Weiterhin wird die Bevölkerungsentwicklung Wildfleckens nach Auskunft des Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) bei der Bürgerversammlung am Sonntagvormittag in der Turnhalle in Wildflecken

von ständigen Zu- und Wegzügen bestimmt. Mit 2893 Einwohnern zum Ende des Vorjahres bleibt insgesamt betrachtet die Bevölkerungszahl jedoch sehr stabil.

Erfreulich ist laut Kleinhenz die sinkende Verschuldung der Gemeinde, die sich innerhalb von nur zwei Jahren von 4,4 Millionen Euro auf 2,7 Millionen Euro verringerte. Daniel Kleinheinz, Leiter der Gemeindeverwaltung, machte darauf aufmerksam, dass die Kommune finanziell in der Lage sei, die komplette Schuldenlast zu tilgen. Aufgrund der langfristigen Kreditverträge mit zu vernachlässigender Zinslast sei dies jedoch nicht möglich und darüber hinaus auch aktuell nicht sinnvoll.

Wie entwickelt sich die Situation an den beiden Kindergärten?

Ungewiss ist derzeit, wie sich die Situation an den beiden Kindergärten in der Marktgemeinde in den kommenden Wochen entwickeln wird. Der Bürgermeister machte klar, dass sowohl bei den ukrainischen Flüchtlingen, als auch bei den afghanischen Ortskräften kleine Kinder in die Marktgemeinde kommen, die dann im Kindergarten aufgenommen werden müssen. Die räumliche und personelle Situation bereitet dem Rathauschef erhebliches Kopfzerbrechen. "Wir wissen aktuell nicht, wie wir die Betreuung der Kinder mit ausgebildetem Personal sicherstellen können", so Kleinhenz. Aufgrund eines Wasserschadens in der Kinderkrippe in Wildflecken muss die Gemeinde auf das ehemalige Integrationszentrum in Oberwildflecken ausweichen. Wegen der großen Nachfrage nach Kindergartenplätzen gibt es im Moment eine Warteliste in Wildflecken mit vier Kindern, die noch nicht aufgenommen werden können.

Afghanische Ortskräfte mit Respekt und Wohlwollen aufnehmen

Bürgermeister Kleinhenz sprach seine Bitte aus, dass die afghanischen Ortskräfte, die voraussichtlich in den kommenden Wochen in Wildflecken untergebracht werden, mit "Respekt und Wohlwollen" in der Marktgemeinde aufgenommen werden. "Wildflecken ist Neuankömmlingen immer mit Respekt begegnet. Das soll auch in Zukunft so bleiben."

Bürgermeister: Projekte voller Erfolg

Der Rhönexpress Bahnradweg, der in Summe mit 4,4 Millionen Euro Baukosten zu Buche schlug, hat die Marktgemeinde Wildflecken letztlich einen vergleichsweise überschaubaren Eigenanteil von rund 188.000 Euro gekostet. "Diese Investition hat sich definitiv gelohnt, denn der Radweg wird von der einheimischen Bevölkerung und von Besuchern sehr gut angenommen." Beim Pumptrack in Wildflecken, der in Summe über 900.000 Euro gekostet hat, muss die Kommune einen Eigenanteil von rund 270.000 Euro tragen. Auch dieses Projekt, das von Beginn an zumindest von Teilen der Bevölkerung stark kritisiert worden war, bezeichnete Kleinhenz als vollen Erfolg. "Viele Gemeinden in der Region beneiden uns um dieses beliebte Freizeitgelände, das in den wärmeren Monaten stark frequentiert ist."

500-Jahr-Feier im Jahr 2024

Kleinhenz sprach seine Hoffnung aus, dass die Vereine die Corona-Pandemie gut überstehen. "Die Vereine sind die Lebensader der Gemeinde." Im Jahr 2024 wird die Marktgemeinde Wildflecken 500 Jahre alt. "Ich hoffe, dass wir ein Fest auf die Beine stellen können, an das wir uns noch lange mit Freude zurück erinnern werden."

David Kretschmann fragte nach, warum Erzieherinnen in den örtlichen Kindergärten nur befristet eingestellt wurden. Bürgermeister Kleinhenz erläuterte, dass es sich nicht um Befristungen handele, sondern um veränderliche Stundenkontingente, die den Belegungsszahlen angepasst werden müssen. Noch sei dies gesetzliche Vorgabe. Glücklich sei er selbst mit dieser Situation aber auch nicht. Thomas Helfrich regte an, das Sportheim in Wildflecken als neues Bürgerhaus für Vereine, Versammlungen und Veranstaltungen der Marktgemeinde umzubauen und zu erweitern. Außerdem schlug er Flächen für neue Bauplätze in Wildflecken vor.