Georg Friedrich Händels "Ankunft der Königin von Saba" aus dem Oratorium "Salomo" bildete den Auftakt eines abwechslungsreichen und niveauvollen Kirchenkonzerts in der Stadtpfarrkirche Sankt Bartholomäus in Bad Brückenau.

Gut 120 Konzertbesucher fanden den Weg in die anfangs etwas kühle Kirche, um zunächst dem souveränen Spiel des Elisenquartetts zu lauschen. Anja Schaller und Maria Schalk (Violine), Karolin Hofmann (Viola) und Konstanze Friedrich (Violocello) ließen in der Bearbeitung für Streichquartett Händels Königin von Saba förmlich durch das Kirchenschiff schreiten.


Musikalische Bälle zugespielt

Es folgten drei Duette für Violine und Bratsche aus den "zweistimmigen Inventionen" von J. S. Bach. Dabei spielten sich die Musikerinnen in polyphoner Manier geschickt gegenseitig die musikalischen Bälle zu.
Mit einer Bearbeitung in selten gehörter Besetzung für Streicher und Chor folgte das berühmte Ave Maria von Bach/ Gounod. Grundlage ist das 1. Präludium aus Bachs wohltemperiertem Klavier, das Gounod mit einer eigenständigen Stimme versah.

Mit höchster Aufmerksamkeit folgte der Kammerchor Bad Brückenau dabei seinem Dirigenten, Dekanatskantor Markus Wollmann, der auch für das Gesamtprogramm verantwortlich zeichnete. Präzise sowie intonatorisch sauber und ausgewogen im Klang, konnten die Zuhörer im Zusammenspiel mit dem Elisenquartett dem Stück folgen, und wie bei den weiteren Chorstücken selbst in den hintersten Reihen den Text deutlich verstehen. Dies zeugte von der sanglichen Qualität des Chores.


Siegbert Remberger als Solist

Kurzweilig und abwechslungsreich sollte das Konzertprogramm sein. Mit Siegbert Remberger als Solist an der Konzertgitarre nach dem voluminösen Chorstück war es dies in der Tat. Die Sonatina von Frederico Moreno Torroba, einem spanischen Komponisten des vergangenen Jahrhunderts, kannten wohl schon zahlreiche Remberger-Fans. Jedoch ist es immer wieder ein Genuss, den drei unterschiedlichen Sätzen des Stückes in Rembergers herausragender musikalischer und interpretatorischer Qualität in einem großvolumigen Kirchenschiff zu lauschen.


Dirigent als Konzertmusiker

Das eigens für das Konzert ausgeliehene Orgelpositiv war prädestiniert für das nun folgende Konzert für Orgel und drei Streicher in C-Dur von Haydn. Hier durfte man den Dirigenten Wollmann auch als Konzertmusiker an der Orgel erleben. Wunderschön spritzig in den Ecksätzen und dem ruhigen Adagio, entwickelte sich in dem Kirchenraum, zusammen mit den Streichern, ein tolles Zusammenspiel. Man merkte es den Musikern an, dass sie Spaß daran hatten. Manch Zuhörer bemängelte jedoch, dass die neue Seifertorgel zugunsten des kleinen Orgelpositivs schweigen musste.

Als Quartett führten Remberger und die Streicherinnen Antonio Vivaldis Konzert für Gitarre und Streicher in d-Dur auf. Ein ausdruckstarkes und perfektes Zusammenspiel zeugten von der Spiellaune der schon des öfteren gemeinsam in Bad Brückenau zu hörenden Musiker. Vor allen Dingen das Largo im 2. Satz wird vielen Zuhörern ob seiner qualitätvollen Darbietung im Gedächtnis bleiben.


Ave Maria als Zugabe

Dass Vivaldi auch Chorwerke schrieb, ist weniger bekannt. Das "Credo in unum Deo" für Chor, Streicher und Orgel - hier griff Rainer Pflaum für den dirigierenden Kantor in die Tasten - ließ den Chor angesichts seiner renommierten instrumentalen Begleitung zu sanglicher Höchstform auflaufen.
Mit Mozarts "Sancta Maria, Mater Dei" für Chor, Streicher und Orgel hatte das Konzert dann sein musikalisches Finale. Der zu Recht nicht endende Applaus der begeisterten Zuhörer entlockte Chor und Ensemble als Zugabe nochmals Bachs "Ave Maria".