Ein Erlebnis der besonderen Art ist der "Muttertag auf der Trimburg", den der Kindergarten St. Peter und Paul in Westheim ausrichtet. Die Ausstellungen, Workshops und das Theaterstück des praxisorientierten Kinderhorts lockten heuer besonders viele Besucher.
Es war zwar der Muttertag, doch eigentlich standen die Jüngsten im Mittelpunkt. Mütter waren oft nur gefragt, wenn der Nachwuchs nicht mehr weiterwusste oder Hunger und Durst hatte. Denn die Kinder nahmen mit glühendem Eifer die Szenerie komplett ein - ob beim Malen mit dem "Wischerpinsel", beim fiktiven Tee- oder Eierkochen (mit kaltem Wasser) oder beim Basteln von Rennwagen aus leeren Plastikflaschen mit Verschlüssen als Räder - ein gefragter Job.


Experiment mit Uhren

Die "Lernwerkstatt für Kinder" im Erthalsaal teilt sich im regulären Betrieb im Kindergarten in drei Altersgruppen und setzt verschiedene Projekte um. Die Vorschulkinder experimentierten zum Beispiel aus Anlass der Zeitumstellung mit Uhren. Alte Wecker wurden bildlich dargestellt, zerlegt und die Einzelteile sortiert.
"Das Wichtigste bei diesem Erfahrungsprojekt ist der Weg", betonte die neue Leiterin von St. Peter und Paul, Eva Wüscher. "Wir begleiten die Kinder beim Darstellen, Gestalten und ihren verbalen Ausführungen und sie können in einem solchen Projekt ihre ganze Phantasie einbringen", informiert sie.


Leiterinnen-Wechsel

Das schlägt sich in allen Gruppen nieder, auch bei den Jüngsten, die aus Eierschalen, Kronen- und Sektkorken, Styropor-Verpackungsgut und Stoffresten hübsche Collagen fertigen und dabei eigentlich nur "Schrott" verwenden - Dinge des Alltagsgebrauchs, die normalerweise in der Mülltonne oder im gelben Sack landen. Doch Schrott gibt es in St. Peter und Paul nicht. Alles ist verwendbar, getreu dem Motto: "Das Einzige, das übrig bleibt, sind einzigartige Kunstwerke" - was zudem das Geld für teure Spielsachen spart.
Der Leiterinnen-Wechsel fand eher im Stillen statt. Ria Förster, die Initiatorin und langjährige Leiterin des Westheimer Kindergartens, ging zum Jahresende in den Ruhestand und übertrug ihr Erbe auf die junge Nachfolgerin. Mit gutem Grund. Denn Eva Wüscher entwickelte sich nach ihrem Vor- und Berufspraktikum Schritt für Schritt weiter bis zur stellvertretenden Leiterin.
"Dabei musste ich mich im Team etablieren und führe die große Gruppe, also die Vorschulkinder. Ich absolvierte mehrere Weiterbildungen bei der Caritas - eine gute Sache, die viel Wissen und Information auch in der jetzt anfallenden Verwaltungsarbeit vermittelte", lässt die 26-Jährige wissen, die vor neun Jahren ihre Ausbildung begann.


Neue Besetzung im Verein

"Ich will das Leitbild, die Haltung und das Konzept des reggio-orientierten Kindergartens weiterführen, denn damit bin ich groß geworden und deshalb auch verwurzelt", betont die Hammelburgerin. "Das geht nur mit einem guten Team und professioneller Zusammenarbeit. Beides ist gegeben", fügt sie hinzu.
Auch der Kindergartenverein verfügt über eine komplett neue Besetzung unter Leitung von Michael Vierheilig. "Meine Vorgängerin, Anita Strauß, stand aus Zeitmangel und arbeitsbedingt nicht mehr für das Amt zur Verfügung. Nachdem ich selbst zwei Kinder in St. Peter und Paul habe, übernahm ich die Vereinsführung", sagt Michael Vierheilig. Ihm stehen nun im Vorstand Marco Brust als sein Stellvertreter, Sebastian Reuter als Kassier und Johanna Heurung als Schriftführerin bei der Vereinsarbeit zur Seite.
Der Tag verging im Nu auf der von Kindereltern bewirtschafteten Trimburg. Den Ausklang bildete das Theaterstück "Kasimir lässt Frippe machen".
Der erholungsbedürftige Kasimir bittet seinen Freund Frippe, für ein paar Tage seine Werkstatt zu führen. Und auf einmal geht allen Leuten etwas kaputt, ein Fahrrad, ein Bügelbrett, ein Liegestuhl. Frippe repariert und repariert. Allerdings fallen seine Reparaturen ein bisschen anders aus als geplant ...