Die Würfel sind gefallen. Die Gemeinde kann sich nach dem Besuch der Bewertungskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" nun in der Hoffnung wiegen, dass die mit viel Kreativität und Fleiß erarbeitete Präsentation vor der abschließenden Entscheidung am kommenden Samstag, 28. Mai, bestehen kann. Den Statements der Fach-Juroren im Eulentreff zufolge können sich die Fuchsstädter über eine gute Chance freuen.

Wegen Verkehrsbehinderungen kam die Jury unter Leitung von Claudia Taeger und Christine Bender vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten etwas verspätet an und wurde von Bürgermeister René Gerner und den "Fuschter Musikanten"- freudig-gespannt - empfangen. Im Sitzungssaal erläuterte Gerner die jüngere Entwicklung und die Historie seines Heimatorts.

Von hier führte der Weg in das Herz Fuchsstadts, den Dorfbrunnen, das "Ärztehaus", die Gaststätte Vollmuth-Köhler und zu mehreren Höfen. Darunter der Wahler-Hof, wo eine gemütliche Runde - der Gesangverein - die Besucher willkommen hieß. Erwin Wahler führt den 300 Jahre alten Besitz in der zehnten Generation und baute das Gehöft zu einem heimelig-grünen Familiensitz aus.

Blick in die Vergangenheit

Gleich nebenan, im Dorfmuseum, bot sich ein Blick in die Vergangenheit "Phusestat". Hier boten Marion und Karl Wahler frischen, im Gemeinde-Backofen gegarten Plootz an. Die mediterran anmutende Kirche, einst Bollwerk der Fuldischen gegen die Würzburger Geistlichkeit. Miterbaut von Balthasar Neumann gab Gemeinderat Arnulf Pfülb hier den Baumeister Bossi.

Doch es würde den Rahmen sprengen, alle inspizierten Stationen aufzuzählen. Über das "Insektengärtle", Kindergarten, Friedhof, Feuerwehr, Spielplatz, Mehrzweckhalle, Festplatz und Mühlrad gelangte die Bewerter-Gruppe zum Eulentreff, wo die Jury-Mitglieder ihre Eindrücke in kurzen Worten wiedergaben. Andrea Rothenbucher, Bürgermeisterin von Hettstadt, beglückwünschte als Erste zur gelungenen Symbiose zwischen Gewerbegebiet und Bio-Hof. Viel Lob sprach sie dem Engagement der Gemeinde zu sowie den Bestrebungen um autarke Energieversorgung durch Windkraft, Biomasse und Nahwärme-Netz. "Der Zuspruch im Ort ist sicher sehr hoch, denn ihr habt den Himmel auf Erden".

Bezirks-Heimatpfleger Dr. Klaus Reder sprach von einem "Riesen-Plus". "Sie sind offen für Neubürger, schaffen ein ökologisches Neubaugebiet. Sie jammern nicht über Leerstände, sondern packen an", unterstrich er mit Blick auf die sozialen und kulturellen Aktivitäten. Architekt Bernd Müller schwärmte von einem "kleinen Kosmos voller Lebensfreude". Die Bauweise zeige, man will etwas miteinander zu tun haben. "Von Fuchsstadt springt der Funke über" vermutete er, mit der Bitte, historische Gebäude zu sichern.

Friedhelm Haun, ehemaliger Kreisfachberater, beurteilte das Dorf in der Landschaft. "Die schön verteilten Obstwiesen sollten Sie erhalten. Ihre Weinlagen in den Seitentälern sind ideale Biotope und höchst wertvolle Flächen", stellte er fest. Besondere Anerkennung galt dem außergewöhnlichen "Märchenwald". "Fuchsstadt hat Zukunft, hier sagen sich Hase und Fuchs Gute Nacht", witzelte er anschließend. Ob solcher Aussagen darf man gespannt sein, wie sich die Gemeinde im Bezirksentscheid schlägt.