Vollgepackt mit Sachspenden fahren noch immer beinahe täglich unzählige Transporter an die ukrainische Grenze, um die Menschen dort zu unterstützen. Neben Kleidung, Hygieneartikeln und technischer Ausstattung werden vor allem Lebensmittel in den Flüchtlingslagern gebraucht. Die Lieferung frischer, schnell verderblicher Nahrungsmittel ist allerdings nicht immer möglich. Demnach ist die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Brot nur schwer zu bewerkstelligen. Aber: Der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk organisierte nun bereits zum dritten Mal einen Hilfskonvoi, vollbeladen mit Broten. Auch die Mitglieder der Bäckerinnung Bad Kissingen-Rhön Grabfeld beteiligten sich schon zum zweiten Mal mit einer beachtlichen Summe an Backstücken.

Am Donnerstag, 26. Mai, wurden die Brote von einer Sammelstelle in Elisabethszell aus an die polnische Grenze gebracht. In der Region sammelten die Brote Walter Emmert aus Hammelburg und Tony Hesselbach aus Sulzthal ein und fuhren diese anschließend an den Treffpunkt. "Bis die Brote am Ziel angekommen sind, dauert es zwischen fünf und sechs Tagen", weiß Bäckermeister Klaus Kemmer aus Ramsthal. Gebacken werden müssen die Brote also bereits einige Tage früher. Er und seine Bäckerkollegen begannen bereits am Montag mit dem Backen. Die Haltbarkeit der verderblichen Ware wird durch ein spezielles Sterilisationsverfahren gewährleistet, dass die Bäcker vor Ort in ihren Backstuben mithilfe spezieller Tüten durchführen. Bedeutet: Nach dem Backen und Auskühlen werden die Brote bei ungefähr 110 Grad, eingepackt in den Beuteln, erneut rund 80 min gebacken. "Dies ist der Zeitraum, den es braucht, damit alles keimfrei ist", erklärt der stellvertretende Obermeister der Innung Heribert Hedrich.

Bei der letzten Aktion beteiligten sich fünf Betriebe der Bäckerinnung Bad Kissingen-Rhön-Grabfeld an dem Hilfskonvoi und auch dieses Mal nahmen wieder einige der Bäckereibetriebe teil. Bei der ersten Spendenaktion kamen so um die 1000 Brote zusammen. "Jeder macht das, was er kann", verdeutlicht der Ramsthaler. Im Schnitt stelle jeder zwischen 50 und 200 Brote zur Verfügung. "Es ist eine großartige Sache, dass wir beim letzten Mal so viel zusammengebracht haben", freut er sich. Auch der Obermeister der Innung Ullrich Amthor ist positiv: "Dieses Mal werden wir uns mit noch wesentlich mehr Broten an der Aktion beteiligen können. Auf jeden Fall 1500, vielleicht sogar mit knapp 2000."

Der zweiten Spendenaktion angeschlossen haben sich insgesamt acht der 24 Innungsbetriebe. Zusammengekommen sind so am Ende knapp 2000 Kilo Brot die zusammen mit einer Sachspende von mehreren 100 Litern Apfelsaft des Biohof Brand aus Aura vergangenen Donnerstag an die Ukrainer übergeben werden konnten. Federführender Organisator in der Region war sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Aktion, der Bäckermeister Martin Karch aus Eltingshausen.

Großer Zusammenhalt

Dass die ganze Aktion ohne Konkurrenzdenken abläuft, freut den Ramsthaler Bäcker besonders. Und auch die Tatsache, dass sich in der Region viele kleine Bäckereibetriebe beteiligten, macht die Summe der Brote beachtlich. "Es ist eine Beteiligung von vielen, bei der jeder seinen Bestes gibt", verdeutlicht Hedrich. Der gesamten Innung geht die Situation in der Ukraine sehr nah und man wolle so seinen Teil dazu beitragen, den Menschen vor Ort zu helfen. Erneute Hilfskonvois sind für die Zukunft nicht ausgeschlossen.