Kreis Bad Kissingen: Schwestern sterben bei Unfall - mutmaßlicher Verursacher angeklagt
Autor: Nadine Wüste, Alexander Milesevic, Agentur dpa
Wildflecken, Montag, 22. Juni 2026
Bei einer Kollision zweier Autos auf einer Staatsstraße im Kreis Bad Kissingen sterben zwei junge Frauen. Nun liegt eine Anklage vor.
Update vom 22.06.2026: Tragödie in Wildflecken: Anklage nach tödlichem Unfall von zwei Schwestern
Rund sieben Monate nach einem tödlichen Verkehrsunfall zweier Schwestern im Kreis Bad Kissingen hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Anklage gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher erhoben. Dem Mann werde fahrlässige Tötung zur Last gelegt, wie die Behörde mitteilte. Nun muss das Amtsgericht Bad Kissingen entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt.
Ein Unfallgutachter hatte ein technisches Versagen als Ursache ausgeschlossen. Ebenso habe es keine Anzeichen für gesundheitliche Probleme des Fahrers gegeben, dessen Wagen am 9. November 2025 bei Wildflecken mit dem Auto der Geschwister kollidiert war.
"Auch eine aktive Handynutzung oder eine tatsächliche Blickzuwendung kann für den konkreten Unfallzeitpunkt nicht mit der notwendigen Sicherheit nachgewiesen werden", teilte die Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung mit.
Keine Lenkbewegung in einer Kurve
Laut dem Gutachten fuhr der 51-Jährige mit seinem Wagen in einer Kurve geradeaus nach links in eine Leitplanke - ohne erkennbare Lenk- und Bremsbewegungen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Anschließend habe der Mann sein Fahrzeug über die Gegenfahrbahn zurück auf seine Spur gelenkt und sei dabei mit dem entgegenkommenden Wagen der Schwestern kollidiert, die noch versucht hatten, auszuweichen. Ob der mutmaßliche Unfallverursacher bei der Fahrt gegen 8 Uhr morgens abgelenkt oder kurzzeitig eingeschlafen war, ist den Ermittlern zufolge unklar.
Der 51-Jährige stand einer Untersuchung zufolge nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol. Laut Gutachten fuhr der Mann bei dem Unfall mit einer Geschwindigkeit von etwa 104 bis 114 Kilometern pro Stunde, erlaubt war Tempo 100. Die leicht erhöhte Geschwindigkeit sei jedoch nicht unfallursächlich gewesen.
Bei dem Zusammenstoß der Autos kamen eine 16-Jährige und ihre 19 Jahre alte Schwester ums Leben. Die Opfer stammten aus dem Landkreis Bad Kissingen. Die Schwestern, die laut Gutachter nicht schneller als erlaubt unterwegs waren, starben noch an der Unfallstelle. Der Mann erlitt leichte Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sollte der mutmaßliche Unfallverursacher verurteilt werden, drohen ihm laut Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Update vom 18.02.2026: Unfallgutachter kann viele Dinge ausschließen
Mehr als drei Monate nach dem tödlichen Verkehrsunfall zweier Schwestern in Unterfranken schließt ein Unfallgutachter technisches Versagen als Ursache aus. Ebenso gibt es keine Anzeichen für gesundheitliche Probleme des Fahrers, dessen Auto am 9. November 2025 in der Nähe von Wildflecken (Landkreis Bad Kissingen) mit den Geschwistern kollidierte. Laut dem Gutachten fuhr der 50-Jährige mit seinem Fahrzeug in einer Kurve geradeaus in eine Leitplanke - ohne erkennbare Lenk- und Bremsbewegung, wie die Staatsanwaltschaft Schweinfurt mitteilte.