Jürgen Nimec ist ein ambitionierter Sportler, genauer ein Läufer oder wie er selbst sagt ein "Langenstreckenwanderer mit Visionen", denn er hat sich ein großes beziehungsweise langes Ziel gesetzt. In der Vergangenheit hat der Frankenheimer schon einige aufsehen erregende Touren absolviert. Ob Kilimanjaro oder Elbrus und jetzt hat er sich die Rhön vorgenommen.

Klingt erst einmal nicht vergleichbar. Doch die Corona-Pandemie hat seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass er sich nun verstärkt der Heimat und Deutschland widmet. Das alles macht Jürgen Nimec nicht zum Selbstzweck, sondern verbindet mit seinen Touren eine Spendenaktion für die Kinderhospizarbeit.

"Mit meinem Projekt - Meine Wanderwege zum Glück - möchte ich Schritt für Schritt Spenden für die wertvolle Kinderhospizarbeit in Deutschland sammeln", berichtet Nimec. In den Sommermonaten in diesem und im nächsten Jahr plant er die "Top Trails of Germany" sowie die zwei regionalen Steige "Hochrhöner" und "Rennsteig" zu begehen. Er will mit seiner Aktion auf die besonderen Belange der schwer erkrankten Kinder und deren Familien aufmerksam machen.

Der ehrgeizige Spendensammler startete auf dem heimischen Hochrhöner. Zwischen 20 und 30 Kilometer umfassten die täglichen Etappen, die Nimec auf dem Hochrhöner zurücklegte. Der große Vorteil war, er konnte stets zu Hause übernachten. Den Fahrdienst übernahm die Lebensgefährtin.

Die Rhön unterschätzt

Die Rhön müsse doch einem Läufer, der den Kilimanjaro und Elbrus bewältigt hat, vergleichsweise flach und einfach erscheinen. Doch Nimec winkt ab. "Ich habe die Rhön unterschätzt. Bei manchen Etappen kam es mir so vor, als sei die Rhön noch nicht bezwungen." Die Heimat auf diese Weise noch einmal ganz neu und viel intensiver kennen zu lernen, freut Nimec. Ohne die erzwungene Pause durch die Pandemie wäre er vielleicht gar nicht auf den Gedanken gekommen, den Höchrhöner zu laufen.

Jürgen Nimec läuft aber nicht nur, unterwegs filmt und fotografiert er, denn seine Wanderetappen und Erfahrungen möchte er im Anschluss auf seiner Website www.summiter.de präsentieren, um auch anderen Läufern, Wanderern, Urlaubern und Einheimischen Lust auf die Region zu machen. Diese Dokumentation plant er nicht nur für den Hochrhöner, sondern auch die anderen Steige und Touren in Deutschland, die er noch begehen möchte.

Im weiteren Jahresverlauf sollen der Harzer-Hexen-Stieg, der Weserberglandweg, der Heidschnuckenweg, die Herrmannshöhen und der Rothaarsteig folgen. "Dieses Jahr möchte ich ungefähr 1000 Kilometer und 18 000 Höhenmeter bewältigen", kündigt Nimec an.

Erstes Langlaufrennen mit drei

Schon seit seinen frühen Kindheitsjahren ist Jürgen Nimec mit dem Sport verbunden. Bereits im zarten Alter von drei Jahren bestritt er sein erstes Langlaufrennen. Seither hat ihn der Laufsport nicht mehr losgelassen. Bedingt durch Schule und Beruf, musste er den Wettkampfsport reduzieren und letztendlich aufgeben. Auf der Suche nach neuen sportlichen Möglichkeiten, entdeckte er schließlich seine Leidenschaft zum Bergsport.

Über kleinere Projekte in der Heimat und im Alpenraum zog es ihn Anfang 2016 nach Afrika, um den Kilimanjaro zu besteigen. Mit 5895 Metern ist der Kilimanjaro der höchste Berg dieses Kontinents und damit einer der Seven Summits der Erde (Seven Summit = jeweils höchster Berg der Kontinente). Bereits zwei Jahre später folgte der nächste Seven Summit. Es handelte sich hierbei, um den im Kaukasus (Russland) liegenden Elbrus. Er gilt mit seinen 5642 Metern, als nicht ganz unumstrittener höchster Berg Europas.

Die Frage, ob der Elbrus oder der Mont Blanc der höchste Berg Europas ist, hängt von der Definition der innereurasischen Grenze ab, für die es keine allgemein verbindliche Festlegung gibt.

Bewegung ist Zufriedenheit

Anfang des Jahres 2021 sollte eigentlich ein weiterer Summit in Südamerika folgen. Leider musste dieses Projekt coronabedingt verschoben werden. Warum tut er sich immer wieder solche Strapazen an? "Die Bewegung in der freien Natur bedeutet für mich Leben, Glück, Zufriedenheit und ich kann von meinen langen Tagen im Firmenkundenaußendienst abschalten. Einfach mal alles für eine Zeit hinter sich lassen."

Die nächste Deutschlandtour ist schon geplant. Vom 22. Mai  an wird er im Weserbergland unterwegs sein.

Informationen

Spenden Jürgen Nimec möchte mit seiner ungewöhnlichen Aktion die Kinderhospizarbeit in Deutschland fördern.

Bankverbindung: IBAN: DE03 4625 0049 0000 0290 33

Verwendungszweck: Meine Wanderwege zum Glück

Kinderhospizarbeit Homepage: www.bundesverband-kinderhospiz.de / www.frag-oskar.de

Touren Seine Wanderetappen und Erfahrungen wird er auf seiner Website www.summiter.de und in der Intro-App veröffentlichen.