Schon seit 2003 ist die Sanierung des Altortes Oberthulba mit der Unteren und Oberen Ecke ein Thema im Marktgemeinderat, so Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU-FW). Nachdem das Vorhaben erst 2008 so richtig in Gang gekommen ist, ist es jetzt endlich so weit, die Auftragsvergabe kann nach dem Beschluss des Marktgemeinderates in der letzten Sitzung nun erfolgen.
Allerdings wird die gesamte Maßnahme um einiges teurer werden als ursprünglich vom Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer (Bad Kissingen) errechnet wurde. Die Ingenieure Hans Ulrich Hoßfeld und Andreas Fischer informierten die Räte über die Verhältnisse in diesem schwierigen, engen Altort-Bereich, in dem man auch vor Überraschungen nicht sicher sei. Der Umfang der Maßnahme beinhaltet etwa 600 Meter Kanalbau, 640 Meter Wasserleitung dazu die Hausanschlüsse, 240 Meter Gasleitung, neue Straßenbeleuchtungen evtl. Datenkabel und Erdverkabelung des Bayernwerkes und auch 2500 Quadratmeter Straßenausbau.

Drei Angebote abgegeben

Letzterer erhält eine Asphaltfahrbahn und die Seitenstreifen werden jeweils gepflastert. Fischer berichtete, dass 15 Firmen zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert wurden. Letztlich kam es nur zu drei Angebotsabgaben. Zwar hätten einige die Maßnahme und den schwierigen engen Ortsbereich in Augenschein genommen, aber aufgrund der sich gezeigten Situation und den mittlerweile festgestellten Gegebenheiten, habe man auf eine Angebotsabgabe verzichtet. Wie das Planungsbüro mitteilt ist anzunehmen, dass im ganzen Baubereich mit massivem Fels, was beim Ausbau schweres Gerät erforderlich macht, zu rechnen ist. Ferner haben sich bei den Bohrungen und Bodenuntersuchungen Böden mit angereicherten Kupfer- und Blei-Kontaminierungen gezeigt. Sie seien nicht punktuell, so Fischer und Hoßfeld, sondern an verschiedenen großflächig verteilten Bohrstellen vorgekommen.
Dazu kamen auch Fragen aus dem Ratsgremium. Rosi Sellmann und Wolfgang Reidelbach fragten nach, wo diese wohl herkommen können. Das könne derzeit nicht beantwortet werden. Die Größe der Belastungen könne erst später festgestellt werden, auch müssen solche Böden wesentlich teurer entsorgt werden. Das seien wesentliche Bereiche, die ursprünglich in der Kostenrechnung noch keine Berücksichtigung fanden. Deshalb, so das Büro, seien jetzt die Kosten um einiges höher. Die abgegebenen Angebote seien geprüft und in Ordnung befunden worden. Das für die Kommune günstigste Angebot kam von der Firma Josef Bindrum & Sohn GmbH, Westheim. Das Angebot, das vom Ratsgremium (bis auf eine Gegenstimme) dann auch akzeptiert worden ist, beläuft sich auf 1 596 000 Euro. Sicher ist, das diese Maßnahme im Altort vom Amt für Ländliche Entwicklung gefördert wird, so der Bürgermeister.

Förderung maximal 50 Prozent

Die Förderung beträgt 50 Prozent, maximal allerdings 250 000 Euro. Zur Bausumme des Marktes kommt noch die Gasleitung der Stadtwerke Bad Kissingen über 39 800 Euro. Marktgemeinderat Tiemo Stürzenberger fragte nach, wie es mit dem Bauverlauf aussehen soll. Hans Ulrich Hoßfeld informierte dazu über ein Gespräch mit der Baufirma, aus dem nun hervorgeht, dass am 20 April begonnen werden soll, und zwar mit dem Kanal im Unteren Graben. Ziel sei es, bis zum Jahresende vieles von der Baulichkeit unterzubringen. Wobei allerdings hinsichtlich des Wetters immer ein Restrisiko bleiben kann.

Anliegerversammlung 13. April

Bürgermeister Gotthard Schlereth wies darauf hin, dass die Anlieger im betroffenen Bereich in einer Anliegerversammlung am 13. April informiert werden sollen. "Unser Bestreben ist, dass wir uns sehr eng mit der dortigen Bevölkerung immer wieder abstimmen wollen. Schwierigkeiten können ja immer wieder auftreten."