Nach dem Grundsatz-Beschluss für drei neue Feuerwehrhäuser im Stadtgebiet im Frühjahr hat sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit den konkreten Plänen beschäftigt. Architekt Thomas Ruser berichtete, dass das Feuerwehr-Haus in Gauaschach fertig geplant ist, Obererthal sei weitgehend abgeschlossen, in Obereschenbach steht zumindest das Konzept. Schnell klar wurde, dass die veranschlagten Baukosten von jeweils 600 000 Euro nicht reichen werden: Die Stadt wird wohl mindestens drei Millionen Euro in die Hand nehmen müssen.

In Gauaschach ist alleine das Gebäude mit 873 000 Euro veranschlagt. Weil das Grundstück mit einem Gefälle von 1,70 Metern nicht ideal sei, hat das Büro Ruser für die Außenanlage 228 000 Euro veranschlagt, hinzu kommen 50 000 Euro für Einrichtung und 15 000 Euro für Erschließung. Mit Nebenkosten schätzt Ruser die Gesamtkosten auf 1,24 Millionen Euro.

"Keine Luxus-Variante"

"Wir haben immer die Mindestanforderungen zu Grunde gelegt, das ist keine Luxus-Variante", stellte Architekt Ruser klar. Auf 359 Quadratmetern Nutzfläche sind zwei Stellplätze für ein Löschfahrzeug und einen Mannschaftswagen, 52 Spinde für Männer, zwölf für Frauen, Werkstatt, Technik und ein Schulungsraum untergebracht. "Das war nicht unser Wunsch-Grundstück", stellte HAB-Stadtrat Edmund Schaupp erneut klar. Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) bezeichnete das Areal neben dem Sportplatz als "einzig umsetzbaren Standort". Stadtbaumeister Detlef Mohr verwies darauf, dass das Landratsamt alle anderen Varianten verworfen habe. Immerhin sei das Projekt an dieser Stelle auch ohne Bebauungsplan möglich: "Das erleichtert uns die Umsetzung", sagte Mohr.

Offen blieb in der Beratung, ob die Wiese unterhalb des Grundstücks der Stadt gehört. Wenn ja, würde das aus Rusers Sicht die Planung erheblich erleichtern. Ansonsten müssten die Einsatzkräfte möglicherweise die Stellplätze des Sportplatzes nutzen. Weil rund ums Feuerwehrhaus 300 Quadratmeter gepflastert werden sollen, plant Architekt Thomas Ruser mit begrünten Flachdächern für alle eingeschossigen Teile. Lediglich auf die Fahrzeughalle soll ein Ziegeldach mit Photovoltaikanlage. Zum Heizen ist ein Gas-Anschluss geplant.

Zum Teil unterkellert

In Obererthal kommt das neue Feuerwehrhaus direkt neben den Dorfplatz. "Dort haben wir den großen Vorteil, dass wir keine Parkplätze brauchen", sagte Ruser. Vor Ort hätten er und seine Mitarbeiter zunächst den Grenzpunkt für die Ortsdurchfahrt gesucht, weil außerhalb ein Abstand von 20 Metern zur Straße notwendig gewesen wäre. Innerhalb reichen zehn Meter. Wegen des Hangs muss ein Teil des Gebäudes zweigeschossig sein, sagte Ruser: Die Halle für ein Fahrzeug, Umkleiden, Werkstatt und Büro sind oben, der 69 Quadratmeter große Schulungsraum einen Stock tiefer. Insgesamt sind 351 Quadratmeter Nutzfläche geplant, der Baukörper werde aber wegen der kleineren Fahrzeughalle deutlich günstiger als in Gauaschach: 654 000 Euro. Auch der Außenbereich fällt mit 131 000 Euro günstiger aus. Insgesamt soll das Feuerwehrhaus Obererthal 960 000 Euro kosten.

In Obereschenbach wurde laut Ruser schnell klar, dass die bestehende Raiffeisenhalle nicht erhalten werden kann. "Das hat keinen Sinn", verwies er auf die Untersuchung der Fundamente vor Ort. Außerdem sei es sehr eng in der Raiffeisengasse im Altort, deshalb sollen zusätzliche Stellplätze geschaffen werden. Geplant ist, die Raiffeisenhalle neben dem bereits ausgebauten Schulungsraum abzureißen und das Satteldach des bestehenden Gebäudes fortzuführen. Ein Problem sei, dass die Raiffeisenbank die Abstandsfläche eines Nachbarn übernommen habe. Dort darf nicht gebaut werden. Nach einer ersten Schätzung rechnet das Büro Ruser mit 75 000 Euro für den Abriss, rund 540 000 Euro für den Neubau, 75 000 Euro für die Außenanlage und 25 000 Euro für die Einrichtung. Mit Nebenkosten kommen also rund 840 000 Euro zusammen.

Auf Nachfrage kündigte Bürgermeister Warmuth an, dass die Nutzung der Halle bald gekündigt wird. Aktuell sei der Angelsportverein Mieter, habe die Räume allerdings vermutlich untervermietet. Nachdem es keine Einwände im Stadtrat gab, sagte Stadtbaumeister Mohr, dass nun die Pläne der Regierung von Unterfranken vorgelegt werden, um die Höhe der Zuschüsse abzuklären.