Eine Preisvergabe mit Signalwirkung: Beim 32. Valentin-Becker-Kompositionswettbewerb in Bad Brückenau sind jetzt sieben Komponistinnen und Komponisten aus ganz Deutschland für qualitativ hochwertige Chorwerke ausgezeichnet worden.

"Ein wirklich ermutigendes Zeichen"

In Zeiten von Corona, die auch die Chorszene stark getroffen hat, ist dies "ein wirklich ermutigendes Zeichen", erklärte der Bundeschorleiter des Fränkischen Sängerbundes (FSB), Gerald Fink. Rund 150 Einsendungen von Stücken für ambitionierte Laienchöre waren eingegangen. "Das ist ein gewichtiges Pfund für die Zukunft: Komponistinnen und Komponisten arbeiten weiter an originellen, qualitätsvollen und für die Laienchöre umsetzbaren Chorsätzen", so der Jury-Vorsitzende in einer Pressemitteilung der Stadt Bad Brückenau und des Fränkischen Sängerbundes. Der FSB schreibt den traditionsreichen Wettbewerb gemeinsam mit der Stadt Bad Brückenau aus.

In der Kategorie Originalkompositionen gewannen Patrick Bach aus Helmstadt-Bergen mit "Drei tierische Songs" und Albrecht Haaf aus Mülheim mit "Nicht müde werden".

Bei der Bearbeitung oder Arrangement eines Stückes (Kategorie 2) wurden "Kirya Yefefiya" von Ohad Stolarz aus Berlin sowie die "Edvard-Grieg-Lieder" von Sylke Zimpel aus Dresden ausgezeichnet.

Auch Kinderchorkompositionen wurden ausgezeichnet: das "Zungenbrecher-Medley" von Jens Klimek aus Wernigerode und "Vom Riesen Timpetu" von Kai Koch aus Ludwigshafen überzeugten die sechsköpfige Jury.

Ein Sonderpreis für das Stück "may-be-peace" wurde Elisabeth Fußeder aus Freiburg im Breisgau zuerkannt. Mit Sylke Zimpel und Elisabeth Fußeder gibt es erstmals seit 1985 auch wieder weibliche Preisträgerinnen.

Der Kompositionswettbewerb ist mit insgesamt 6000 Euro dotiert. Die Uraufführung der preisgekrönten Werke findet am Samstag, 8. Oktober, im Staatsbad in Bad Brückenau statt. Das Konzert ist zugleich feierlicher Abschluss des Preises und ist der Öffentlichkeit frei zugänglich.

Die Sieger

Kategorie 1 - Originalkomposition

Drei tierische Songs (Patrick Bach, Helmstadt-Bergen)

Nicht müde werden (Albrecht Haaf, Müllheim)

Kategorie 2 - Bearbeitung oder Arrangement eines Volksliedes oder Songs

Kirya Yefefiya (Ohad Stolarz, Berlin)

Edvard-Grieg-Lieder (Sylke Zimpel, Dresden)

Kategorie 3 - Kinderchorkomposition

Zungenbrecher-Medley ( Jens Klimek, Wernigerode)

Vom Riesen Timpetu ( Prof. Kai Koch, Ludwigshafen)

Kategorie 4 - Sonderpreis

may-be-peace (Elisabeth Fußeder, Freiburg im Breisgau)

Die Jury des 32. Becker-Preises

Gerald Fink (Vorsitzender, Bundeschorleiter des Fränkischen Sängerbundes), Friedhelm Brusniak (Professor i.R., Universität Würzburg), Franny Fuchs (Hochschule für Musik Würzburg), Heike Henning (Universität Mozarteum Salzburg), Wolfgang Schicker (BR-Klassik Franken), Erhard Schumm (Chorleiter, Lehrer am Franz-Miltenberger-Gymnasium in Bad Brückenau)

Über den Valentin-Becker-Kompositionswettbewerb

Seit 1953 vergibt die Stadt Bad Brückenau den Valentin-Becker-Preis. Namensgeber ist der Würzburger Komponist Valentin Eduard Becker (1814-1890), der als Verfasser von weit über 500 Chorwerken die fränkische und deutsche Chorlandschaft seiner Zeit maßgeblich geprägt hat. Seine Enkelin Greta Oechsner konnte Anfang der 1950er Jahre die Stadt Bad Brückenau für die Durchführung eines Wettbewerbs gewinnen, der Beckers Schaffen würdigen und neue Chorkompositionen fördern sollte. Seitdem bereichert der Preis den Kulturkalender der Stadt und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Sängerbund und mit Hilfe finanzieller Unterstützung durch das Land Bayern, den Bezirk Unterfranken und den Landkreis Bad Kissingen in einem dreijährigen Rhythmus verliehen.

Der Fränkische Sängerbund (FSB) ist der mitgliederstärkste Laienmusikverband Bayerns und Mitglied des Deutschen Chorverbandes (DCV). Er vertritt rund 1600 Chöre und Ensembles mit 38000 aktiven Sängerinnen und Sänger in Franken und der nördlichen Oberpfalz. Er fördert die musikalische Arbeit seiner Mitgliedschöre mit Veranstaltungen und Fortbildungen, um die Qualität des Chorgesangs zu sichern und weiterzuentwickeln. Der FSB bekennt sich in kultureller Offenheit zu seiner vielfältigen Chorlandschaft und betont die Funktion seiner Vereine als Bestandteil unseres demokratischen Gemeinwesens.