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Bad Kissingen
Natur

Blumenwiese auf dem Parkfriedhof

Die Kreisstadt Bad Kissingen ist aktiv beim Landkreisprojekt Grüngitter dabei. Jetzt wurden die neuen Projekte vorgestellt.
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Vor der künftigen Blumenwiese im Parkfriedhof: (von links) Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel (SPD), Richard Fix, Stadtratsbeauftragter für Mobilität und Umwelt, Peter Borst vom Servicemanagement der Stadt, die bisherige Grüngitter-Projektmanagerin Jasmin Fidyka sowie ihre Nachfolgerinnen Julia Grauberger und Katharina Arnold. Sigismund von Dobschütz
Vor der künftigen Blumenwiese im Parkfriedhof: (von links) Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel (SPD), Richard Fix, Stadtratsbeauftragter für Mobilität und Umwelt, Peter Borst vom Servicemanagement der Stadt, die bisherige Grüngitter-Projektmanagerin Jasmin Fidyka sowie ihre Nachfolgerinnen Julia Grauberger und Katharina Arnold. Sigismund von Dobschütz
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Seit Oktober 2018 läuft das vom Freistaat Bayern zu 75 Prozent geförderte Naturprojekt Grüngitter zur Schaffung zusätzlicher Nahrungsflächen und Lebensräume für Insekten aller Arten. Auch der Landkreis Bad Kissingen beteiligt sich mit 18 Gemeinden in sechs interkommunalen Allianzen und sieben Verbänden an diesem Projekt, dessen Investitionen landkreisweit bei einer vorläufigen Laufzeit bis September 2021 auf 825 000 Euro festgelegt sind. Die Kreisstadt Bad Kissingen ist seit Beginn mit dabei, hatte allerdings in den Jahren zuvor bereits projektgleiche Einzelprojekte durchgeführt. Über das bisher Geleistete und die neuen Beiträge zum Grüngitter-Projekt ließ sich Oberbürgermeister Dirk Vogel bei einem Ortstermin im Parkfriedhof vom städtischen Servicemanager Peter Borst informieren.

Auf einer 1500 Quadratmeter großen Fläche im Nordbereich des Parkfriedhofs wurde eine Blumenwiese mit Blütenpflanzen in über 50 verschiedenen Arten ausgesät, die bis zu einem Meter hoch werden können. Auf einer gleich großen Fläche an der Erhardstraße wurden Mager- und Sandrasen mit Blütenpflanzen in über 60 verschiedenen Arten ausgesät, die je nach Pflanzenart ebenfalls bis zu einem Meter hoch werden können. In der Von-der-Tann-Straße werden bald in einem Kräuterrasen Blütenpflanzen aus 25 Arten wachsen, die bis zu 60 Zentimeter hoch werden können und an der Bahnbrücke neben der B 286 nach Arnshausen entsteht gerade eine Veitshöchheimer Bienenweide mit 40 verschiedenen ein- und mehrjährigen Blütenpflanzen. "Bis die Pflanzen alle blühen, müssen wir noch ein Jahr warten", erklärte Peter Borst beim Ortstermin im Parkfriedhof. Momentan ist an diesen vier Standorten nur brauner Erdboden zu sehen.

Wie es dort aber in einem oder zwei Jahren aussehen wird, erkennt man schon heute an einem bunten Grünstreifen entlang des Ostrings, wo bereits - wie auch am Nordring und einigen anderen Standorten in der Stadt - schon seit 2015, also bereits Jahre vor Beginn des Projekts Grüngitter, auf langem Straßenabschnitt eine salzverträgliche Bankettmischung mit hälftigem Anteil an Blütenpflanzen in 40 Arten ausgesät wurde, die bereits ihre Wuchshöhe von 60 bis 80 Zentimetern erreicht haben. "Das ist nicht ungepflegt, sondern soll so sein", entgegnet Borst der vereinzelten Kritik unwissender Einwohner.

Außerdem wurde heuer als weiterer Beitrag Bad Kissingens zum Grüngitter-Naturschutzprojekt an fünf großflächigen Standorten (insgesamt 7000 Quadratmeter), an denen früher alle zwei oder drei Wochen gemäht wurde, die Intensivrasenpflege auf extensive, nur zweimalige Wiesenmahd pro Jahr umgestellt. "Wilde Grünflächen haben ihr eigenes Potenzial, denn die Wiesenblumen stecken ja schon im Boden", erläuterte die bisherige Grüngitter-Projektleiterin im Landratsamt, Jasmin Fidyka, im Beisein ihrer Nachfolgerinnen Julia Grauberger und Katharina Arnold den Vorteil solcher extensiven Pflege. Die Umstellung auf Wiesenmahd ist für die Stadt Bad Kissingen allerdings nichts Neues, hatte sie doch schon seit 2014 in den Ortsteilen auf insgesamt 13 Hektar aus Kostengründen die Mähgänge vermindert und bei der Erschließung neuer Baugebiete bereits Teilbereiche ausdrücklich als extensiv zu bewirtschaftende Wiesenflächen angelegt. Mit dieser Art der Bewirtschaftung könne man in ein paar Jahren die Forderung des Bürgerbegehrens erfüllen, wonach mindestens 30 Prozent der Bodenfläche ökologisch bewirtschaftet werden soll.

"Wir schaffen mit diesem Vorgehen in unserer Stadt ökologisch höherwertige Grünflächen, tragen nicht nur zum Erhalt, sondern sogar zur Steigerung der Artenvielfalt bei und schaffen durch ein angepasstes Pflegekonzept auch noch eine optimale Artenauswahl", zählte Servicemanager Borst weitere Vorteile auf. Außerdem ist diese Arbeitsweise nicht nur für Flora und Fauna förderlich, sondern auch für den städtische Haushalt, der dank der Arbeitsersparnis entlastet wird, freute sich Oberbürgermeister Dirk Vogel.

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