Aus dem Winterschlaf erwecken die Museums- und Landmaschinenfreunde das Heimatmuseum in der Kirchgasse 6. Seit Oktober geschlossen, öffnet das ehemalige "Mützel-Haus", das ländliche Kultur im Wandel der Zeit zeigt, seine Tore am Sonntag, 2. April, 14 Uhr.

Immer auf der Suche nach Relikten der Vergangenheit, kann der Vorsitzende der Museumsfreunde, Michael Schultz, und die Seinen wieder eine neue Rarität vorweisen. Diesmal ist eine Waschmaschine, Baujahr 1934, der Marke Miele, noch ausgestattet mit einem Holzbottich-Gehäuse, einem Anwurf-Motor und einer elektrisch angetriebenen Wäschemangel der frühen Sorte.


Weitere Relikte ausgestellt

"Wenn ein Mann Wäsche waschen müsste, würde er sich für dieses Produkt entscheiden", warb Miele vor mehr als 80 Jahren, um auch den Hausfrauen die Vorzüge eines "Waschautomaten" zu suggerieren. Weitere Relikte der Firma Miele sind bereits in den Räumen ausgestellt, wie beispielsweise Fahrräder ab dem Jahr 1924, Küchengeräte und sogar ein Holzbutterfass.

Die Bottich-Maschine stammt ursprünglich aus Fuchsstadt und gehörte Leonhard Kippes, der nach Untererthal heiratete und seinen "Stolz", die Waschmaschine, in die Ehe brachte. Die Tochter von Kippes erzählte den Heimatmuseums-Initiatoren bei einem Weihnachtsmarkt vom längst ausrangierten "Erbe", das sie weggeben wolle. Die Museumsfreunde griffen zu und setzten die Maschine wieder instand.

Ein Besuch des 2007 begründeten Heimatmuseums lohnt sich. Denn immer wieder fließt "neues" Altes in die Ausstellung ein, die in zehn Sektionen gegliedert ist. Das mit viel Liebe zum Detail - und viel Idealismus - gestaltete, ehemalige Hofanwesen, das die Gemeinde erwarb und den Museums- und Landmaschinenfreunden zur Verfügung stellte, ist eine Stippvisite wert.

Die Präsentationen geben Aufschluss über die "guten alten Zeiten". Die Abteilungen beinhalten die Hausfrauenarbeit, Vorratshaltung und den Haushalt in Omas Ära, religiöses Brauchtum in der Familie, Kleider und Wäsche. Sie informieren aber auch über alte, religiöse und medizinische Literatur, über landwirtschaftliche Geräte und ihre Verwendung, altes Handwerk und Vorratsbehälter und medizinische Geräte im Haushalt.

Das direkt neben der Kirche und den historischen Gaden gelegene Gebäude öffnet von April bis September an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Führungen für Gruppen oder Schulklassen können über die Gemeinde, Tel.: 09732/2664, oder Michael Schultz, Tel.: 09732/4152, vereinbart werden. Der den Museumsfreunden angegliederte Geschichtskreis bietet außerdem am Samstag, 1. April, 19 Uhr, im Musikerheim ein Referat über die Kohlenberg-Kapelle an, das Lothar Pfülb hält.