Die Planungen für P43, also die Fulda-Main-Leitung, gehen weiter. Die Bedarfsplanung ist vom Bundestag beschlossen, dennoch kann sich Mottens Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos) nur wiederholen: "Wir sehen nach wie vor den Bedarf nicht. Auch durch Tennet wurde er nicht nachvollziehbar dargestellt".

Es wurde eine Stellungnahme abgegeben, da die gemeindlichen Interessen tangiert werden. So befinden sich im geplanten Trassenverlauf ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet, das sowohl für den Tourismus als auch für die Region einen Mehrwert darstellt. Auch naturschutzrechtliche Belange und Erweiterungsoptionen für Gewerbe- und Baugebiete sind betroffen.

Die P43-Trasse stelle einen massiven Eingriff in die "grundlegenden Bedürfnisse unserer Gemeinde für eine Weiterentwicklung" dar, so Katja Habersack. Geschlossen soll sich die Region gegen P43 aufstellen, so ihre Forderung. Motten ist dafür einem Bündnis mit anderen betroffenen Gemeinden und Bürgerinitiativen beigetreten. Das Bündnis will die Bürger mit Bannern, wie bereits in der vorherigen Gemeinderatssitzung angekündigt, und mit Flyern informieren. So soll darüber aufgeklärt werden, dass P43 eine andere Trasse als Südlink ist und nicht erdverkabelt wird, sondern mit 65 Meter hohen Masten ausgebaut werden soll.

Zur Verbesserung der Nahversorgung habe sich eine interessante Möglichkeit ergeben, so die Info in der Gemeinderatssitzung. Es hätten bereits "sehr gute Gespräche" mit Tegut und der Gemeinde stattgefunden. Der Lebensmittelkonzern plant die Expansion seines digitalen Ladenkonzepts "teo", eventuell auch in Motten. 24 Stunden an sieben Tagen stehen Kunden rund 1000 Produkte zur Verfügung. Sowohl Zugang als auch Bezahlung erfolgen über eine App oder EC-Karte, der Lebensmittelladen funktioniert ohne Personal.

"Es wäre für uns ein Gewinn, wenn ,Tegut Teo' sich hier in der Gemeinde ansiedeln würde", sagte die Rathauschefin. Mögliche Standorte sind Tegut genannt worden, der Lebensmittelkonzern sei "sehr interessiert", berichtet Habersack. Ute Becker ergänzte, dass Tegut Regionalläden nicht verdrängen wolle und deren Produkte in ihr Sortiment integriere. Wer das digitale Ladenkonzept jetzt schon testen möchte, hat in der Lindenstraße in Fulda die Gelegenheit, im Pilotprojet von "Tegut Teo" rund um die Uhr einzukaufen.

2. Bürgermeisterin Ute Becker (WG Motten) regte in ihrer Funktion als Seniorenbeauftragte an, die Zuschussmodalitäten für die Seniorengruppen zu ändern. Damit die Gruppen "aus dem Bettelstatus rauskommen", wenn es um finanzielle Unterstützung geht, stellte Becker sich einen Zuschuss von zehn Euro pro Person vor.

Gemeinderat Alfons Erb (WG Motten) schlug vor, beiden Gruppen mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 500 Euro zu helfen: "Eine gewisse Großzügigkeit wäre angesagt", meinte er, nachdem Becker bescheinigt hatte, dass "die Seniorengruppen sehr sehr gut geleitet" werden.

Sowohl die Bürgermeisterin als auch die anderen Räte sahen das genauso und beschlossen einstimmig, die Seniorengruppen von Motten sowie Kothen und Speicherz jährlich mit jeweils 500 Euro zu unterstützen. Diese Regelung gilt vorerst für die kommenden drei Jahre bis 2023.

Dem Bauantrag für den Ausbau einer Scheune in Kothen zu einer Garage, Wohnungen und Apartments entsprach der Gemeinderat nicht. Das Projekt sei für den Ortskern zu groß. Aufgabe der Räte war es, so erläuterte Katja Habersack, "nach Art und Maß zu entscheiden". Da um das Baugrundstück nur Familienhäuser stehen, wäre das Ortsbild durch den 31 mal 11 Meter großen geplanten Neubau beeinträchtigt, so das Urteil.