Als "Leuchtturm" und "Impulsgeber" haben die zahlreichen Festredner die Jugendbildungsstätte Volkersberg bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen gelobt. Mehr als 200 Menschen füllten beim Festakt das Zirkuszelt, um unter dem Motto "Gutes bewahren - Neues wagen" gemeinsam zu feiern und 60 Jahre Jugendarbeit Revue passieren zu lassen. Die Trainer vom Zirkus Schnipp, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, begeisterten das Publikum mit einem rasanten Programm aus Akrobatik, Clownerien und Feuerjonglage.
Mit den beiden Jubiläen wurde auch der neue Hochseilgarten eröffnet. Domkapitular Christoph Warmuth sprach den Segen und teilte sich die Schirmherrschaft mit der Bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Die Notwendigkeit der neuen Anlage begründete Klaus Hofmann, Rektor des Hauses Volkersberg und Leiter der Jugendbildungsstätte: "Löcher in den Baumstämmen sorgten bei den Gästen für einen schlechten Eindruck." Der alte, 2003 errichtete Hochseilgarten, hätte keine Betriebserlaubsnis mehr bekommen.


Noch mehr Teamübungen

Das Motto sowohl für die Erneuerung des Hochseilgartens, als auch für das Jubiläum lautete "Gutes bewahren - Neues wagen". Bei der inhaltlichen Überarbeitung der Anlage sei klar gewesen, dass der Hochseilgarten am Volkersberg auch künftig Bestandteil der pädagogischen Arbeit sein soll. So finden sich bewährte, weiterentwickelte und neue Elemente in der Anlage, erklärte Annekatrin Vogler, die für den Hochseilgarten zuständige Bildungsreferentin.
Der neue Hochseilgarten sei nicht nur größer, sondern biete auch noch mehr Teamübungen. Einige seien flexibler und auf jede Gruppe individuell abstimmbar. Fünf Seilrutschen und eine große Baumhütte ergänzen die Anlage. "Jugendliche können sich bei uns selbst begegnen. Indem sie ihre Stärken erkennen und ihre Rolle in der Gemeinschaft erfahren, wachsen sie nicht selten über sich hinaus." Der Hochseilgarten sei als Metapher für die Liebe Gottes zu sehen, der Vertrauen schenke und sie im Leben halte. Solche Erfahrungen seien wichtig und mitunter prägend auf dem Weg zu einem selbstbewussten Menschen, wie sie Kirche und Gesellschaft brauchen.


Vertrauen und Grenzen erleben

"Der Hochseilgarten steht im Dienst der Menschen", sagte Domkapitular Christoph Warmuth. Er entspreche damit dem Motto der Diözese, dass die Kirche eine Kirche für die Menschen sein müsse, mit Angeboten, die die Menschen auf ihrem Weg weiter bringen. Im Hochseilgarten sei zu erleben, was im Leben trage und Halt gebe. Hier gehe es um Vertrauen, um Überwinden von Ängsten, um Mut sich auf einen unsicheren und luftigen Weg zu machen, um das Austesten und Akzeptieren von Grenzen.


Seit 50 Jahren eng verbunden

Beim Festakt im Zirkuszelt bezogen die ehrenamtlichen Trainer die Grußworte gekonnt und kurzweilig in eine Zirkusvorstellung zur Geschichte des Volkers-bergs ein. Barbara Stamm berichtete, dass sie mit der Jugendbildungsstätte sehr eng verbunden sei: Von 1966 bis 1970 kam sie beispielsweise als hauptamtliche Mitarbeiterin in der kirchlichen Jugendarbeit regelmäßig auf den Volkersberg und war für die Ausbildung von Jugendleiterinnen zuständig.
Noch gut könne sie sich an die verschiedenen Zeltlager-Aufenthalte erinnern: "Wenn uns der Regen in die Turnhalle getrieben hat." Dem Volkersberg sei sie seither eng verbunden und habe jede Entwicklung interessiert und erfreut mitverfolgt. "Ich stehe mit ganzem Herzen hinter dieser Einrichtung", sagte Stamm, und: "Am Volkersberg lernen junge Menschen, Vertrauen zu haben und sich selbst zu trauen. Das ist Basis für Liebe, und die spürt man hier überall - Liebe zum Menschen, zu Gott, zum Leben."
Liebe und Bildung, das habe den Volkersberg geprägt und zeichne die Einrichtung heute noch aus, ebenso wie das Miteinander der Generationen, der verständnisvolle und respektvolle Umgang miteinander. Die zirkuspädagogische Arbeit passe hervorragend dazu, sei eine wichtige Ergänzung zur Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen. "Jedes Mal wenn ich am Volkersberg bin, spüre ich Dankbarkeit in mir, weil es möglich war, dass ich hier auf meine Zukunft vorbereitet wurde."
"Wir sind stolz auf unseren Volkersberg", sagte die stellvertretende Landrätin Monika Horcher (Grüne) auch im Namen der Bad Brückenauer Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU), und: "Wagen Sie immer wieder etwas Neues, seien Sie auch in Zukunft experimentierfreudig." "Das Flair und der Geist, die hier herrschen, sind wichtige Bausteine für unsere Arbeit", sagte Dorothea Schömig, Vorsitzende des Kolpingwerk Diözesanverbands Würzburg.