Das Straßenweinfest bleibt Publikumsmagnet für Gäste aus nah und fern. Die 39. Auflage des beliebten Wein- und Musik-Events in sommerlicher Atmosphäre sieht Vorsitzender Hubert Schneider von den veranstaltenden Feuerthaler Musikanten als "sehr gut besucht und gelungen".
Drei Weinprinzessinnen, darunter die aus dem Stadtteil stammende Hammelburger Wein-Hoheit Annika Kuchenbrod, gaben der Veranstaltung am Sonntag zusätzlichen Glanz. Die Feuerthalerin und ihre Kolleginnen aus Wirmsthal und Ramsthal, Marlene Büttner und Miriam Gößmann-Schmitt, statteten den Gästen einen persönlichen Besuch ab und stießen mit ihnen auf einen guten Tropfen an.


Nachfolger schon gefunden

Manchmal fallen jedoch auch einige Wermutstropfen in den heimischen Rebensaft. So war es diesmal der Abschied von Georg Schaller, dem Dirigenten der Feuerthaler Musikanten, der als solcher seine letzte Vorstellung als Leader und Sänger im Stadtteil gab. Er will sich, unter anderem, musikalisch neu orientieren. Ein Nachfolger, der offiziell in der Jahreshauptversammlung präsentiert wird, ist jedoch schon gefunden.
"Unheimlich gerne" hört Bernhard Schlereth seinen Kollegen zu, bei denen er 13 Jahre die Tuba und die Bassgitarre spielt. Doch in den Worten des Rollstuhlfahrers klingt ein bisschen Wehmut mit, dass er nicht mehr auf die Bühne kann.
"Ich habe eine 40-Stunden-Arbeitswoche und fünf oder sechs Stunden auf der Bühne schaffe ich nicht mehr. Ich trauere dieser Band wirklich nach", sagt er, dem es ein Trost ist, dass er bei verschiedenen Anlässen in der Kapelle seines Heimatorts Poppenroth mitspielen kann. Dirigent Schaller verabschiedete sich persönlich von ihm. Bei einem Projekt, das auch den Musikern am Herzen liegt, scheint ein Durchbruch gelungen.
Die Neugestaltung des Dorfplatzes vor der Kirche kommt nach Auskunft von Ortssprecher, Jürgen Armbruster, ins Rollen. "Ich gehe davon aus, dass der Städtische Bauhof in den nächsten Wochen anpacken wird, sobald er Kapazitäten frei hat", hofft er innig, nachdem eine andere Möglichkeit der Finanzierung erarbeitet ist.
"Die Stadt, die Diözese und die Kirchenverwaltung wollen die Finanzierung ohne öffentliche Fördermittel schultern", verrät er, nachdem die Maßnahme jahrelang am Geld gescheitert war. Der Stadtrat scheint geneigt einen Etat für die Maßnahme im Haushaltsplan einzustellen.
Nach Dafürhalten Armbrusters könnte der erste Arbeitsschritt für die in Feuerthal heiß ersehnte Sanierung im Winter, der zweite Schritt im kommenden Frühjahr ablaufen. "Wenn es gelingt, könnten wir die Fertigstellung im Frühsommer feiern", vermutet der Ortssprecher.
Auch Bürgermeister Armin Warmuth stattete dem weit über die Landkreisgrenzen bekannten Fest einen Besuch ab und stellte fest: "Es läuft positiv, die Finanzierung in dieser Form kann ich so bestätigen", meinte der Rathausobere, den die Musiker mit Drafi Deutschers 60er-Jahre-Hit "Hast du alles vergessen?" empfingen.


Am Abend füllt sich der Platz

Warmuth nutzte die Gelegenheit seinen Bürgermeisterkollegen, Gregor Sommer, aus Wehrheim im Hochtaunuskreis zu begrüßen, der mit Familie und Freunden angereist war. Die Verbindung ergibt sich durch die Feuerthaler Musikanten, die jährlich ein Konzert im Hessischen geben. "Wenn es möglich ist, besuchen wir natürlich auch das hiesige Straßenweinfest", betont Sommer.
Der Namensvetter der derzeit noch herrschenden Jahreszeit, hatte diese wohl auch mitgebracht. "Bei 28 Grad lief es am Sonntagnachmittag etwas schleppend, weil doch viele Gäste zu Fuß kommen", räumte Vorsitzender Schneider ein. In den kühleren Abendstunden strömten die Weinliebhaber und Stimmungsfans wieder ins Dörfchen, wo fränkische Schmankerln, Plootz, Weine der Winzer Kuchenbrod und Wahler und Musik der Blaskapelle Diebach und der Untererthaler Musikanten wartete.