Eine Bürgerinformation zur Ortssanierung an der Baustelle "Schrenkgraben" sorgte erneut für Unverständnis und Unmut der Auraer über die Dauer der Maßnahme. Hieß es doch vor Baubeginn, die Beendigung des Projekts sei Mitte September - später Ende Oktober - zu erwarten. Doch beides trifft nach neuestem Stand nicht zu.
Fachleute der beteiligten Behörden, des Wasserwirtschaftsamts und des Staatlichen Bauamts, das Planungsbüro und die Bauleitung waren bemüht, den rund 100 Zuhörern die Gründe für die Verzögerung zu erläutern - was nach deren Meinung nicht immer schlüssig gelang.

Bürgermeister Thomas Hack (CSU) begann mit dem Satz: "Man kann nicht alles wissen", was sich auf den Untergrund der Baumaßnahme bezog, der die Planer und Ausführenden immer wieder in neue Schwierigkeiten brachte. Die Befestigung von Hangschutt, große Felsbrocken und der komplette Neubau des Kanalschachts zwangen letztlich zur Umplanung, die Zeit kostete.

Um die Schrenk und den Hang zu stabilisieren, brauchte die Baufirma Hell zudem ein Spezialbohrgerät, das aus dem Norden angefordert wurde. Der Transport dauerte zwei Wochen. Spezielle Maßnahmen zur Sicherung des angrenzenden Anwesens Wirtmann mussten einfließen und vieles mehr. "Der Schrenkgraben war nicht mehr sanierbar, wir mussten ihn neu bauen", erinnerten Birgit Imhof vom Wasserwirtschaftsamt und Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt.

Nach Meinung eines ehemaligen Behördenmitarbeiters aus einem Nachbarort hätten die Planer jedoch wissen müssen, was auf sie wartet. "Es wurde oft genug auf den felsigen Untergrund hingewiesen. Bei entsprechenden Bodenuntersuchungen wären die vielen zusätzlich anfallenden Arbeiten und eine Umplanung nicht notwendig gewesen", hielt er den Behördenvertretern entgegen - womit er durchaus nicht alleine stand.

Auch der Bürgermeister versuchte die neue Vorgehensweise zu verteidigen, indem er auf den Radweg hinwies, der am Fuß des Hangs verläuft, und die bisher nicht erwarteten Sicherungsmaßnahmen. Für den Hang ist inzwischen eine moderate Lösung gefunden. Wie Bauleiter Straub informierte, erhält er eine "genagelte" Befestigung. "Alle zwei Meter im Quadrat einen Nagel müssten den Hang halten, bis er verwachsen ist" glaubt der Fachmann.


Keine verbindliche Aussage

Eine verbindliche Aussage, wann die Baumaßnahme fertiggestellt ist - so die Anfrage von Gerhard Klamet - konnte jedoch auch Straub nicht machen. Genau dies ist der Punkt, an dem einige Auraer langsam die Geduld verlieren, vornehmlich die Anwohner "An der Burg". Unter ihnen auch der Pächter der Gaststätte "Zur Ruine", Matthias Büttner, der herbe Einbußen in der Gastronomie durch die Straßensperrung beklagte.

Landwirt Hubert Schmitt haderte mit den weiten Umwegen zu seinen Grundstücken, die er in Kauf nehmen muss. "Wer ersetzt mir eigentlich den Mehraufwand und die Verluste?", fragte er. Die Notwendigkeit der Maßnahme einsehend, schlugen beide vor, die "Schrenk" nach Beendigung der Tagesbauzeit und wenigstens an Wochenenden für den Verkehr freizugeben.

Dies lehnte Straub zum jetzigen Zeitpunkt ab, denn die Firma Hell haftet auf der Baustelle. "Es braucht nur einen Unfall zu geben, dann sind wir dran", sagte er. Doch räumte er ein, dass an dieser Lösung gearbeitet werde - entsprechende Sicherheitsmaßnahmen vorausgesetzt.

Das sieht auch Christian Rossmann vom Planungsbüro Hossfeld und Fischer so, nachdem die Bemühungen um Trennung des inner- und außerörtlichen Verkehrs im Sande verliefen. Thomas Hack versuchte die Wogen zu glätten. Er vertraut darauf, dass "die Auraer an Allerheiligen problemlos den Friedhof besuchen können."


Weitere Sperrung

Mit dem Kanal in seinem Endausbau geht eine weitere Sperrung einher, nämlich die der Zufahrt zum "Schafhof". Hier hat sich eine Möglichkeit gefunden, die Verbindung über den Karwinkel. Der Landwirtschaftsweg ist inzwischen als Baustellenstraße ausgebaut und kann von den Schafhof-Anwohnern genutzt werden.