Bad Kissingen: Ein freiwilliges soziales Jahr im Krankenhaus - Absolventin gibt Einblicke
Autor: Redaktion
Bad Kissingen, Freitag, 21. April 2023
Die Absolventin Linda Gerlach erklärt den Ablauf und Mehrwert eines freiwilligen sozialen Jahres im Krankenhaus, hier speziell des Helios St. Elisabeth-Krankenhauses Bad Kissingen.
Die 18-Jährige Linda Gerlach erzählt von Ihren Erfahrungen im freiwilligen sozialen Jahr. Wie die Helios Servicegesellschaft Süd GmbH berichtet, absolviert sie dieses von September 2022 bis Ende August 2023 im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. In Verbindung mit Kooperationspartnern bietet die Klinik jedes Jahr Plätze für ein sogenanntes FSJ an.
Frage: Warum ein Freiwilliges Soziales Jahr?
Ich habe im Rahmen eines Pflichtpraktikums an der Fachoberschule in Schweinfurt neun Wochen in die Arbeit auf Station hier im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus reinschnuppern können. Ich hatte vorher gar keine Ahnung von Pflege, aber die Zeit verging für mich wie im Flug, da es mir sehr gut gefallen hat. Und weil es so schnell vorbei war, habe ich mir gedacht, davon möchte ich mehr erleben.
Frage: Wenn Du die Wahl hättest, würdest du erneut ein FSJ machen? Und falls ja, was gefällt dir daran?
Das FSJ gibt mir nach der Schulzeit die Möglichkeit mich zu orientieren und Schritt für Schritt in die Arbeitswelt einzusteigen. Es ist wie eine kleine Auszeit. Speziell hier im Krankenhaus hat mir das Umfeld und die Situation sehr gut gefallen. Man kommt hier in eine ganz neue, ungewohnte Situation und erlebt Menschen ganz anders als auf der Straße. Diese Menschen brauchen Unterstützung und Hilfe, beispielsweise beim Essen. Am Ende des Tages weißt du dann, ich habe etwas gemacht, das den Menschen geholfen hat. Das finde ich sehr schön an der Arbeit im Krankenhaus. Und auch die Kolleginnen, wie Sie zusammenhalten und sich unterstützen. Auch der strukturierte Arbeitsalltag ist für mich etwas sehr Positives, auch wenn natürlich kein Tag auf Station, wie der Andere ist.
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Frage: Was sind für dich Herausforderungen des Arbeitsalltags, aber auch in deinem Lebensalltag, im Zusammenhang mit dem FSJ?
Am Anfang war die größte Herausforderung das viele Laufen (lacht). Man ist es von der Schule eher gewohnt viel zu sitzen und sich weniger zu bewegen. Ich hatte aus Neugier auch mal einen Schrittzähler dabei und 10.000 Schritte pro Schicht waren das schnell. Da hat einem anfangs natürlich alles weh getan und ich dachte mir „ne, ich kann nicht mehr“(lacht). Darüber hinaus lernt man viele neue Leute kennen. Viele nette und freundliche Menschen, wie man es aus der Öffentlichkeit kennt. Aber auch Menschen mit emotionalen Gefühlslagen, da der Aufenthalt in einem Krankenhaus stets eine Ausnahmesituation ist. Man muss ein Gespür entwickeln mit welcher Stimmung man auf die Menschen zugeht. In jedem Zimmer kann dich eine ganz andere Situation erwarten und darauf muss man sich einstellen können. Ganz neu für mich war auch der Umgang mit Menschen die im Sterben liegen und Erfahrungen mit dem Tod im Allgemeinen. Man baut zu den Patienten auch eine Verbindung auf und wenn diese dann nach einer Zeit versterben, muss man loslassen können, um dies zu verarbeiten. Das war ich in meinem Alter nicht gewöhnt.