Eine unterfränkische "Copacabana" am Saalestrand wird es im Markt nicht geben. Die Vorstellungsplanung des Architektenbüros arc.grün aus Kitzingen zur Gestaltung der Saalewiesen zwischen den beiden Euerdorfer Brücken beurteilte der Gemeinderat als zu üppig und zu kostenintensiv.
Ausgestattet mit einem 100 Meter langen und bis zu sieben Meter breiten Sandstrand, einer Kanu-Anlegestelle, Grillplatz, Tretbecken, rund 60 Bäumen, Aussichtsbereich, Tischtennisplatten sowie zehn Liegen aus Holzelementen, Hängematten, einer Bank- und Tischkombinationen ist das zwar ein verlockendes Angebot, aber dem Rat mit einer Brutto-Kostensumme von 380 000 Euro einfach zu teuer. Wie Ralph Schäffner vom Büro arc.grün einräumte, sind umfangreiche Bodenarbeiten für etwa 6500 Quadratmeter Rasenfläche und die Ufergestaltung sowie die Möblierung des Geländes zwischen der alten und der neuen Saalebrücke die größten Kostentreiber. "Wir wollten nicht nur ein kleines bisschen, sondern eine große Planung schaffen", bestätigte er.
"Wir haben uns die Situation angeschaut und uns gefragt: Brauchen wir eine Freizeitanlage in diesem Umfang und zu diesem Preis?" stellte Bürgermeisterin Patrizia Schießer fest, bestätigend, dass Kinder und Jugendliche und sogar Landwirte einer Veränderung dieses Saaleufer-Stücks positiv gegenüber stehen.


Zahlreiche Fragen

Augenscheinlich teilen auch die Räte diese Meinung, was Kosten und die vielgestaltige, kleinteilige Ausstattung betrifft. Hinzu kamen zahlreiche Fragen, Meinungen und Einwände aus dem Gremium. So glaubt Dietmar Büchner, "dass Euerdorf solch ein Projekt im Moment nicht braucht. Ein Sandstrand ist das Maß der Dinge. Die Kostenvorstellungen teile ich nicht", begründete er.
Tierfreund Elmar Hofmann sorgte sich um Enten und Schwäne, die dort vertrieben werden könnten, wobei dieser Aspekt noch eine andere Variante beinhaltet, nämlich die Verschmutzung der Anlagen durch die Wasservögel, die sich wohl in der Nähe ansiedeln. Gisela Bergel lehnte die zahlreichen befestigten Flächen ab und brachte Bedenken gegen die Uferbefestigung vor.
Die Bepflanzung bewertete Vize-Bürgermeister Klaus Kaufmann positiv, er wandte sich aber gegen eine Übermöblierung. Eine Veränderung der Fließsituation der Saale in diesem Teilstück - Hofmann sprach von einem "leichten Prallhang" - könnte nach Auffassung des Gemeinderats teure Reparaturfolgen nach ziehen.
Der Planer und die Versammelten kamen überein, dass grundsätzliches Einverständnis bestehe, jedoch eine Trennung zwischen Strand und Kanu-Anlegestelle bestehen und das Projekt nicht so üppig ausfallen soll. Schäffner überprüft die Planung erneut und reduziert sie.
Maßnahmen im Rahmen der "Sozialen Stadt" sind künftig in die Hände des Bundesprogramms gelegt, berichtete Verwaltungsleiter Unsleber. Der Rat beschloss einstimmig die Festlegung des in Frage kommenden Gebiets. Die von Architekt Bernd Müller vorgelegten Stellungsnahmen von Trägern öffentlicher Belange zur Sanierungssatzung nahm das Gremium zur Kenntnis, gegebenenfalls werden sie in die Satzung eingearbeitet.
Bürgermeisterin Schießer informierte den Rat über die vorliegende Genehmigung zum Rathausbau. Gemeinderat Hofmann kritisierte die von ihm beobachtete Gartenbewässerung in der "Breet". Im Markt, der unter akuter Wassernot leidet, sollte mit dem kostbaren Nass sparsam umgegangen werden.