Der Bau der neuen Wildfleckener Kläranlage in Oberbach beschäftigt den Marktgemeinderat seit Monaten intensiv. Daniel Kleinheinz, Geschäftsleiter der Gemeindeverwaltung, informierte über den aktuellen Stand. Noch betreibt die Marktgemeinde zwei separate Kläranlagen: eine direkt am Ortseingang von Wildflecken, eine weitere in der Nähe des Oberbacher Sportplatzes.

Die Kläranlage in Wildflecken wird die Gemeinde aber komplett aufgeben und stattdessen eine neue Anlage im Ortsteil Oberbach bauen. Hierfür werden Gesamtkosten von rund 5,7 Millionen Euro geschätzt. Die Bauzeit wird etwa zwei Jahre betragen. Baubeginn wird voraussichtlich im Frühjahr 2023 sein.

In der jüngsten Sitzung ging es vor allem um die Vergabe der Ingenieurleistungen. Die Ausschreibung der Leistungen erfolgt in den nächsten Tagen.

"Katastrophaler Zustand" der Eckartsrother Straße

Die Eckartsrother Straße in Oberbach soll saniert werden. "Der Zustand ist katastrophal", sagte Bürgermeister Kleinhenz. Es geht hierbei um eine rund 1500 Meter lange Fahrbahn zwischen Oberbach und dem Weiler Eckartsroth. Geschätzt wurden zunächst Kosten von rund 2,3 Millionen Euro, wobei dabei auch der Bau einer neuen Wasserleitung enthalten ist.

Die hohen Kosten schreckten einige Räte allerdings ab. Aus diesem Grund will die Marktgemeinde neue Berechnungen anstellen lassen mit einer lediglich oberflächlichen Sanierung zumindest auf einem Teilstück der Eckartsrother Straße. Auf diese Weise sollen Kosten eingespart werden. Die Entscheidung wurde vertagt, bis neue Berechnungen vorliegen.

Tempo 30 sorgte für Diskussionen

Mit den Vorfahrtsregelungen in den Tempo-30-Zonen in der Reußendorfer Straße und in der Jahnstraße in Wildflecken befasste sich das Gremium. Bürgermeister Kleinhenz informierte darüber, dass in Tempo-30-Zonen grundsätzlich die Vorfahrtsregelung "rechts vor links" gilt. Gemeinderat Oliver Masso (CSU/PWG/OWII) machte darauf aufmerksam, dass durch die Vorfahrtsregelung "rechts vor links" gerade in den Wintermonaten gefährliche Situationen an den größeren Steigungen entstehen, wenn Autofahrer auf rutschiger Fahrbahn anhalten müssen und dann nicht mehr ins Rollen kommen und stattdessen rückwärts zurückrollen.

In einigen Kreuzungsbereichen sei "rechts vor links" schlichtweg viel zu gefährlich, meinte Masso. "Ich habe die Angst, dass es früher oder später richtig knallt." Masso schlug vor, dass man statt Tempo-30-Zonen in der Reußendorfer Straße und in der Jahnstraße eine reine Geschwindigkeitsbeschränkung auf maximal 30 km/h macht und dann auch wieder sinnvolle Vorfahrtsschilder aufstellt. Nur auf diese Weise könne man die Gefährdungen in den betroffenen Kreuzungsbereichen entschärfen.

Durch die Aufhebung der Tempo-30-Zonen und die Umwandlung in eine reine Geschwindigkeitsbeschränkung müssen dann allerdings an jeder Kreuzung wieder Tempo-30-Schilder aufgestellt werden. Der Marktgemeinderat folgte dem Vorschlag von Oliver Masso einstimmig.

Aus der Bahnhofstraße in Wildflecken lag erneut ein Antrag von Anliegern auf Einrichtung einer Tempo-30-Zone vor. Bei einer Verkehrsschau hatte sich die Polizei ausdrücklich gegen eine Tempo-30-Zone in der Bahnhofstraße ausgesprochen. Dieser Empfehlung war der Marktgemeinderat zunächst gefolgt. "Die Straße verleitet nicht zum schnellen Fahren", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz in der jüngsten Sitzung. "Ich sehe dort nach wie vor keine außerordentliche Gefahrenpunkte", so der Rathauschef.

Und doch entwickelte sich im Verlauf der Sitzung erneut eine lebhafte Diskussion rund um die Bahnhofstraße. Letztlich entschied sich das Gremium dafür, keine komplette Tempo-30-Zone in der Bahnhofstraße auszuweisen, aber auf einem Teilstück die Geschwindigkeit doch auf maximal 30 km/h zu beschränken. Der Beschluss fiel bei einer Gegenstimme.

Für Doktortitel gewürdigt

Die Würdigung beruflicher Erfolge hat in der Marktgemeinde Wildflecken eine lange Tradition. Eugen Eisfeld wurde unlängst der akademische Grad "Doktor der Naturwissenschaften" mit Auszeichnung "magna cum laude" verliehen. Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) gratulierte im Namen der Marktgemeinde zu dieser herausragenden Leistung.

Nach dem Abitur am Franz-Miltenberger-Gymnasium ging es zunächst zum Zivildienst, ehe Eugen Eisfeld an der Universität Stuttgart sein naturwissenschaftliches Studium aufnahm. "Wir sind stolz auf den außergewöhnlichen wissenschaftlichen Werdegang", sagte Bürgermeister Kleinhenz.

Löschfahrzeug für die Feuerwehr und Glasfaser-Anschluss für die Sinntalschule

Für die Freiwillige Feuerwehr in Oberbach wird ein neues mittleres Löschfahrzeug (MLF) gekauft. Drei Hersteller wurden angeschrieben. Letztlich erhält die Firma Rosenbauer den Zuschlag. Rund 275 000 Euro kostet das gesamte mittlere Löschfahrzeug samt Ausstattung. Dieses kann allerdings frühestens in etwa zwölf bis 15 Monaten geliefert werden.

Der Anschluss der Sinntalschule mit Glasfaser kostet rund 54 000 Euro. Die Gemeinde stellt hierfür einen Förderantrag und erhofft sich eine Förderquote von mindestens 80 Prozent. "Dies ist eine Investition für die Zukunft", sagte Daniel Kleinheinz. Eine Umstellung des Tarifs sei dadurch nicht automatisch notwendig. "Aber wenn die Leitung erstmal liegt, dann kann man sie in Zukunft irgendwann auch nutzen."

Der Corona-Ausschuss der Marktgemeinde Wildflecken wird aus rechtlichen Gründen wieder aufgelöst. Die Beschlüsse, die der Corona-Ausschuss gefasst hat, bleiben aber allesamt rechtsgültig.

Gemeinderat Oliver Masso machte auf den Zustand des Wildfleckener Friedhofes aufmerksam, der in den zurückliegenden Wochen sehr stark zugewachsen sei. Masso bat darum, dass der Bauhof dem Friedhof eine höhere Priorität bei der regelmäßigen Pflege gibt.

An ein bestehendes Wohnhaus in der Fleischhauerstraße in Wildflecken soll eine Außentreppe mit Podest angebaut werden. Das Gremium hatte keine Einwände gegen dieses Bauvorhaben. Um den Bau einer landwirtschaftlichen Halle im Außenbereich bei Oberbach ging es zum Abschluss der öffentlichen Sitzung. Die Halle hat eine Grundfläche von zwölf auf 20 Metern. Der Marktgemeinderat hatte keine Einwände und erteilte sein Einvernehmen.