"Ich bin extra von Köln nach hier gekommen", ruft Anika Evertz und lässt sich vom Singen und Tanzen der Leute um sie herum anstecken. "Die Musik hier ist für alle was. Auch wird eine tolle Party gefeiert mit super Stimmung", fügt sie hinzu. Die 20-Jährige aus Nordrheinwestfalen hat die 400 Kilometer zur Rhönfesthalle nach Stangenroth gerne zurückgelegt, denn sie wollte auf keinen Fall das Abschiedskonzert von Rhöner Bluat verpassen. "So etwas gibt es in NRW nicht." Wie viele andere junge Frauen tragen Anika und ihre Freundin Nadine Braungart aus Heustreu (Landkreis Rhön Grabfeld) Dirndl. "Das gehört doch dazu", meint Nadine und schwärmt: "So ´ne Musik ist einfach mal was anderes."
"Ich bin Rhöner Bluat Fan, weil sie die Rhöner Volksmusik auch für junge Leute super 'rüberbringen", meint Christian Metz aus Wollbach.
Er steht zusammen mit seinem Kumpel Stefan Geis ganz vorne an der Bühne, quasi Auge in Auge mit der Band. "Außerdem spielen sie die besten Coverlieder", meint Stefan dazu. Seit elf Jahren besuchen die beiden die Konzerte der Kultband in der Region, nur nach Hessen sind sie nicht gefahren. "Das schönste aber war", erzählt Christian, "dass ich beim 10-jährigen Jubiläums-Open-Air-Konzert letztes Jahr in Steinach meine Freundin Gabi kennen lernte." Die beiden Fans finden es sehr schade, dass es Rhöner Bluat nun nicht mehr geben wird. "Aber ab und zu werde ich eine der beiden CD´s von ihnen hören", ist sich Christian Metz sicher.
"Mir tut´s leid, dass sie aufhören, denn es war eine schöne Zeit", erzählt Afra, die Frau vom Bassisten Udo Schmitt aus Steinach. "Man wächst zusammen wie eine große Familie", blickt sie auf die vergangenen gemeinsamen Jahre zurück. Wer nun denkt, nach Rhöner Bluat werden die Männer wieder mehr zu Hause bei ihren Frauen und Familien sein, liegt völlig falsch. "Sie machen alle irgendwie weiter", erzählt Afra. "Es geht gar nicht anders, beim Udo gehört die Musik einfach zum Leben dazu."
"Die Musiker sind Fanatiker", ist Albert Baumeister überzeugt und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Der 60-Jährige ist "der Mann für alles" der Band und kümmerte sich während der Auftritte in den vergangenen elf Jahren darum, dass es den Musikern von Rhöner Bluat an nichts fehlte. "Es ist auch schon mal morgens acht Uhr geworden, als ich den Letzten nach Hause brachte", kann sich Albert noch gut erinnern. Zum Dank für seine Treue und Mühe bekam Albert Baumeister, ebenso wie Michael Busch, Johannes Thein, Tobias Weikhard und Achim Mann, die allesamt im Hintergrund für die Band tätig waren, eine Silberdistel von Frank Schmitt, dem Frontmann der Band, überreicht. "Es fühlt sich gut an", meint Frank über das Abschlusskonzert als er in der Garderobe erneut das T-Shirt wechselt. "Schließlich hat alles ein End' und das ist heute", fügt er hinzu.