In den nächsten Jahren steht dem Bad Kissinger Rathaus ein großer Umbruch bevor: In den nächsten zehn Jahren wird annähernd ein Drittel der Belegschaft altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden. Innerhalb der nächsten 15 Jahre überschreitet sogar fast jeder zweite der heutigen Mitarbeiter die Grenze zum Ruhestand. "Das wird eine große Herausforderung für uns", berichtete Kerstin Heinisch, die Leiterin der Hauptverwaltung jüngst im Finanzausschuss. 324 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren zum Stichtag 31. Oktober 2021 in der Verwaltung beschäftigt, der Altersdurchschnitt liegt bei etwas mehr als 48 Jahren.

Größte Aufgabe bei dem anstehenden Generationswechsel ist es, überhaupt qualifizierte Bewerber für freie Stellen zu finden. Das bereitet je nach Aufgabenbereich schon jetzt Probleme. 2021 wurden elf Mitarbeiter aus dem Dienst verabschiedet, zwölf haben gekündigt, einer verstarb. Alle 34 Stellen wurden beziehungsweise werden nachbesetzt - 41 Mal hat die Stadt dafür bislang ausgeschrieben. "Oftmals war es nötig, eine Stelle mehrmals auszuschreiben", erläuterte Heinisch.

Stelle fünf Mal ausgeschrieben

Grundsätzlich ist die Verwaltung quer durch alle Bereiche von dem Problem betroffen, adäquate neue Mitarbeiter zu finden. Am deutlichsten zeigt sich das Problem in technischen Berufen. Spitzenreiter bei der Anzahl der Ausschreibungen ist ein Ingenieur für das Projekt "Neue Altstadt". Diese Stelle ist nach vier erfolglosen Anläufen inzwischen bereits zum fünften Mal ausgeschrieben. "Da haben wir uns große Mühe gegeben, jemanden zu finden. Aber es hat nichts genutzt, weil der Arbeitsmarkt leer ist", erklärte Heinisch. Gerade bei den technischen Berufen könne die Stadt nicht mit den Gehältern konkurrieren, die derzeit in der freien Wirtschaft von den Unternehmen gezahlt würden.

Stadt will Klimaschutzmanager

Für das laufende Jahr sind aus Personalsicht bei der Verwaltung zwei Punkte relevant: Zum einen steigen die Personalkosten um annähernd eine halbe Million Euro, zum anderen hat die Verwaltung sechs zusätzliche Stellen eingeplant (Insgesamt: 289 Stellen).

Im Bauamt kommen - zeitlich befristet - 1,5 Stellen dazu: Eine halbe Stelle wird laut Personalbericht benötigt, um das EU-Förderprojekt zur Gestaltung der Innenstadt umzusetzen. Bei dem Projekt geht es darum, eine Eventbeleuchtung für die Innenstadt anzuschaffen und Mobiliar wie Bänke, Blumenkästen und Mülleimer auszutauschen: Die Stelle ist für die Dauer des Projekts befristet und wird zu 90 Prozent von der EU bezuschusst. Eine volle Stelle ist vorgesehen, um einen Klimaschutzmanager einzustellen. "Dies wäre ebenfalls eine geförderte Stelle, die sogar zu 100 Prozent gegenfinanzierungsfähig ist", so Heinisch. Förderzeitraum sind zwei Jahre.

Im Bereich Schulen und Kindertagesstätten braucht es mehr Personal, um die Kitas mit Zuarbeit zu unterstützen. Die rechtliche Lage hat sich verändert, teilweise sind Aufgaben aus Kapazitätsgründen liegen geblieben und es kommen neue Aufgaben hinzu, wie die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagesbetreuung für Grundschüler. "Die Aufgabenerfüllung ist mit dem bestehenden Personal nicht sicherzustellen", merkt die Leiterin der Hauptverwaltung an.

Der Großteil - nämlich 3,6 - der sechs zusätzlichen Stellen hängt damit zusammen, dass mehrere Mitarbeiter in Altersteilzeit wechseln. Sie tauchen noch eine Zeit im Stellenplan auf, obwohl sie bereits nicht mehr aktiv arbeiten. Für sie wurden bereits Nachfolger eingestellt. Diese 3,6 entfallen wieder, wenn die Mitarbeiter ganz ausscheiden.

Hauptgründe für die steigenden Personalkosten sind vor allem die Zahl der zusätzlichen Stellen sowie tarifliche Gehaltserhöhungen. Die CSU-Fraktion hatte die steigenden Kosten kritisiert und Gespräche über Einsparungsmöglichkeiten gefordert.