Die Gemeinde übergab einen ergreifenden Dankesbrief, der mit der Bitte endet, zwei weitere Klassenzimmer und Toiletten zu bauen. Für die 400 Kinder sind vier Toiletten vorhanden, die einzustürzen drohen und erbärmlich stinken, da die Gruben direkt unter dem Abfluss sind. Für die Lehrer gibt es nicht eine einzige Toilette. Vor allem für die Toiletten besteht dringender Handlungsbedarf. Mit nur 1400 Euro könnten sechs Toiletten für die Kinder und zwei für die Lehrer gebaut werden. Die Kosten für zwei Klassenzimmer werden auf circa 6500 Euro geschätzt.
Der Druck ist groß
In Kiparang'anda läuft das Kindergartenjahr sehr gut. Allerdings hat die Leiterin dem Drängen der Eltern nicht standhalten können und anstelle der 80 sind es jetzt 90 Kinder. Da es nur für 80 Sitzgelegenheiten gibt, sitzt der Rest auf dem Boden. Inzwischen ist ihr das zu viel und sie hat eingesehen, dass 80 genug sind. Auch musste sie feststellen, dass wesentlich mehr Mehl und Zucker gebraucht werden. Es wurde schriftlich festgehalten, dass für 2020 das Limit bei 80 Kindern ist. Dies kann sie dann den Eltern zeigen und kann sich auf die Anordnung berufen, falls das Drängen wieder zu stark wird.
Sonja Hynd machte eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Spiele und des Unterrichtsmaterials. Alles Unbrauchbare wurde aussortiert. Sie malte mit den Kindern und begeisterte sie, Puzzle, Domino und Memory zu spielen, was leider trotz eines Spieletags, der immer freitags stattfindet, viel zu wenig genutzt wird. Besonders freuten sind die Kinder über die mitgebrachten Plüschtiere.
Andere Hygienestandards
Im "zahanati" (Hospital) von Kiparang'anda, das gerade einen neuen Außenanstrich bekommen hat, haben die beiden deutschen Besucher eine große Menge an Verbandsmaterial abgegeben, das aus gespendeten Verbandskästen stammt. Der Arzt freute sich über diese Unterstützung sehr, denn es fehlt quasi an allem. Die Inneneinrichtung erscheint dem ausländischen Besucher als sehr spartanisch. "Bei uns regten sich Zweifel bezüglich einer ausreichenden Hygiene, weil man es doch so ganz anders gewohnt ist", berichtet Tobaben.
Wie immer galt es zahlreiche Reparaturen durchzuführen. An der Solaranlage war ein Wechselrichter defekt, so dass nur noch das 24 Voltsystem funktionierte und die 220 Volt-Versorgung ausgefallen war. Die Ersatzteilbeschaffung für die defekte Platine erwies sich als äußerst schwierig. Nach langem Suchen wurde eine gefunden, was Ausgaben von über 600 Euro einsparte. Wegen des salzhaltigen Wassers waren die Armaturen der Waschbecken und Duschen sehr angegriffen. Einige der Verschraubungen waren spröde und fielen vom bloßen Berühren auseinander, so dass sie ausgetauscht werden mussten.
Bei den Feldarbeiten hatte man vergessen, dass dort die Wasserleitung läuft. Sie wurde durchgehackt. "Das erfuhren wir so nebenbei, weil die Siebe ständig voller Sand waren und kaum noch Wasser lief", erzählt Uwe Tobaben. Nach der Reparatur funktionierte es wieder einwandfrei. Dieses Mal hatten Termiten die Türstöcke von zwei Lagerräumen zerfressen, die erneuert werden mussten. Brennholzvorräte wurden für mehrere Monate angelegt und auch die Vorräte an Zucker und Mehl für das tägliche "uji" (Maisbrei) aufgestockt.
Neue Paten gesucht
Ende des Schuljahres werden 50 Kinder in die Grundschule wechseln, so dass ab Januar wieder neue Paten gesucht werden. Schon jetzt wurde Stoff eingekauft, damit der Schneider mit dem Nähen der Schuluniformen für das kommende Jahr beginnen kann. Am Ende des Aufenthalts bekam die Köchin noch einen Mikrokredit, um das Dach auf ihrem Wohnhaus fertigzustellen. Sie verpflichtete sich ihn in 20 Monatsraten zurückzuzahlen.
Ein Kontrollbesuch in dem im Vorjahr gebauten Kindergarten Kibululu zeigte, dass er sehr gut angenommen wird. Anstelle der vorgesehenen 40 Kinder sind es über 50. Erfreulich ist auch, dass von den Behörden ein weiteres Klassenzimmer gebaut wurde.
In der Grundschule Tumaini, die inmitten des afrikanischen Busches steht, wurde 2016 ein Solarbrunnen in Betrieb genommen, damit die ewat 700 Kinder Wasser haben. Im März lief die Pumpe noch einwandfrei. Bei diesem Besuch erfuhren die deutschen Helfer, dass seit Ende April kein Wasser mehr gefördert wird. Das Kontrollmodul scheint defekt. Derzeit wird geprüft, ob es zu reparieren ist. Wenn nicht, fallen 1300 Euro für ein neues an.
Kleiderannahme am Samstag
Um die Afrika Hilfe zu finanzieren, führt der Verein eine monatliche Kleiderannahme in Hammelburg druch und zwar im Ofenthaler Weg (Krankenhauseinfahrt, links bei den Garagen). Der nächste Termin dafür ist am Samstag, 12. Oktober, von 10 bis 12 Uhr. Gerne werden neben Altkleidern und -schuhen auch Verbandskästen, Kinderrucksäcke, Federmäppchen, Buntstifte und Spiele wie z.B. Memory, Domino, Puzzle bis 100 Teile und Lego-Duplo angenommen. "Schön wäre es, wenn Kinderkleidung für Vier- bis Sechsjährige gekennzeichnet wäre, da wir die direkt mit nach Tansania nehmen", so Tobaben. Der Verein bedankt sich bei allen freiwilligen Helfern und den Firmen, die wieder selbstlos Fahrzeuge für die Kleidersammlung Mitte September zur Verfügung gestellt hatten. Dank dieser Unterstützung konnten in nur wenigen Stunden rund acht Tonnen Altkleider eingesammelt werden. Der Erlös soll einer Notfallstation in den Flüchtlingslagern der Sahrawi in Algerien zu Gute kommen. Ca. 40 000 Menschen leben in dem seit nunmehr 42 Jahren bestehenden Flüchtlingslager Laayun und sind auf diese Notfallstationen angewiesen, von denen es je eines in den vier Barrios (Stadtvierteln) gibt. Das Geld wird dort am 25. Oktober übergeben.
Wer Interesse daran hat, den Verein finanziell oder tatkräftig zu unterstützen oder gerne einmal an einem der Arbeitseinsätze teilnehmen möchte, der findet weitere Informationen, auch zu den Patenschaften unter Afrika Hilfe.
Spendenkonto Afrika Hilfe Franken e.V.
FLESSABANK
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