Heiß diskutiertes Thema unter den Damen im Saal war die Farbe des Kleids der neuen Prinzessin Michelle I. "Ist das jetzt schon apricot oder noch altrosa?", fragte Tanja Mehn, vor wenigen Minuten mit dem "Till von Franken" ausgezeichnet, die neue Regentin nach der Proklamation der Fidelia im Festsaal der Krone in Reiterswiesen. Die Antwort gab sie sich gleich selbst: "Egal, Du siehst wunderschön darin aus". Michelle strahlte, denn die Trägerin des "Till" muss es wissen.
Seit 30 Jahren ist "unser Danja", wie sie Moderator Alexander Pusch fränkisch-reitschwieserisch genannt hatte, närrisch für die Fidelia unterwegs und hat schon viele Prinzessinnen kommen und gehen sehen. Mit 14 startete Tanja Mehn ihre Fidelia-Karriere bei den "Blauen Kosaken", war später Gardetrainerin, sie ist langjähriges Vorstandsmitglied und war zur Stelle, als es galt, den Verein nach dem Tod der unvergessenen Maria Künstler auch durch schwere Zeiten zu bringen.
"Du bist eine unverzichtbare Stütze des Vereins", sagte auch Holger Leikam vom Faschingsverband Franken und hängte der jungen Frau - im kleinen Schwarzen- die stilisierte Narrenkappe des Till um. Dafür gab es viel Beifall vom Elferrat und vom Publikum .


Dreigestirn an der Bar

Dass sie den höchsten Orden, den der fränkische Fastnachtsverband zu vergeben hat, tragen darf, macht Tanja Mehn doch ein wenig stolz: "Ich empfinde das schon als besondere Auszeichnung", meint sie nach der Sitzung an der Fidelia Bar.
Derweil wird die neue Prinzessin mit Glückwünschen überhäuft und muss für die Fotografen posieren. Michelle Lutz ist 21 Jahre jung, und auch sie hat schon früh - mit elf - die Beine in der Garde geschwungen. Seither ist sie der Fidelia verbunden, auch wenn sie in den letzten Jahren nicht mehr aktiv dabei war, weil sie in Schweinfurt arbeitet und in Zell bei Knetzgau wohnt.


Anfrage am Badesee

Am Badesee hat Michelle Lutz ihre Prüfung zur Automobilkauffrau gefeiert, als Tanja Mehn sie per Handy fragte, ob sie sich vorstellen könne, Prinzessin der Fidelia zu werden: "Weil man diese Chance nur einmal bekommt", hat sie nach einigen Tagen Bedenkzeit zugesagt und sich ein Traumkleid in Rot maßschneidern lassen. Mit der scheidenden Prinzessin Caroline I. - eindeutig mintgrün gekleidet - komplettierte eine dritte schöne Frau das strahlende Dreigestirn beim Glas Sekt in der Runde an den Stehtischen. Den leisen Abschiedsschmerz hatte ihr Vorstand Matthias Bühner gemildert, der ihr eine "großartige Regentschaft" bescheinigt hatte.


Sessionsorden

Der fröhliche Ausklang setzte den Schlusspunkt unter eine wieder gelungene Proklamation der neuen Prinzessin, die mit einem kleinen Spiel vom Publikum erraten werden musste. Zuvor war der Elferrat, mit Prinzengarde - in weinrot - eingezogen, hatte Holger Leikam aus Kitzingen, Björn Schönwiesner, Benedikt Schmitt, Philomena Metz, Stefanie Karch und Anna-Lena Kiesel mit dem Sessionsorden des Fastnachtsverband Franken ausgezeichnet und Alexander Pusch den Verdienstorden des Verbands ausgehändigt.
Danach zeigten die "Blauen Husaren" ihren schwungvollen Gardetanz, bevor Björn Schönwiesner in der Bütt von seinen Erlebnissen als Student in der WG in Dresden berichtete.
Mit der Übergabe der Linsenspitzerkrone an die neue Prinzessin, den Grußworten der Ehrengäste vom BTC Garitz und dem Finale mit der Prinzengarde hat das Narrenschiff der Fidelia Fahrt aufgenommen. Die Wogen des Frohsinns verebbten bei diversen Cocktails an der Bar noch lange nicht.