Vielleicht lag es an der trotz Corona-Abstandswahrung deutlich strafferen Sitzordnung der Gemeinderäte im großen Bad Bockleter Kursaal: In knapp einer halben Stunde wurden die Anträge für sieben Bauvorhaben im Staatsbad, in Aschach und Großenbrach zügig besprochen und alle einstimmig genehmigt.

An der Ecke Kleinfeldlein/Rhönstraße im Staatsbad soll ein Einfamilienhaus gebaut werden. "Damit wird in diesem Bereich die letzte Baulücke geschlossen", freute sich Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU). Zwar musste der Bauherr bei Baugrenze, Traufhöhe und Dachneigung wegen geringfügiger Überschreitungen der im Bebauungsplan vorgegebenen Grenzen befreit werden, aber darin sah der Gemeinderat kein Problem.

Auch gegen den Bau eines zusätzlichen Carports als Anbau an eine bestehende Garage am Hohner Weg hatte das Ratsgremium keine Einwände, zumal der Carport lediglich als Überdachung von Mülltonnen gedacht ist. Zwar wird auch hier die Baugrenze marginal überschritten, doch war dies bereits bei der Garage der Fall.

Halle wird Schafstall

Interessant war der Antrag aus Großenbrach auf Nutzungsänderung einer bestehenden landwirtschaftlichen Halle in einen ganzjährigen Schafstall mit Anbau eines Lämmerstalls und Neubau eines Unterstandes für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte. Die zum Schafstall umzuwandelnde Halle im unteren Grundstücksteil soll eine Bretterverkleidung bekommen, die im oberen Grundstückabschnitt stehende Holzhalle soll abgerissen werden und dadurch Platz für den neuen Unterstand geschaffen werden. Das Bauvorhaben liegt größtenteils im Außenbereich des gültigen Bebauungsplanes, weshalb der Nachweis einer Privilegierung verpflichtend ist. Dieser Nachweis lag bei einer früheren Gemeinderatssitzung im April noch nicht vor, weshalb das Ratsgremium damals den Antrag noch ablehnen musste. Inzwischen hat das dafür verantwortliche Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) geliefert: "Nach Auffassung des Fachzentrums für Schaf- und Kleintierhaltung Nordbayern werden die Vorhaben für notwendig und sinnvoll erachtet. Das beantragte Bauvorhaben ... trägt zur Verwertung des anfallenden Grünlandaufwuchses im Landkreis Bad Kissingen bei." Nun konnte der Gemeinderat dem Bauvorhaben grünes Licht geben.

Auch die vier Anträge aus Aschach wurden einstimmig genehmigt. Dazu gehörte der nachträglich beantragte Anbau einer Garage an ein bereits im Oktober genehmigtes Bauvorhaben am Quellenweg nahe dem Café Bauer. "Mittlerweile sind dort alle freien Grundstücke bebaut", freute sich der in Aschach wohnende Bürgermeister. "Darauf haben wir Jahrzehnte lang gewartet." Nachbarschaftliches Einvernehmen bescheinigte ein Antrag zur Vergrößerung einer bestehenden Garage in der Balthasar-Schmidt-Straße zur Unterbringung eines Wohnmobils. Je Grundstücksgrenze ist nur eine Grenzbebauung von maximal neun Metern zulässig, während in diesem Fall zwölf Meter benötigt werden. Um dieses Problem zu lösen, will der direkte Nachbar die fehlenden, in sein Grundstück hineinreichenden Abstandsflächen übernehmen. Dem Bau eines Zweifamilienhauses auf dem Grundstück an der Straße Neusetz mit Carport, Hausanschluss- und Geräteraum sowie einer Holzlege und vier Stellplätzen stand trotz der Notwendigkeit der Befreiungen wegen Überschreitung bei Dachneigung, Dachform, Traufhöhe, Wandhöhe und Baugrenze aus Sicht des Gemeinderats ebenso wenig im Weg wie bei der nochmaligen Genehmigungsverlängerung zur Überdachung eines Mistplatzes und zur Errichtung eines Vordaches an einem Stallgebäude in Aschach.