Für eine 700-Jahr-Feier des Dorfes Wittershausen gibt es den starken Rückhalt der Anwohner. Dies bewies jene Versammlung der Anwohner, die der Ortsbeauftragte Elmar Sell für Donnerstag in das Feuerwehrhaus einberufen hatte.
Als Wunschtermin für die Gründungsfeier schwebt den Witterhausenern der 17. Juni 2017 vor. Die Sanierung der alten Schule, deren Dach zurzeit neu gedeckt wird, soll dann jedenfalls abgeschlossen sein und mitgefeiert werden. Sell wies darauf hin, dass es heuer schon im Vorfeld Besprechungen mit den ansässigen Vereinen und Jagdgenossen gegeben habe. "Jetzt sind die Ideen unserer Mitbürger gefragt", regte er in dem gut gefüllten Saal zur aktiven Kreativität an. Es brauchte ein wenig Zeit, doch dann sprudelte es an Vorschlägen.


Alte Fotos und Wurstmarkt

Die Ideen reichten vom Wurstmarkt sowie von Wein- und Kochständen im Bereich Brunnengasse, St.-Georg-Straße und Kirchberg. Weitere Vorschläge gingen auf eine Ausstellung von alten Fotos historischer Gebäude und auf interessante Vorträge über Wittershausens Ortsgeschichte in der alten Schule ein. Weiterhin wurden Aktionen im Festzelt vorgeschlagen, das im Bereich Feuerwehrplatz errichtet werden soll.
Die Jugend meldete ihren dringenden Wunsch nach einem Beatabend an. Bulldogfreunde glühten ihren Lanz schon geistig vor, und Senioren freuten sich auf ihren besonderen Nachmittag. Darüber hinaus regte Claudia Röder einen erstmaligen Neujahrsempfang für 2017 in Wittershausen an.
"Die Ortschronik ist gerade in Arbeit", bestätigte Hans Dünninger. Wahrscheinlich werde auch eine Festschrift entstehen. Jedenfalls soll Wittershausen samt seiner 700-jährigen Geschichte in würdiger Form dargestellt werden.


Festausschuss

Ein Festausschuss ist im Wesentlichen schon gebildet, ist der Tabellenübersicht von Elmar Sell zu entnehmen. Darin sind Vertreter der örtlichen Vereine wie aus dem Musikverein, Sportverein, Obst- und Gartenbauverein und Angelsportverein sowie Vertreter der Kirchengemeinde und des Marktgemeinderates Oberthulba aufgelistet.
Je länger die Gedanken kreisten, desto konkreter waren die Erinnerungen an alte Zeiten. Man hatte den Geschmack von "Zemete" und heimischen Waffeln aus dem alten Eisen auf der Zunge. Kochrezepte der Urgroßmutter waren plötzlich präsent. "Vielleicht gelingt uns ein Kochbuch mit diesen alten Rezepten, die wir im Rahmen der Feier vor Ort nachkochen", schlug eine Anwohnerin vor. Überlieferte Geschichten von Wilderern und Fischdieben machten die Runde.
Aber auch ganz junge Events wie die Rosenprinzessin 2014, Monique Röder, die aus Wittershausen stammt, waren in den Köpfen.
Bleibt jetzt nur zu wünschen, dass die Zeit und die Kraft ausreicht, um all diese Ideen in die Tat umzusetzen. In Vergessenheit sei geraten, dass der exakte Jubiläumstermin versäumt wurde, bestätigte Elmar Sell. Ist doch die erste urkundliche Erwähnung 1303.
Willi Sell merkte an, dass aber im Jahr 1973 gefeiert worden sei. "Von da gibt es eine Festschrift, die uns jetzt als Vorbild dienen kann", so Willi Sell. Wittershausen ist jedenfalls in Bewegung geraten, und das Dorf scheint ein Stück weit selbstbewusster geworden zu sein.