Zahlreiche Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine und Personen des öffentlichen Lebens begleiteten die Eröffnung des "Tags der offenen Gartentür" bei der Familie Dietrich in der Pfaffstraße. Der rund 1200 Quadratmeter fassende Ziergarten bot nicht nur den vielen Teilnehmern Platz, sondern stellte auch in Größe und Gestaltung eine Besonderheit dar.


Seit 18 Jahren

"Grüne Medizin", nämlich derzeit üppig blühende Gärten, empfahl die Kreisvorsitzende der Obst- und Gartenbauvereine, Irmgard Heinrich, in ihrem Grußwort gegen den Alltags-Stress. "Pflanzen sind Musik für unsere Seele" fügte sie hinzu. "Seit 18 Jahren gibt es am letzten Juni-Wochenende den Tag der offenen Gartentür, bei dem Besucher zwecks Austausch und Ideen hoch erwünscht sind", informierte sie.
"Wir wissen, welche Schätze wir haben", versicherte Bürgermeister Armin Warmuth, der sich besonders im Rahmen des Stadtjubiläums über diesen Tag freute, denn die meisten Gärten liegen heuer im Stadtgebiet von Hammelburg. Mit seinen Erfolgswünschen und seinem Dank an alle Beteiligten nannte er den ausgewählten Garten der Familie Dietrich "einen würdigen Ort für die Eröffnung".
Auch Landrat Thomas Bold spendete dem Ehepaar Dietrich ein Kompliment für die Gestaltung ihres Gartens, der zudem noch den Blick auf ein Biotop, nämlich den Steinbruch, ermöglicht. Generell galt sein Lob allen Gartenfreunden. Selbst ein Grün-Fan, bestätigte er: "Ihr tut viel für unsere Heimat und unsere Lebensqualität."


Es ist ein Abenteuer

Die Bezirksrätinnen Karin Renner und Adelheid Zimmermann sprachen allen Gartenfreunden ihre Anerkennung aus. "Im Grünen fühle ich mich wohl - und ihnen geht es wahrscheinlich ebenso", meinte Renner. Im Dietrich'schen Garten sah die Brückenauerin Zimmermann sogar ein "Hammelburger Amphitheater". "Nichts ist so individuell wie ein eigener Garten. Er ist ein Abenteuer, das man genießen sollte", schwärmte sie.
Beeindruckt von den Rambler-Rosen, die "aus dem Apfelbaum wachsen", zeigte sich der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, Franz Zang. Mit seiner Aussage, dass Gartenbesitzer auch Naturschützer sind, ging er auf verschiedene Projekte des Naturschutzes ein, die auch die Gartler unterstützen können.
Was den Dietrich-Garten angeht, nimmt sich die berufstätige Hausherrin, Heike Dietrich, jeden Tag eine Stunde Zeit, um einen Teilbereich oder ein Beet zu bearbeiten, denn "überall auf einmal anzupacken führt ins Chaos". Ihr ist es gelungen, ihrem weitläufigen Garten in jedem Monat eine andere Farbe zu geben. Im Juni sind es die Rosen, die das Gelände in Rot, Rosa und Weiß tauchen, im Juli die Taglilien, die den Garten in Orange verwandeln, im Oktober sind alle Farben vertreten. Heike Dietrich hat sich zudem einen historischen Garten angelegt, in dem sie seltene Rosenarten, natürliche Kreuzungen oder Mutationen, züchtet.
Im Jahr 2003 in das Haus in der Pfaffstraße eingezogen, konnte die Gartenliebhaberin auf ihr gutes Vorwissen aus der ehemaligen DDR zurückgreifen. Dort hatte sie den Beruf des "Forstfacharbeiter-Mechanisators" erlernt. Der Begriff beinhaltet "alles, was man braucht, um sich im Wald durchschlagen zu können", wie es Heike Dietrich beschreibt.
Aus diesem Wissen und der Praxis entstand das Buch der Verfasserin "Streifzug durch die Jahreszeiten", in dem neben Pflanzen und Kräutern Natur-Rezepte beschrieben sind, wie zum Beispiel "Schlafsäckchen" aus heimischen Wildkräutern oder Marmeladen aus Naturfrüchten. Der Band wird vom Bunten Buchladen in Hammelburg vertrieben.
Zum Ausklang der Eröffnungsveranstaltung, die das Akkordeon-Orchester unter Leitung von Thaddeus Folwarcny musikalisch begleitete, dankte Kreisvorsitzende Heinrich allen, die sich bereit erklären, ihre Gärten zu öffnen mit einem Rosenstock.
Die Gärten können am Sonntag, 26. Juni, von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Weitere Informationen zu den Gärten im Landkreis und den anderen Gärten in Unterfranken sind im Internet unter www.gartenbauvereine.org oder www.kv-gartenbauvereine-kg.de zu finden.