Insgesamt hatten sich am Wettbewerb, der alle drei Jahre stattfindet, 168 Dörfer aus dem Freistaat beteiligt. Aufgrund der Pandemie musste der Wettbewerb auf Bezirks- und Landesebene zweimal verschoben werden.

Der Dorfwettbewerb ist nach Kanibers Worten "die bedeutendste Bürgerinitiative Bayerns", die seit Jahrzehnten wirkungsvoll dazu beitrage, die Lebensqualität in den Gemeinden zu verbessern. In mehr als 50 Jahren haben sich weit über 27.000 bayerische Dörfer daran beteiligt.

Während in den ersten Jahren seit 1961 der Wettbewerb noch von der Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds der Dörfer geprägt wurde, liegen die Schwerpunkte heute auf den Themen Nachhaltige Entwicklungskonzepte, Zusammenarbeit im sozialen und kulturellen Bereich, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung sowie Ökologie und wirtschaftliche Initiativen. Mehr Infos unter www.dorfwettbewerb.bayern.de.red