Das Floß des "Saale-Musicums", das sich aktuell auf "großer Fahrt" befindet, landete am Ufer des Stadtteils. Westheim präsentierte die Veranstaltung im Zeichen seines vor zwei Jahrzehnten erbauten Pfarrheims und versah das Highlight mit zum Anlass passende Musikliteratur und Liedgut.
Vielgestaltigkeit - von der Gregorianik bis zum Neuen Geistlichen Lied - zeigte den Wandel der Kirchenmusik in der Kirche St. Peter und Paul. Stadtkantor Dieter Blum eröffnete die Reihe mit Orgelkompositionen von Frescobaldi wie zum Beispiel "Toccata", Werken von Johann Georg Albrechtsberger und Johann Sebastian Bach sowie einer selbst kreierten Partita über den Choral "Lobet den Herrn".


Pop und Gospel

Von Monika Horcher moderiert, stellte sich im Anschluss "Chorisma" aus Hausen unter Leitung von Antje Kopp vor, der - besetzt mit 22 jungen Frauen und Mädchen - der modernen geistlichen Musik, Pop und dem Gospel huldigte. "One of us" von Joan Osborne sei hier als Beispiel genannt. Meditative Gedanken unter dem Leitfaden "Manches ändert sich nie", inszeniert und begleitet auf der Mundharmonika vom heimischen Gottesdienstbeauftragten Joachim Volpert, gaben der Darbietung eine nachdenkliche, aber auch persönliche Note.
Natürlich durfte der heimische Chor-Act bei diesem Event nicht fehlen. Unter der Leitung von Rudolf Wurm steuerten die Westheimer Frauen zwei Parts bei, die auf moderner wie traditioneller, geistlicher Musik basierten, Lieder wie der Benediktinische Abendsegen oder Gesänge aus Taizé. Dann setzte sich das Saale-Musicums im Pfarrhof fort. Kuno Holzheimer, Künstlerischer Leiter der Musikakademie Hammelburg, der im vorigen Jahr die Stabführung der Musikreise übernahm, erinnerte daran, dass die mehr als sechs Wochen dauernde Veranstaltung "nicht nur Bier, Bratwurst und Blasmusik bedeutet", sondern die Vielfalt der Heimat und die Besonderheiten der Saaletalgemeinden ins Licht rücken soll.
Mit der Übergabe des Floßes - das Symbol für die Musikfahrt entlang der Saale - an die Westheimer Organisatorin Monika Horcher lud er zu weiteren Konzerten und besonders nach Gemünden ein, wo die 13. Auflage der Musikreihe im August endet. Elmar Volpert, Mitglied der Kirchenverwaltung, griff den 20. Jahrestag des damals heiß diskutierten Pfarrheimbaus auf. Er dankte den Erbauern, die er um weitere Unterstützung bat. Die Realisierung dieses zentralen Treffs im Stadtteil verdanke Westheim nicht zuletzt zahlreichen Helfern, Freiwilligen und Vereinen, die sich seinerzeit einbrachten. Andrea Bräunig wies auf die Schautafeln und ein Video von der Eröffnung im Pfarrheim hin, das die Aktivitäten und die Fertigstellung widerspiegelt.
"Project Heaven", die Jugendgottesdienst-Band der Pfarreiengemeinschaft "Saalekreuz", begleitete die erfreulich vielen Besucher in die Abendstunden. Die aus drei jungen Frauen und zwei Jung-Männern besetzte Musikgruppe, gründete sich schon vor zehn Jahren, wurde aber 2015 neu formiert. Bianca Roth, Lisa und Sarah Gerlach, Lorenz Böhle und Daniel Dittmeier unterhielten die Gäste mit neuen geistlichen Liedern und Gospel-Pop im Stil von Judy Bailey, die schon bei zwei Live-Auftritten in der Pfarrkirche St. Michael in Hammelburg zu hören waren.