Gerade ist der Handwerker bei Maria Rinecker. Er muss im ersten Stock ihres historischen Gebäudes neue Stromleitungen verlegen. Schließlich sollen Maria Rineckers Bilder gut ausgeleuchtet werden. Denn sie öffnet ihr Rinecker Haus am 2. Juni für die Hammelburger Kunstnacht. Besucher können dabei schon einen Eindruck gewinnen, was Rinecker in ihrem Haus künftig so alles vorhat. Aber es stehen auch noch drei weitere ungewöhnliche Ausstellungsorte offen.

So verwandelt sich das frühere Hammelburger Kaufhaus erneut zur Galerie - wohl zum letzten Mal, denn das Gebäude soll für Stadtbibliothek und Touristinfo umgebaut werden. Mit der Ausstellung "Stille Post" ist es der Dreh- und Angelpunkt der Kunstnacht. Im Vergleich zum Vorjahr wird dort diesmal nur ein kleinerer Teil der Räumlichkeiten genutzt.

Die Kunstnacht findet zum zweiten Mal statt. "Kunst vereint", der lockere Zusammenschluss von Hammelburger Kunstschaffenden, will die Veranstaltung mit Unterstützung der Stadt fest etablieren. "Es soll so etwas wie das Höflesfest sein, nur eben auf Kunst basierend", sagt Maria Rinecker.

Eine solche Veranstaltung habe in Hammelburg gefehlt. Schließlich gebe es viele Kunstbegeisterte und auch viele, die gerne Kunst machen, meint Rinecker. Sie hofft, dass Hammelburg ein Anziehungspunkt für Künstler wird. In Bad Kissingen zum Beispiel lockere sich die Künstlergruppe auf.

Maria Rinecker stellt in ihrem Haus ihre eigenen Bilder aus: Es sind kleine Acryl-Arbeiten. Die Malereien sind aus Farbklecksen entstanden, erklärt Maria Rinecker. Diese hat sie zu abstrakten Mustern ausgeschmückt.

Mit der Präsentation will sie zugleich andeuten, wie sie das historische Gebäude umbauen will: Im ersten Stock plant Maria Rinecker für sich feste Galerieräume einzurichten. Neben den Bildern werden bei der Kunstnacht Hinweistafeln darüber informieren, wo zum Beispiel Wanddurchbrüche angedacht sind.

Zum Rinecker Haus, einem der ältesten Gebäude in der Stadt, und dem früheren Kaufhaus kommen noch zwei weitere Ausstellungsorte dazu. "Nostalgie der Altstadt" präsentiert Konrad Albert am alten Feuerwehrhaus. Er porträtiert außerdem Besucher und spielt seine Akordeon-Stücke.

Mit dem Schlossgarten am Kellereischloss gibt es eine Ausstellungsfläche unter freiem Himmel. In die Gartenlandschaft werden sich die lebensgroßen Tonfiguren der Würzburger Bildhauerin Hilde Würtheim wie selbstverständlich einfügen. An allen vier Orten ist Musik zu hören. Im Rinecker Haus gibt Reiner Stein eine literarische Kostprobe aus den Werken der Gebrüder Schnack. Ein Teil der Kunst überdauert die Veranstaltung. Die Ausstellung im Kaufhaus ist bis Juli zu sehen. Die Tonfiguren bleiben sogar noch etwas länger im Schlossgarten stehen.


Die Kunstnacht findet von 19 bis 24 Uhr statt. Um 19 Uhr ist Eröffnung mit der Vernissage zur Ausstellung "Stille Post" im Kaufhaus. An allen Veranstaltungsorten gibt es Musik. Ein Flyer informiert über die Spielzeiten.

Die Ausstellung im Kaufhaus ist bis 2. Juli samstags von 10 bis 14 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Auch die Figuren von Hilde Würtheim stehen einige Zeit im Garten des Kellereischlosses. Sie sind dort bis 14. Juli zu sehen.