Der Hammelburger Stadtrat hat in einer seiner jüngsten Sitzungen die Regeln für sämtliche öffentliche Flächen im Stadtgebiet überarbeitet. In der neuen Anlagensatzung werden Handlungen vom Versetzen von Sitzbänken bis zum Konsum von Betäubungsmitteln verboten. Vor allem den Stadträten Alexander Stolz (CBB) und Christian Fenn (Junge Liste) ging einiges davon zu weit. Sie lehnten die Überarbeitung deshalb ab, allerdings wurden sie mit 14:2 Stimmen deutlich überstimmt. Eine Änderung der Hundeverordnung dagegen ging einstimmig durch.

"Ich bin der Meinung, dass wir unsere Stadt vollkommen überregeln", fasste 3. Bürgermeister Christian Fenn seine Kritik zusammen. Zudem verwies er auf die aktuelle Corona-Lage: "Die Bevölkerung kriegt jeden Tag neue Regeln, das erzeugt viel Wut", sagte der Sozialpädagoge. Deshalb sei es der "völlig falsche Zeitpunkt", jetzt Regeln für den öffentlichen Raum zu verschärfen. Fenn plädierte dafür, die Anlagensatzung lieber abzuschaffen. Auch Alexander Stolz kritisierte, dass sich der Stadtrat immer wieder mit Verboten beschäftige.

"Wir haben uns an die rechtlichen Gegebenheiten zu halten, da kommen wir nicht drum herum", setzte sich dagegen Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) für die Satzung ein. Auch Thomas Reuter (Bürgerliste) sprach sich für Verschärfungen aus, denn: "Es gibt leider immer wieder Leute, die sich nicht benehmen können." Rita Schaupp (SPD) ärgerte sich vor allem über Hundehalter, die "die Hinterlassenschaften ihrer Tiere" nicht einsammeln. Hundehaufen auf öffentlichen Flächen seien ein "trauriges Kapitel".

Von Sport bis Grillen

Entsprechend einer Mustersatzung der Staatsregierung wurden mehrere Verbote aufgenommen: So ist außerhalb von Straßen, Wegen und ausdrücklich freigegebenen Flächen das Fahren mit dem Rad, Skateboard oder Inlinern verboten. Zudem dürfen Pflanzbeete nicht betreten werden. Sport ist nur erlaubt, wenn andere dadurch nicht belästigt werden. Tabu sind nicht freigegebene Eisflächen, Grillen und das Verbrennen von Gegenständen. Zum Schutz der Natur dürfen keine Vogelnester zerstört, Tiere gejagt sowie Fische und Wasservögel gefüttert werden. In der Hundeverordnung wurde die Leinenpflicht für große Hunde und Kampfhunde neu gefasst.